Spielberichte

Der heutige 7:5-Erfolg der Roten Teufel gegen die – bis dato ungeschlagenen – Towerstars aus Ravensburg, die bis vor diesem Spieltag 20 von 21 möglichen Zählern holen konnten, bringt dem ECN maximalen Erfolg nach den beiden Partien in Frankfurt und gegen die Oberschwaben. “Es waren Kleinigkeiten, die wir vor diesem Wochenende geändert hatten, aber diese am Ende haben den Erfolg gebracht. Ich bin stolz auf das Team und auf die volle Punkteausbeute an diesem Wochenende, was ich gerne öfters so sehen würde”, sagte ein rundum zufriedener EC-Coach Christof Kreutzer nach dem heiß umkämpften Match gegen die Puzzle-Städter. Die Hessen klettern damit vorerst auf Platz neun der DEL2-Tabelle, den man sich punktgleich mit Heilbronn und nur einem Zähler Rückstand auf Platz sechs mit den Falken teilt.

Die EC-Cracks erwischten einen Blitzstart: nach einer schnellen und schönen Kombination war es “Goldhelm” Cody Sylvester, der den Gastgeber in Führung schoss. Doch die Antwort der offensiv starken Towerstars ließ nicht lange auf sich warten und Merl konnte ausgleichen. Damit nicht genug: direkt im nächsten Angriff konnte David Zucker den Nachschuss verwerten und brachte die Ravensburger mit 2:1 in Führung. Der EC kämpfte aber und kam im Powerplay mit einem Blueliner durch Mike Dalhuisen zum Ausgleich. Dass die Towerstars auch Powerplay spielen können, zeigten Sie dann in der 13. Minute, als Andreas Driendl abzog und unhaltbar für Jan Guryca in den Winkel traf. Doch wer jetzt dachte, die Towerstars hätten das Spiel im Griff, sah sich getäuscht. Die Teufel waren jetzt ab der 15. Minute aggressiver im Zweikampf, und so konnte nach einem tollen Solo von Andrej Bíreš Marcel Kahle den Rebound zum erneuten Ausgleich verwerten. In der 19. Minute war erneut Kahle mit einem guten Antritt da, Kapitän Max Brandl war zur Stelle und versenkte den Puck zur 4:3-Pausenführung durch die Schoner des überraschten EVR-Goalies Jonas Langmann, dem die Sicht leicht verdeckt war.

Das zweite Drittel begann mit einem Schock-Moment für die Teufel: Ondrej Pozivil flippte mit einem Handgelenkschuss von der blauen Linie in Richtung des Tores von EC-Goalie Jan Guryca und dieser ließ die Scheibe unglücklich über die Fanghand hinweg zum 4:4 passieren. EC-Coach Christof Kreutzer reagierte unverzüglich und brachte mit Hendrik Hane einen neuen Goalie für den bis dahin stark haltenden Jan Guryca. „Ich wollte damit ein Zeichen setzen und den Druck von Jan nehmen – nicht warten, sondern eine schnelle Entscheidung treffen”, begründete Kreutzer nach dem Spiel diese Maßnahme. Die Kurstädter gewannen jetzt mehr und mehr die Überhand: in einem Powerplay zündete Andrej Bíreš erneut den Turbo und versenkte eiskalt gegen Towerstars Goalie Langmann zur 5:4-Führung. Und die Hessen legten nach: ein cleverer Scheibengewinn von Dennis Reimer an der blauen Linie der Ravensburger, nach dem der Angreifer die Scheibe erneut auf den durch starteten Bíreš chippte, so dass dieser eiskalt zur erstmaligen Zwei-Tore-Führung verwertete. Der EC verteidigte jetzt clever gegen weiterhin druckvolle Towerstars und so ging es mit 6:4 in die Kabine.

Der letzte Abschnitt war mehr von der Taktik als vom hohen Tempo der Drittel eins und zwei geprägt. Die Towerstars wollten natürlich den Anschluss erzielen, kamen aber nur zu wenig guten Tormöglichkeiten gegen kompakt stehende Bad Nauheimer. Die Wetterauer waren aber auch mit zwei großen Konterchancen in der 45. und 48. Minute unterwegs, die Entscheidung wurde jedoch zunächst vertagt. Stattdessen wollte EC-Goalie Hendrik Hane einen Tick zu viel beim Versuch, das Spiel schnell zu machen, so dass sein Abspiel direkt auf dem Schläger von Robbie Czarnik landete, der eiskalt zum 6:5-Anschluss verwertete. Im Nachgang hatten die Ravensburger die große Chance zum Ausgleich, als James Livingston für zwei Minuten in der Kühlbox saß. Doch Daniel Ketter erkämpfte die Scheibe und passte auf Cody Sylvester, der die Scheibe zunächst aus der eigenen Zone brachte. Aus dieser Situation entstand dann die alles entscheidende Szene: Codys Bruder Dustin startete gemeinsam mit ihm einen Zwei-auf-eins-Konter – und diesmal machte Dustin es selbst und schoss zum wichtigen 7:5 für die Roten Teufel ein. Danach hatten die Towerstars auch am Ende mit sechs Feldspielern kein Fortune mehr und so blieb es beim verdienten Erfolg für den EC Bad Nauheim.

“Wir standen nicht immer optimal, haben dem Gegner zuviel Eis gegeben und Bad Nauheim hat es gut gelöst und damit unsere Serie gerissen. Das Ergebnis geht in Ordnung”, zollte Ravensburgs Trainer Jiri Ehrenberger dem Kontrahent durchaus Respekt ob der intensiven Kraftleistung an diesem Abend. “Derart viele Tore sieht eigentlich kein Trainer gerne, auch wenn es für die Fans sicherlich ein Spektakel war. Ich habe meinen Jungs aber auch gesagt, dass du nicht immer zuhause gewinnst, wenn du fünf Gegentore kassierst. Aber sie haben immer an sich geglaubt und den Matchplan zwei Mal an diesem Wochenende durchgezogen. Jetzt haben sich meine Spieler nach den vielen Partien der letzten Wochen erstmal einen freien Tag verdient, ab Dienstag geht es dann in die Vorbereitung auf die Partien in Bietigheim und zuhause gegen Deggendorf”, so Christof Kreutzer. Der Aufsteiger aus Bayern gastiert am kommenden Sonntag, den 14. Oktober 2018 ab 18.30 Uhr im Colonel-Knight-Stadion zum nächsten Heimspiel der Roten Teufel.

Statistik:
1:0 [01:11] – C. Sylvester (Bires, Slaton)
1:1 [01:52] – Merl (Supis, Pfaffengut)
1:2 [02:41] – Zucker (Brunnhuber, Hinse)
2:2 [10:19] – Dalhuisen (Livingston, D. Sylvester )
2:3 [12:28] – Driendl (Pompei, Zucker)
3:3 [18:11] – Kahle (Bires, Slaton)
4:3 [19:02] – Brandl (Hadraschek, Kahle)
4:4 [20:05] – Pozivil (Czarnik, Mayer)
5:4 [27:21] – Bires (Krestan, Reimer)
6:4 [29:39] – Bires (Reimer, C. Sylvester)
6:5 [49:33] – Czarnik
7:5 [51:05] – D. Sylvester (C. Sylvester, Ketter)
Strafen: Bad Nauheim 6 // Ravensburg 8
Zuschauer: 1.680