Vor 75 Jahren: Eröffnung des 100-Tage-Stadions

Heute, am 22. Januar 2021, können wir in Erinnerungen schwelgen. Auf den Tag genau, vor 75 Jahren, wurde unser Eisstadion feierlich eröffnet. Colonel Paul Rutherford Knight hatte es trotz vieler Widerstände geschafft. Mit Hilfe der Bevölkerung war das 100-Tage-Stadion im Kurpark von Bad Nauheim fertig gestellt – die größte Kunsteisbahn Europas mit einer Länge von 60 und einer Breite von 35 Metern.

Unglaublich! Faszinierend! Sensationell!

v.l. Andreas Ortwein, Kerstin Schneekloth (Geschäftsführerin bei Bad Nauheim Stadtmarketing & Tourismus GmbH) und Bürgermeister Klaus Kreß
v.l. Bürgermeister Klaus Kreß, Kerstin Schneekloth (Geschäftsführerin bei Bad Nauheim Stadtmarketing & Tourismus GmbH) und Andreas Ortwein

Zur Premiere durfte am 22. Januar 1946 die bekannte wie erfolgreiche Eiskunstläuferin Maxi Herber die Menschen begeistern. Die 1500 Sitzplätze und die 2500 Stehplätze waren bestens gefüllt. Wir können heute, 75 Jahre später, nur erahnen, welche Emotionen diese grandiose Eröffnung ausgelöst haben muss. Direkt nach dem Ende des fürchterlichen Krieges hatte die Bevölkerung wieder ein wenig Lebenslust gewinnen können – dank Colonel Knight, der sich gegen alle Bedenkenträger durch setzte. Allerdings, der Ehemann von Maxi Herber, Ernst Baier, durfte nicht mitwirken. Die beiden hatten zuvor mehrmals die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft im Paarlauf gewonnen. Die Amerikaner verübelten ihm jedoch die Nähe zu Joseph Goebbels, und so musste Maxi Herber alleine ihre Künste zelebrieren.

Colonel Rutherford wurde übrigens wenige Monate später seines Amtes enthoben. In den Reihen der Amerikaner war das Projekt sehr umstritten. Der Colonel, der nach seiner Absetzung noch einen Monat im Hotel Kaiserhof lebte, sagte damals die bedeutsamen Worte: „Die Amerikaner werden eines Tages gehen. Aber das Eisstadion wird der Stadt Bad Nauheim erhalten bleiben.“ Knight starb 1974 im Alter von 80 Jahren in seiner Wahlheimat Frankreich.

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