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"Versäumt, das dritte Tor nachzulegen" - Bad Nauheim unterliegt in Dresden nach 2:0-Führung noch mit 3:4 - Sonntag Heimderby gegen Kassel

Am Ende fehlten nur Bruchstücke zu etwas Zählbaren beim Tabellenvierten Dresden: mit 3:4 (2:0, 0:3, 1:1) unterlagen die Roten Teufel heute Abend den Eislöwen und verspielten dabei eine 2:0-Führung und später ein 3:3-Unentschieden. Bitter war allerdings eine diskussionswürdige Strafzeit gegen James Livingston in der drittletzten Spielminute, die die Gastgeber, die sich lange Zeit schwer taten gegen gut gestaffelte Gäste, zum Siegtreffer zu nutzen wussten. "Wir haben es nach dem 2:0 vergessen, das dritte Tor nachzulegen. Das haben wir mit fünf Minuten Tiefschlaf im zweiten Abschnitt bezahlt. Trotzdem war dies ein gutes Auswärtsspiel meines Teams und nach zuletzt 4.000 Kilometern seit dem zweiten Weihnachtsfeiertag im Bus Hut ab vor meiner Mannschaft", sagte EC-Coach Petri Kujala nach der Partie. Sein Gegenüber, Dresdens Trainer Franz Steer, bestätigte dann auch die gute Bad Nauheimer Leistung und sagte, "dass die drei Punkte für uns am Ende ein wenig glücklich sind."

Auch bei den Eislöwen waren die Roten Teufel zunächst das spielbestimmende Team. Wie zuletzt stets in der Ferne gezeigt, agierte man sehr diszipliniert in der Defensive und lauerte auf Fehler des Gegners, um dann eiskalt zuzuschlagen. So auch im ersten Abschnitt in der Elbestadt: nach einer Strafzeit gegen die Hausherren schoss Powerplay-Experte Radek Krestan in bekannter Manier von der blauen Linie, Mike McNamee fälschte die Scheibe ab und traf zum 0:1 gegen Dresdens Backup Henning Schroth, der heute den Vorzug vor Marco Eisenhut erhielt (7.). Die Sachsen kamen nur ganz schwer in die Partie, es dauerte bis zur 8. Minute, ehe Alexander Höller Bad Nauheims Torhüter Felix Bick zum ersten Mal ernsthaft prüfen konnte. Die Hessen wichen aber keinen Millimeter von ihrer Marschroute ab, was zum 0:2 durch Harry Lange führte, der nach einem Niederberger-Schuss gleich zwei Mal unbedrängt nachschießen konnte, als der erste Rebound von Schroth noch gehalten wurde (9.). Erst jetzt erhöhten die Eislöwen langsam den Druck, so dass die Gäste eine kurze Drangphase mit einer aussichtsreichen Chance von Cedric Schiemenz überstehen mussten, aber erneut Bick war souverän zur Stelle. Die Wetterauer hätten vor der ersten Sirene sogar noch erhöhen können, nach einem Boutin-Fehler konnte Eric Meland gleich zwei Mal frei auf Schroth schießen, der Winkel war jedoch ein wenig zu spitz, so dass der Torhüter in der Lage war zu parieren.

Die Gäste knüpften im Mittelabschnitt dort an, wo sie nach 20 Minuten aufgehört hatten: Dresden fand nach wie vor nicht richtig ins Match, während die Kurstädter durch Livingston (22.) und Meland (26.) weitere gute Möglichkeiten hatten. Diese blieben allerdings ungenutzt und wer weiß, wie die Partie verlaufen wäre, hätten die Roten Teufel auf 3:0 erhöhen können. Stattdessen dann die Schlüsselszene in diesem zweiten Drittel: Dusan Frosch erhielt zwei Strafminuten, prallte in der gleichen Szene unglücklich in die offene Bandentür und musste an der rechten Schulter verletzt das Geschehen von der Bank aus mit verfolgen (der Deutsch-Tscheche versuchte es im letzten Drittel dann noch einmal mit Kurzeinsätzen). Das Powerplay nutzte Dresden durch Huard zum Anschlusstreffer (29.), was den Eislöwen sichtlich Selbstvertrauen gab. Bad Nauheim musste seine Sturmreihen ob des Ausfalls von Frosch umstellen und plötzlich lief die Partie genau andersherum, als in den ersten rund 25 Minuten. Die Eislöwen kamen nun auf mit Körperspiel, das die Gäste zwar gut erwiderten, aber dadurch den eigenen Spielfluss nicht mehr wiederfanden. Jetzt kamen auch die Fernschüsse der Sachsen durch - wie beim 2:2 durch Hanusch, den Rebound bei viel Verkehr vor Bick konnte Pielmeier unhaltbar abstauben (35.). Dem aber noch nicht genug: exakt 38 Sekunden später war das Hartgummi nach einem Schuss von DNL-Spieler Arne Uplegger schon wieder im Tor, Nick Huard beförderte den Puck am langen Pfosten stehend ins Netz, auch wenn er Felix Bick dabei vermeintlich auf die Fanghand schlug. Der Videobeweis war für die Nicht-Anerkennung des Treffers aber nicht ausreichend, so dass es zur zweiten Pausensirene nach 2:0-Führung der Hessen (zumindest dem Spielverlauf nach) doch ein wenig überraschend 3:2 für die Eislöwen stand.

Im letzten Drittel drückten die Gastgeber auf den vierten und womöglich vorentscheidenden Treffer, die Bad Nauheimer Abwehr rund um den wie immer sicher haltenden Felix Bick hielt dem Sturmlauf jedoch stand. Mit ihrer bis dato einzigen Chance im Schlussabschnitt klingelte es auch gleich für die Hessen: Livingston erkämpfte sich hinter dem Tor das Hartgummi und passte auf Mike McNamee, der ins kurze Eck zum 3:3-Ausgleich traf (47.). Nun war es ein echtes Kampfspiel, das von Spannung geprägt und für Stimmung auf den Rängen sorgte. Beide Teams drängten auf den vermeintlichen Siegtreffer, bei den Gästen hatten hierbei Meland (48.) und Reimer (51.) beste Gelegenheiten, aber auch Dresden hatte durch Huard (52.) und Höller (53.) aussichtsreiche Chancen vorzuweisen. Die Entscheidung sollte ausgerechnet nach einer sehr fragwürdigen Strafzeit gegen James Livingston fallen, der in der 57. Minute wegen eines vermeintlichen Hakens in die Kühlbox musste. Garten wusste dies im Slot zum 4:3 zu nutzen und auch wenn die Gäste anschließend ihrerseits zwei Mal mit einem Mann mehr agieren konnten (und zusätzlich den Goalie vom Eis nahmen), so war es Dresdens Goalie Henning Schroth, der seinem Team am Ende die volle Punktzahl rettete.

Auch wenn man heute ohne eigene Zähler blieb, so stimmen die zuletzt gezeigten Leistungen für die kommenden Partien mehr als positiv. Weiter geht es bereits am Sonntag im Heimspiel gegen die Kassel Huskies (18.30 Uhr, Stadionöffnung bereits um 17.00 Uhr), die sich heute beim 2:1-Sieg gegen Kaufbeuren redlich mühen mussten.

Eislöwen Dresden - EC Bad Nauheim 4:3 (0:2, 3:0, 1:1)
Tore:
0:1 (06:20) McNamee (Krestan, Sylvester) PP1
0:2 (08:42) Lange (Niederberger)
1:2 (28:37) Huard (Davidek, Kumeliauskas) PP1
2:2 (34:37) Pielmeier (Hanusch, Zauner)
3:2 (35:15) Huard (Uplegger, Davidek)
3:3 (46:21) McNamee (Krestan, Livingston)
4:3 (56:30) Garten (Höller, Kramer) PP1
Strafminuten: ELD 8 / ECN 8
Zuschauer: 2.785


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