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Mit 2:3 (2:1, 0:1, 0:1) verloren die Roten Teufel vom EC Bad Nauheim heute Abend das erste von maximal sieben Playoff-Viertelfinalspielen denkbar knapp bei den Ravensburg Towerstars. Ein Blitzstart mit zwei schnellen Toren zur 2:0-Führung konnte am Ende – auch aufgrund von (zu) vieler Strafzeiten gegen die Hessen – nicht zu mehr verwertet werden. “Das war aber erst der Anfang nach einem engen ersten Spiel. Sonntag geht es weiter”, so EC-Coach Kreutzer nach dem Schlusspfiff, während sein Gegenüber Rich Chernomaz den Sieg darin sah, dass “wir viele Schüsse geblockt und zwei Powerplay-Tore geschossen haben.”

Beide Teams traten mit ihrem derzeit bestmöglichem Aufgebot an (bei den Hessen musste Louke Oakley als fünfter Ausländer zuschauen) und sie agierten auch sogleich mit offenem Visier. Ohne großes Abtasten startete diese Viertelfinalserie, wobei die Schwaben mit zwei aussichtsreichen Chancen nach nur 60 Sekunden ihren tabellarischen Heimrechtsvorteil gleich in Zählbares ummünzen wollten. Beide Male war Felix Bick aber zur Stelle und somit von Beginn an richtig im Match – wie überhaupt das ganze Bad Nauheimer Team, das bereits einen Tag zuvor angereist war, hellwach zu sein schien: Einen Konter nach nur 78 Sekunden über Marcel Kahle nutzte Cody Sylvester nämlich eiskalt zum 0:1 aus und bereits in der nächsten Szene bestrafte der Ex-Ravensburger Max Brandl einen Fehler von Thomas Supis nicht ganz eine Minute später gar zum 0:2. Dennis Reimer hätte im Powerplay in der 7. Minute auf 0:3 erhöhen können, diesmal war Langmann aber zur Stelle und hielt damit seinen ersten Schuss. Die Hausherren schienen geschockt und benötigten einige Zeit, um sich mit dieser Situation zu arrangieren. Dann kam aber das Team von EVR-Coach Rich Chernomaz – wenn auch begünstigt durch zwei Bad Nauheimer Strafzeiten. Blieb die erste noch ohne Gegentreffer, so wurde die zweite mit einem unhaltbaren Blueliner von Towerstars-Stürmer Jakub Svoboda mit dem 1:2-Anschlusstreffer der Gastgeber bestraft. Mit diesem Spielstand ging es dann auch in die erste Pause nach einem intensiven und temporeichen Abschnitt.

Das Mitteldrittel war geprägt von Strafzeiten – wobei die Gäste zunächst in Überzahl nach einem Halten von Keller von kurz vor dem Pausentee mit einem Mann mehr in das zweite Drittel starten konnten. Cody Sylvester und Radek Krestan hatten hierbei aussichtsreiche Möglichkeiten auf das dritte Tor, doch Ravensburgs Goalie verhinderte jeweils den Gegentreffer. Das war es dann aber auch schon fast aus Sicht der Hessen, denn in der Folgezeit musste man gleich vier Mal mit kleinen Strafen in die Kühlbox, was gegen ein Klasseteam der Towerstars unter dem Strich einfach zu viel war. Pozivil nutzte eine dieser Möglichkeiten mit einem abgefälschten Schuss zum 2:2-Ausgleich (30.), nach dem die Schwaben natürlich endgültig zurück im Spiel waren und durch die besagten weiteren Powerplay-Gelegenheiten Chancen auf das Nachlegen hatten. Hier war es aber Felix Bick – am letzten Wochenende zum besten DEL2-Torhüter der laufenden Saison ausgezeichnet – der seinem Team das vorläufige Unentschieden hielt. Auch bei einem Penalty von Daniel Pfaffengut, der nach einem Fehler von Denis Shevyrin regelwidrig gestoppt wurde, war der Goalie zur Stelle, so dass es zum Durchatmen mit dem Remis in die zweite Pause ging.

Die Gäste hatten sich einiges für den Schlussabschnitt vorgenommen, doch wurden sie jäh gestoppt: ein regelwidrig ausschauender Zweikampf im Vorwärtsgang der Kurstädter wurde nicht gepfiffen, was die Oberschwaben mit einem Konter und dem am Ende vorentscheidenden 3:2 durch Czarnik nutzen konnten (43.). Die Gastgeber standen nun sicher in der Defensive, die Bad Nauheimer kamen nur selten mal durch im Spiel nach vorne. Erst gegen Ende des Matches wurde es noch einmal so richtig spannend, als die Badestädter ihrerseits mal in Überzahl agieren konnten und EC-Coach Kreutzer zwei Minuten vor dem Schlusspfiff seinen Goalie vom Eis nahm. Die Towerstars verteidigten mit Mann und Maus, so dass den Hessen der Ausgleichstreffer verwehrt blieb und die Oberschwaben in der Serie mit 1:0 in Front gehen können. “Wir haben da nochmal alles versucht, es war am Ende ein enges Spiel. Aber das war erst der Anfang”, so Christof Kreutzer.

Am Sonntag erwarten er und sein Team die Towerstars zuhause im Colonel-Knight-Stadion zu Spiel zwei dieser Serie (Beginn: 18.30 Uhr, Einlass ab 17.00 Uhr). Karten sind nach wie vor online sowie am Spieltag in der Geschäftsstellle erhältlich.

Ravensburg Towerstars – EC Bad Nauheim 3:2 (1:2, 1:0, 1:0)
Tore:
0:1 (01:18) C. Sylvester (Kahle, Dalhuisen)
0:2 (02:14) Brandl
1:2 (15:23) Svoboda (Sturm, Just) PP1
2:2 (29:36) Pozivil (Driendl, Czarnik) PP1
3:2 (42:01) Czarnik (Driendl, Pfaffengut)
Strafminuten: EVR 12 / ECN 12
Zuschauer: 3.251