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Mit 2:4 (0:1, 1:2, 1:1) verloren die Roten Teufel vom EC Bad Nauheim heute Abend ihr Auswärtsspiel bei den Eislöwen aus Dresden. “Wir haben heute nicht so gespielt, wie ich mir das vorgestellt hatte. Wenn du auswärts die sich bietenden Chancen nicht nutzt, dann gehst du am Ende mit leeren Händen nach Hause und das war heute leider der Fall”, sagte Bad Nauheims Trainer Christof Kreutzer nach einer Partie, in der unter dem Strich mehr drin war für die Hessen, die jedoch lange Zeit brauchten, um wirklich gefährlich einzugreifen – am Ende zu lange.

Die Gäste starteten mit exakt demselben Kader wie in den letzten beiden Partien, so dass EC-Coach Christof Kreutzer erneut auf elf Stürmer und sieben Verteidiger zurückgreifen konnte. Die Anfangsphase gehörte heute Abend klar den gastgebenden Eislöwen, die nach zuletzt zwei Siegen in Folge Rückenwind und Selbstvertrauen verspüren ließen: bereits nach einer Minute hatten die Sachsen drei Torschüsse zu verzeichnen, so dass Felix Bick im Kasten der Wetterauer gleich auf Betriebstemperatur war. Die Roten Teufel benötigten volle drei Shifts, ehe sie zu ihrer ersten Möglichkeit kamen – die war aber gleich hochkarätig, als Andrej Bires aus der Halbdistanz lediglich den Pfosten traf (4.). Mehr Glück hatten die Gastgeber knapp zwei Minuten später, als die Scheibe nach einem Klärungsversuch von Denis Shevyrin bei Martin Davidek landete, der sofort abzog und Bick beim 1:0 keine Chance ließ. Es entwickelte sich fortan ein offenes Match mit Möglichkeiten auf beiden Seiten, so dass die Goalies einiges an Arbeit erhielten. Bad Nauheim konnte in Drittel eins zwei Mal mit einem Mann mehr agieren, in diesem Abschnitt sollte das effektivste Powerplay der Liga aber nicht zuschlagen können, auch wenn Radek Krestan in der 10. Minute kurz davor war – Dresden rettete mit einem Block in höchster Not. Auf der Gegenseite erspielten sich die Eislöwen nach und nach ein optisches Übergewicht, was jedoch nicht zu Großchancen führte, so dass es nach 20 Minuten erstmal bei der unter dem Strich in Ordnung gehenden Führung der Hausherren blieb.

Das zweite Drittel begann äußerst unglücklich für die Gäste: Dresdens Neuzugang Stefan Della Rovere zog nach 18 Sekunden einfach mal von der Mitte aus ab und das Hartgummi schlug zum 2:0 für die Eislöwen ein. Hinzu kamen gleich zwei Strafen gegen die Gäste, die aber ausgerechnet in dieser Szene und einem Konter über Dustin Sylvester ihre eigene, größte Chance hatten, doch Marco Eisenhut im Tor der Sachsen parierte den Unterzahl-Schuss des Kanadiers. Dieser war aber sichtlich ein Aufgalopp für die Hessen, die nun auf den Anschluss drängten. Doch heute lief nicht alles so leicht von der Hand wie in den letzten Partien, denn alleine Cody Sylvester hätte nach einem Break (28.) sowie einem erneuten Pfostenschuss 60 Sekunden später etwas Zählbares auf die Uhr bringen können. Stattdessen fiel der Treffer auf der anderen Seite, als Denis Shevyrin auf der Strafbank weilte und Nick Huard im Rebound zum 3:0 erfolgreich war (36.). Wichtig aus Sicht der Gäste dann der erste Treffer der Hessen nur 30 Sekunden später, als Radek Krestan am langen Pfosten nach einem Pass von Ketter goldrichtig stand und zum 3:1 einschob. Kurz darauf hätte Marcel Kahle sogar zum 3:2 aufschließen können – auch er stand nach einem Pass von Hamill am langen Pfosten – doch Eisenhut hielt überragend, so dass er seinem Team die Zwei-Tore-Führung zum zweiten Pausentee rettete – womit das Spiel aber natürlich noch lange nicht gelaufen war.

Die Kurstädter drängten im Schlussabschnitt noch einmal. Man wollte sichtlich unbedingt den zweiten Treffer, doch die Eislöwen standen souverän in der Verteidigung und ließen die Gäste immer wieder auflaufen. Die Zeit lief den Hessen somit langsam davon, dann aber die immens spannende Schlussphase: Dresden leistete sich unnötige Strafzeiten, was in einem (selten zu sehenden) 6-gegen3-Powerplay für die Roten Teufel mündete, nachdem Christof Kreutzer seinen Goalie für einen weiteren Spieler vom Eis nahm. Dennis Reimer sorgte in dieser Situation mit einem Rebound für den 3:2-Anschlusstreffer, nach dem die Gäste weiterhin mit einem Spieler mehr agieren konnten. Da waren noch fast 75 Sekunden Powerplay zu absolvieren, das Hartgummi wollte aber einfach nicht mehr in die Maschen. Stattdessen besorgte Dresdens Pujacs sieben Sekunden vor dem Abpfiff mit einem Befreiungsschlag, der den Weg in das verwaiste Bad Nauheimer Tor fand, den 4:2-Endstand unter eine Partie, in dem den Hessen einfach das Scheibenglück in den Aktionen fehlte, was zuletzt noch so leicht auszusehen schien. Bereits am Freitag kann man in Kassel im Hessenderby dieses Ergebnis korrigieren, das Match bei den Huskies wird ob der Brisanz sicherlich ein völlig anderes werden als das heutige.

“Wir waren heute nicht wirklich gut gestartet und waren zunächst etwas zu passiv. Im zweiten Abschnitt wurde es besser und wir kamen zu einigen guten Chancen, die wir leider liegen gelassen haben. Erst im letzten Drittel war das auch spielerisch so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Wir sind dann nochmal reingekommen, unter dem Strich hat es aber am Ende nicht mehr gereicht”, so Christof Kreutzer.

Eislöwen Dresden – EC Bad Nauheim 4:2 (1:0, 2:1, 1:1)
Tore:
1:0 (06:16) Davidek (Billich, Schmidt)
2:0 (20:18) Della Rovere (Kramer, Eisenhut)
3:0 (35:56) Huard (Heywood, Pielmeier) PP1
3:1 (36:24) Krestan (Ketter, Bires)
3:2 (58:31) Reimer (Dalhuisen, Bires) PP2
4:2 (59:53) Pujacs ENG
Strafminuten: ELD 14 / ECN 8
Zuschauer: 1.636