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3:4-Niederlage n.V. im ersten Playoffspiel in Kaufbeuren - "Ein paar Mal zu unaufmerksam gewesen" - Freitag erstes Viertelfinal-Heimspiel

Zwei Mal geführt - dennoch verloren: "Wir waren in ein paar Situationen zu unaufmerksam, was uns schlussendlich den Sieg gekostet hat", sagte EC-Coach Petri Kujala nach der heutigen 3:4 (0:0, 2:1, 1:2, 0:1)-Niederlage nach Verlängerung im ersten Playoff-Viertefinalspiel beim ESV Kaufbeuren. "Dennoch war es ein guter Start in die Serie", so der Finne, der mit seinem Team die erwartet schwere Aufgabe bis exakt 50 Sekunden der Overtime bestens meisterte, als Kaufbeurens de Paly mit einem Glückstreffer (unter den Augen von Ex-Nationalspieler und EC-Fan Didi Hamann, der frühere Fußball-Profi stand mit seinem EC-Trikot in der Bad Nauheimer Fankurve) den ersten von vier benötigten Siegen klar machte. Am Freitag kommt es somit zum zweiten Match gegen die Buron Joker, diesmal im heimischen Colonel-Knight-Stadion (Spielbeginn 19.30 Uhr, Tickets).

Bei den Gästen kehrten mit Marius Erk, Dominik Meisinger und Leon Niederberger drei wichtige Akteure zurück in den Kader, so dass man mit vier Angriffs- und drei Verteidigerblöcken das Unternehmen Viertelfinale starten konnte. Und es sollte das erwartet enge Duell zweiter Teams werden, die sich nach 52 Hauptrundenspielen in vielen Zahlen ähnelten und die nur ein Punkt am Ende trennte. Hauptaugenmerk wurde im ersten Abschnitt somit auf das Vermeiden von Fehlern gelegt, nachdem natürlich keiner ins offene Messer des anderen laufen wollte. Dennoch war das Tempo hoch und das Spiel von vielen Checks sowie Zweikämpfen geprägt. Klar, man wollte die Fronten frühzeitig abstecken. Das Spielerische blieb dabei ein wenig auf der Strecke, es waren jedoch zwei Powerplays zugunsten der Gäste, die das Geschehen ein wenig auf die Kaufbeurer Seite verlagerten. Zwingendes war zunächst jedoch nicht dabei, so dass es mit einem gerechten 0:0 in die erste Pause ging.

Mehr Feuer brachte da der zweite Abschnitt: es war nicht ganz eine Minute gespielt, da tauchte Kaufbeurens Billich in Unterzahl frei vor Felix Bick auf, der beim Schuss über das Tor jedoch nicht eingreifen musste. Dies war aber sichtlich der Aufgalopp auf beiden Seiten zu mehr Offensivkraft, Marvin Ratmann scheiterte nur kurze Zeit später im Slot stehend am glänzend aufgelegten ESVK-Goalie Vajs (23.). Die Hessen setzten nach und spielten sich im Angriffsdrittel fest, was Neuzugang Fredrik Widén mit einem Blueliner zur verdienten 1:0-Führung für die Gäste verwertete (24.). Kaufbeuren wollte antworten, Laaksonen fand nach einem Break in Bick aber seinen Meister - big save des EC-Goalies (26.). Das Spiel nahm immer mehr Fahrt auf, nachdem nun die Allgäuer mehr für ihren Angriff tun mussten. Dies nutzten die Roten Teufel in der 27. Minute durch einen 3-auf-2-Konter, den Bettahar nach einem verzögerten Schuss unter die Latte gar zum 2:0 für seine Farben nutzen konnte. Kaufbeuren schien geschockt, verstand es dann aber sehr clever, Strafzeiten zu ziehen. Bad Nauheim überstand derer zwei schadlos, da war es Blomqvist, der nach einem langen Pass frei durch war und Bick beim 1:2 keine Chance ließ (38.). Noch vor der zweiten Pause hatten dann wiederum die Kurstädter in Überzahl die Riesengelegenheit auf das wichtige dritte Tor, beste Chancen von Sylvester und Krestan wurden auch ob eines stark haltenden Stefan Vajs liegen gelassen, der sich zum besten Akteur der Bayern entpuppte.

Macht man vorne nicht das Tor, so scheppert es meist hinten: diese Binsenweisheit sollte sich auch heute wieder bewahrheiten, denn in der 43. Minute vollstreckte Wolter einen Rebound nach viel Verkehr vor Bick zum 2:2-Ausgleich, nachdem die Joker mit ordentlich Elan zurück aus der Kabine kamen. Die Hessen hatten aber ihrerseits noch etwas im Köcher: nach einem Break scheiterte zunächst Widén an Vajs, im Powerplay vollendete Krestan einen tollen Spielzug mit einem Onetimer zur erneuten Gäste-Führung (52.). Knapp zwei Minuten später hatte Leon Niederberger gar  in Unterzahl die Chance auf die Entscheidung, irgendwie wollte das Hartgummi aber nicht mehr ins Kaufbeurer Tor. Die Hausherren erhöhten nochmal den Druck, Bad Nauheim kam in den letzten Minuten kaum noch geordnet aus der eigenen Zone. Resultat war das 3:3 durch Blomqvist in der 54. Minute in Überzahl, als die EC-Abwehr einen Moment nicht gut stand und dem Gegner Freiräume anbot. Dennoch hatten die Roten Teufel noch einmal die Möglichkeit auf den vorzeitigen Knockout, als Cody Sylvester 44 Sekunden vor dem Schlusspfiff mit einem Break frei durch war - aber an Vajs scheiterte, der seinem Team somit mehrfach an diesem Abend den Rücken frei hielt. In der Overtime dauerte es schließlich nur 50 Sekunden, ehe de Paly einfach mal einen Schlenzer in Richtung Bick abgab und der Puck plötzlich im Netz einschlug. Schwamm drüber - "Freitag geht es weiter", so die einhellige Aussage beider Trainer nach dem Schlusspfiff.

ESV Kaufbeuren - EC Bad Nauheim 4:3 n.V. (0:0, 1:2, 2:1)
Tore:
0:1 (23:50) Widén (Frosch, Sylvester)
0:2 (26:34) Bettahar (Brandt, Niederberger)
1:2 (37:06) Blomqvist (Kasten, Laaksonen)
2:2 (42:18) Wolter (Pfaffengut, Oppolzer)
2:3 (51:41) Krestan (McNamee, Brandt) PP1
3:3 (53:58) Blomqvist (Laaksonen, Pfaffengut) PP1
4:3 (60:50) de Paly (Laaksonen, Lewis)
Strafminuten: ESVK 12 / ECN 10
Zuschauer: 3.100 (ausverkauft)


Ex-Nationalspieler und Champions League-Sieger Didi Hamann mischte sich heute mit Fantrikot unter die EC-Fans im Kaufbeurer Stadion


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