facebook
twitter
google
youtube
social-feedback

0:1-Niederlage n.V. in Kaufbeuren bedeutet Saisonende für die Roten Teufel - "Kleinigkeiten haben diese enge Serie entschieden"

Saisonende für die Roten Teufel: Ein Schuss - eine Chance - ein verwandelter Penalty nach fast 76 gespielten, torlosen Minuten - und der ESV Kaufbeuren steht mit 4:1 Siegen im Halbfinale nach einem packenden fünften Playoffspiel gegen den EC Bad Nauheim, der nah dran war an der Fortsetzung der Serie. Fast vier Drittel lang konnte heute keines der beiden Teams das Hartgummi im Netz unterbringen, ehe ein Strafschuss nach einem Foul an Kaufbeurens Schäffler, der Felix Bick schließlich überwinden konnte, in der ersten Verlängerung dieses enge Viertelfinale beendete. Von den fünf Partien gingen immerhin drei in die Verlängerung und endete eins mit nur einem Treffer Unterschied, so dass man von einer Serie zweier gleichstarker Teams sprechen kann. "Die Jungs haben nicht aufgehört, an sich zu glauben. Wir haben wie in der ganzen Serie hart gearbeitet, am Ende waren es Kleinigkeiten und Chancen, die wir einfach nicht genutzt haben. Aber das sind halt Playoffs und in einer best of seven-Serie kommt derjenige weiter, der diese Kleinigkeiten eben richtig macht", zeigte sich der scheidende EC-Coach Petri Kujala als fairer Verlierer nach dieser packenden Viertelfinalserie. Kaufbeurens Trainer Andreas Brockmann bedankte sich indes bei den Hessen für eine tolle und enge Serie, "die stets viel Tempo hatte und mit viel Engagement geführt wurde."

Die Gäste traten erneut ohne den erkrankten Radek Krestan an, der mit seiner Erfahrung und Schussstärke natürlich fehlte. Schrecksekunde dann gleich in der ersten Spielminute, als der Videobeweis nach einem Schuss unter die Latte von Kaufbeurens Joe Lewis zeigen musste, dass das Hartgummi nicht vollständig hinter der Linie war. Dies tat den Bemühungen der Hessen aber keinen Abbruch: Sie bestimmten die Folgeminuten und hatten durch McNamee frei im Slot (wie schon im letzten Gastauftritt im Allgäu) sowie mit einem Pfostenschuss von Marius Erk Pech, dass man nicht in Front gehen konnte. ESVK-Coach Brockmann nahm danach früh in der 5. Spielminute eine Auszeit, um seinem Team wieder in die Spur zu helfen, was somit zeigte, dass die Gäste viel richtig machten. Diese Maßnahme fruchtete bei den Allgäuern anschließend zumindest defensiv, im Spiel nach vorne blieben aber die Wetterauer die spielbestimmende Mannschaft, die nach 20 Spielminuten stolze 15:6 Torschüsse zu verzeichnen hatten. Einzig die Scheibe wollte nicht ins Tor auch Dank eines erneut stark haltenden Stefan Vajs zwischen den Pfosten der Buron Joker.

Ähnliches Bild auch im zweiten Drittel: Bad Nauheim hatte zwar die Oberhand in der Partie, kam auch zu guten Szenen wie durch Frosch direkt nach Wiederanpfiff, doch irgendwie fehlten die ganz zwingenden Situationen. Die Kurstädter agierten mit viel Engagement, mussten aber bei Kontern gleichzeitig hinten aufpassen, Billich war hier mal zur Stelle, so dass Bick mit dem Schoner klären musste (24.). Glück hatten die Gäste zudem in der 28. Minute, als Marius Erk einen Schlenzer von Osterloh für seinen bereits geschlagenen Goalie von der Linie kratzen musste. Das war es aber auch schon, was die Joker offensiv zustande brachten, während die Wetterauer weiter an ihrer Torschussstatistik arbeiteten. Stolze 11:4 Schüsse hieß diese zu ihren Gunsten im Mitteldrittel - allerdings blieb der Spielstand bei 0:0, so dass die Spannung kaum zu überbieten war.

Zu Beginn des letzten Abschnitts hatte James Livingston einen Treffer nach einem Break auf dem Schläger, Stefan Vajs stoppte den Kanadier und zeigte erneut seine ganze Klasse. Eine vermeintliche Schlüsselszene dann in der 48. Minute: nach einem Check gegen den Kopf von Sebastian Osterloh kassierte Marcel Brandt eine 2+10-Strafe. Hierüber war der Ex-Nationalspieler im Dress der Gäste derart erbost, dass er von der Strafbank aus einige Worte in Richtung der Unparteiischen abließ, was ihm eine zweite "Zehner"- und somit eine Spieldauerstrafe einbrachte. Nun war die Bad Nauheimer Defensive nur noch zu Fünft und neben Krestan auch noch ohne ihren zweiten Powerplay-Spezialisten. Somit verpuffte auch die zweite Überzahlchance gegen Ende des Abschnitts ohne etwas Zählbares, auch wenn die Roten Teufel körperlich wacher wirkten.

Es ging somit ohne Treffer in die Overtime und in dieser zeigten die Wetterauer, dass sie noch einige Körner im Angebot hatten. Jeder kleine Fehler hätte hier das Ende bedeuten können und die Bayern zeigten derer nun einige vor allem in der Defensive. Die Roten Teufel konnten diese aber nicht entscheidend nutzen, stattdessen kassierten sie einen Konter über Maximilian Schäffler, der im Alleingang regelwidrig gefoult wurde, was somit einen Penalty nach sich zog. Der Stürmer mit der Nummer 26 verlud Felix Bick und schob die Scheibe rechts vom Goalie zum Sieg Nummer vier ins Netz ein, so dass die Allgäuer im Halbfinale stehen, während sich die Kurstädter nach einer tollen Saison mit der besten DEL2-Rundenplatzierung und einer mehr als engen Viertelfinalserie mit stolzer Brust in den Sommer verabschieden können. Die mitgefahrenen EC-Fans feierten ihr Team lautstark, um den Spielern diese Tatsache hautnah zu demonstrieren. Ein Dankeschön auch von dieser Stelle an den tollen Support der Fans über die ganze Saison hinweg - egal ob zuhause oder in der Ferne. Ihr ward Spitze und Teil des Erfolges. Auf ein Neues 2018/19! Zunächst werden wir aber diese tolle abgelaufene Saison mit einer entsprechenden Abschlussfeier zelebrieren. Details hierzu folgen in Kürze.

ESV Kaufbeuren - EC Bad Nauheim 1:0 n.V. (0:0, 0:0, 0:0 / 1:0)
Tor:
1:0 (75:44) Schäffler PS
Strafminuten: ESVK 4 / ECN 8 + 10 (Sylvester) + SD (Brandt)
Zuschauer: 3.100 (ausverkauft)




Die Fans feierten ihr Team trotz des Ausscheidens noch minutenlang nach einer insgesamt tollen Saison

Zurück