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Sieg Nummer 4 im 5. Saisonderby: der EC gewinnt nach tollem Kampf mit 4:3 n.V. gegen Kassel - Leon Niederberger markiert Siegtreffer in der Overtime

Was für ein Jubel im gut gefüllten Bad Nauheimer Colonel-Knight-Stadion an diesem Sonntagabend: es waren 62:15 Minuten im Heimmatch gegen Kassel gespielt, da schob Förderlizenzspieler Leon Niederberger dem Ex-Teufel Markus Keller die Scheibe zwischen die Beine zum 4:3-Siegtreffer nach Verlängerung über die Linie, womit sich die Mannen von EC-Coach Petri Kujala zwei völligst verdiente Punkte nach drei intensiven Dritteln plus Overtime im Derby gegen die Huskies sichern. "Wir haben von Anfang bis Ende gut gearbeitet und es war sehr schön, diesem Spiel zuzuschauen", sagte Kujala nach dem Spiel. Sein Pendant auf Kasseler Seite, Rico Rossi, war indes trotz der vierten Niederlage aus den jüngsten fünf Partien nicht unzufrieden: "Wir haben kein schlechtes Spiel gezeigt, aber eine Mannschaft musste eben verlieren."

Es war von Beginn an ein Match auf Augenhöhe: Kassel - ohne den Neu-US-Nationalspieler Wisniewski angereist - versuchte es mit Kombinationsspiel, während die Gastgeber mit viel Engagement und Körpereinsatz dagegen hielten. Gefühlt hatten die Nordhessen zwar die gehaltvolleren Tormöglichkeiten, doch auch die Wetterauer, die zusätzlich zu den bekannten Verletzten auch auf Dusan Frosch verzichten mussten, kamen immer wieder mal vor den Kasten von Keller, immerhin standen nach den ersten 20 Minuten 14:5 Torschüsse für die Roten Teufel zu Buche. Tore sollten hier zwar (noch) keine fallen, aber es war ein intensives, spannendes - und trotz der Rivalität - faires Spiel, das alles bot, was man sich von solch einem Derby als Fan wünschen kann.

Beide Teams knüpften im Mitteldrittel nahtlos an den Anfangsabschnitt an - mit einer Ausnahme: es sollten nun Tore fallen. Und dies nicht zu knapp: zunächst traf Cody Sylvester nach einem Fehler der Huskies-Abwehr zur 1:0-Führung (23.), nicht ganz zwei Minuten später stellte der frühere Bad Nauheimer Juniorenspieler Kevin Maginot auf 1:1. Kassel nutzte die Gunst der Stunde und drückte dem Geschehen nun kurzzeitig seinen Stempel auf. Folge war das 1:2 durch Topscorer Braden Pimm, der "Danke" sagte, nachdem die EC-Abwehr das Hartgummi einfach nicht aus der Defensivzone bekam (27.). Doch die Roten Teufel zeigten heute erneut ihr Kämpferherz und kamen gar in Unterzahl durch James Livingston, der einen kapitalen Fehler der Kasseler Abwehr zu nutzen wusste, zum verdienten 2:2-Ausgleich (30.). Kassel fühlte sich sichtlich an der Ehre gepackt und drückte das Gaspedal noch einmal durch, was zum 2:3 durch Kuchejda in der 33. Minute führte. Damit schienen die Schlittenhunde ihr Pulver jedoch verschossen zu haben, denn wer nun dachte, dass die Moral der Hausherren gebrochen zu sein schien, der sah sich getäuscht. Nimmermüde kämpften sich die Roten Teufel immer wieder nach vorne, was angesichts des Mammutsprogramms der letzten Wochen und der zahlreichen Ausfälle schon mehr als beachtlich war. Und dies wurde gerechterweise auch belohnt: exakt 17 Sekunden vor der zweiten Pause nutzte Cody Sylvester (wurde zum "Man of the Match" gewählt) ein - relativ untypisches - Powerplay zum 3:3-Ausgleich nach 40 Spielminuten.

Im letzten Abschnitt belauerten sich beide Teams und warteten auf Fehler des jeweils anderen. Kassel hatte jetzt doch einiges an Respekt vor den mutigen Bad Nauheimern, die mit zunehmender Spieldauer immer mehr das Heft in die Hand nahmen. Die Huskies kamen nur noch sporadisch vor das Gehäuse von Felix Bick, während sich die Wetterauer immer wieder Chancen wie durch Livingston (47.), Sylvester (50.) oder Meland (52.) erspielten. Der Siegtreffer wäre in diesem Moment bereits verdient gewesen, es ging aber schließlich in die Verlängerung. Und in dieser dominierten die Roten Teufel, die nach einer tollen Kombination über Mike McNamee und Steve Slaton in Leon Niederberger schließlich ihren Matchwinner fanden. Hut ab vor dem Team und dieser Leistung gegen eine Spitzenmannschaft der DEL2, womit die Roten Teufel in Saisonderby Nummer fünf zum vierten Mal als Sieger vom Eis gehen.

Am kommenden Freitag steht bereits das nächste Heimspiel an, dann sind ab 19.30 Uhr die Eispiraten aus Crimmitschau (siegten heute im Sachsenderby gegen Dresden mit 3:1) zu Gast im Kurpark.

EC Bad Nauheim - Kassel Huskies 4:3 n.V. (0:0, 3:3, 0:0)
Tore:
1:0 (22:18) Sylvester
1:1 (24:09) Maginot (Koziol, Christ)
1:2 (26:12) Pimm (Maginot, Reiss)
2:2 (29:35) Livingston (Mannes, Lange) SH1
2:3 (32:17) Kuchejda (Ritter, Koziol)
3:3 (39:43) Sylvester (McNamee, Livingston) PP1
4:3 (62:15) Niederberger (Slaton, McNamee)
Strafminuten: ECN 4 / ECK 8
Zuschauer: 3.101



EC-Stürmer Cody Sylvester steuerte zwei Tore zum Sieg gegen die Huskies bei
(Foto: Chuc)

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