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Derbysieger!!!!! Mit 4:3 (3:0, 0:1, 1:2) gewannen die Roten Teufel vom EC Bad Nauheim am heutigen Freitagabend das Derby in Frankfurt und erhöhen damit die DEL2-Siegerquote in diesem Duell auf 11:6 Erfolge zugunsten der Kurstädter. “Die Jungs haben sich das mehr als verdient. Ich bin richtig stolz”, sagte ein rundum zufriedener EC-Trainer Christoph Kreutzer nach dem Schlusspfiff dieses intensiven Matches zweier hart arbeitenden Mannschaften, wobei die Löwen in der laufenden Spielzeit zuhause immer mindestens fünf eigene Tore markierten – was ihnen gegen defensiv stark agierende Gäste an diesem Abend verwehrt blieb.

Die Gäste starteten engagiert in die Partie und wurden bereits nach 20 Sekunden hierfür belohnt: als Ex-Teufel Felix Bick das Hartgummi hinter seinem eigenen Kasten stoppen wollte, prallte dieses irgendwie von der Bande über seinen Schläger hinweg auf James Livingston, der zum freien Dustin Sylvester passen konnte. Der Kanadier vollendete ins leere Tor zur frühen 1:0-Führung der Kurstädter, die bestärkt durch diesen Treffer weiter Druck machten. Von Frankfurt war so gut wie nichts zu sehen, Hendrik Hane im Kasten der Roten Teufel – der 18-jährige Förderlizenz-Spieler der Düsseldorfer EG debütierte heute im Trikot des ECN – hatte nur wenig Arbeit zu verrichten. Als die ersten Strafzeiten – auf Seiten der Gastgeber wohl gemerkt – gepfiffen wurden, traf Dustin Sylvester mit einem abgefälschten Blueliner seines Bruders Cody und bei verdeckter Sicht für Bick gar zum 2:0 (9.). Die Löwen wollten nun antworten, verloren aber im Angriff die Übersicht, was den Gästen Konter ermöglichte. Einen solchen verwertete Marvin Ratmann in der 13. Minute zum 3:0, nach dem Bick entnervt seinen Kasten zu Gunsten von Backup Bastian Kucis räumte. Dies zeigte nur wenig Wirkung bei den Hausherren, auch wenn Hane nun ein wenig mehr zu tun bekam. Er hielt nach 20 Minuten aber seinen Kasten sauber in einem temporeichen und interessanten Hessenderby.

Im zweiten Abschnitt war es klar, dass die Gastgeber mit Wut im Bauch aus der Kabine zurück kommen würden. Der überragend spielende Hendrik Hane musste in der ersten Minute gleich zwei Mal gegen die Löwen halten, die in der Folgezeit einiges an Druck machten, wobei die Bad Nauheimer Defensive rund um ihren jungen Goalie aber insgesamt gut und sicher stand. Dennoch mussten die Wetterauer zahlreiche Strafzeiten wegstecken (12:6 Minuten in diesem Abschnitt), nachdem mit zunehmender Spieldauer einiges an (Derby-)Härte aufkam, wobei die Löwen gleich zwei Mal mit zwei Mann mehr agieren konnten. Gelang es den Gästen beim ersten Mal noch, ein Gegentor zu verhindern, so war es Dan Spang in der 37. Minute, der Hane beim ersten Frankfurter Treffer keine Chance ließ. Aber auch wenn das Schussverhältnis von 17:6 zu Gunsten der Löwen im Mittelabschnitt eine deutliche Sprache zu sprechen schien, so hatten auch die Roten Teufel durchaus Möglichkeiten auf den vierten (und somit vielleicht schon vorentscheidenden) Treffer, es blieb aber zunächst beim Zwei-Tore-Vorsprung nach 40 Minuten.

Das letzte Drittel hatte es nochmal in sich: Bires (46.) und Ratmann (48.) tauchten nach tollem Konterspiel ganz frei vor Frankfurts Goalie auf, beide Male wollte die Scheibe einfach nicht ins Tor. Dann die 49. Spielminute: in einem rassigen Derby traf Magnus Eisenmenger nur die Bad Nauheimer Latte, im Gegenzug tankte sich der Ex-Löwe Dennis Reimer auf der rechten Seite durch und markierte im Alleingang das 4:1 für die Kurstädter. Drei Tore vorne – aber es war noch einiges an Zeit auf der Uhr. Frankfurts Coach Tiilikainen nahm ganze neun (!) Minuten vor dem Ende seinen Goalie vom Eis – und hatte damit Erfolg: Lewandowski traf zum 2:4, was sein Team noch einmal wach rüttelte. Aber die Roten Teufel kämpften und arbeiteten und machten dem Gegner das Leben mehr als schwer. Gleichzeitig suchte man seine Konterchance, um den Sack endgültig zuzumachen. Es waren allerdings die Löwen, die in der vorletzten Minute erneut mit einem “pulled goalie” das dritte Tor in Person von Maxi Faber erzielten, dieser Treffer kam aber zu spät, denn die Wetterauer brachten das Geschehen über die Zeit und nehmen damit drei verdiente Punkte und einen Achtungserfolg, der wertvoll für die Moral der Mannschaft sein sollte, mit zurück in die Kurstadt.

“Respekt vor der Leistung meines Teams. Hendrik Hane habe ich vor dem Spiel gesagt, ‘heute lernst du schwimmen’, und er hat es bewiesen, dass wir da die richtige Entscheidung getroffen haben. Der Junge ist wirklich richtig gut, wie auch die ganze Mannschaft heute top funktioniert und eines Derbys würdig das Ding von Anfang bis Ende durchgezogen hat”, so EC-Coach Christof Kreutzer, der seinen Torhüter, der zum Spieler des Abends auf Bad Nauheimer Seite gewählt wurde, aus einem homogen agierenden Team hervor hob.

Am Sonntag erwarten der Trainer und seine Mannen das nächste Top-Team aus Ravensburg im Colonel-Knight-Stadion, Spielbeginn ist um 18.30 Uhr. Die Towerstars gewannen heute Abend nach Overtime gegen Heilbronn mit 3:2 und liegen mit einem Spiel weniger nur zwei Punkte hinter Spitzenreiter Weißwasser in der aktuellen DEL2-Tabelle. Also gleich die nächste Gelegenheit für die Roten Teufel, einem Spitzenteam ein Bein zu stellen. Tickets gibt es nach wie vor online sowie an der Abendkasse (ab 17.30 Uhr) und der Geschäftsstelle des EC Bad Nauheim.

Löwen Frankfurt – EC Bad Nauheim 3:4 (0:3, 1:0, 2:1)
Tore:
0:1 (00:20) D. Sylvester (Livingston, Mannes)
0:2 (08:04) D. Sylvester (C. Sylvester, Krestan) PP1
0:3 (12:07) Ratmann (Slaton, Pruden)
1:3 (36:39) Spang (Lewandowski, Mitchell) PP1
1:4 (49:31) Reimer
2:4 (50:53) Lewandowski (Tousignant, Mitchell)
3:4 (58:13) Faber (Lewandowski, Pistilli)
Strafminuten: LFF 14 / ECN 18
Zuschauer: 6.015


Das Video der Pressekonferenz nach dem Derbysieg der Roten Teufel in Frankfurt