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Der EC Bad Nauheim siegte am gestrigen Abend nach hart umkämpften 60 Minuten mit 4:2 (1:1, 1:1, 2:0) im Duell zweier Traditionsvereine gegen die Tölzer “Buam”. “Das waren drei wichtige Punkte gegen einen direkten Tabellennachbarn. Nach der Länderspielpause war es gut zu sehen, dass wir mit einem Erfolg zurückgekommen sind”; sagte EC-Coach Christof Kreutzer nach dem Spiel, während sein Pendant Markus Berwanger von einem “guten Spiel mit viel Tempo” und “etwas Pech” seines Teams sprach.

Den Zuschauern wurde von Beginn an offensives und schnelles Eishockey von beiden Seiten geboten. So auch in der ersten Unterzahl des Abends in der 3.Minute, als Beach die Latte des von Jan Guryca gehüteten Gehäuses traf und Dustin Sylvester gleich zweimal gefährlich kontern konnte. In 6.Minute dann das erste Powerplay für die Roten Teufel und dieses konnten sie nutzen: Dustin Sylvester zog aus der Halbposition ab und Daniel Stiefenhofer fälschte unhaltbar zur Führung für den EC ein. Doch diese hielt nicht lange: In der 8.Spielminute agierte Bad Tölz erneut im Powerplay und Casey Borer konnte mit einem „Blueliner“ in den Winkel einnetzen. Guryca war dabei die Sicht versperrt. Die Teufel wollten sofort antworten und hatten weitere gute Chancen auf die Führung durch Andrej Bires und Cody Sylvester. Doch gegen Ende des ersten Abschnittes kamen bissige Löwen zu den besseren Gelegenheiten. Vor allem die Reihe um Ex-Teufel Andreas Pauli, Stephen MacAulay und Top-Scorer Kyle Beach war immer brandgefährlich. Trotz des Torschussverhältnisses zugunsten der “Buam” konnten sich die Teufel bei einem starken Jan Guryca und bei Dustin Sylvester bedanken, der mit einem langen Schläger auf der Linie in der Schlussminute des ersten Durchgangs für seinen Torwart klären konnte.

Im zweiten Drittel das gleiche Bild: Beide Teams agierten mit offenem Visier und hatten hierbei einige gute Möglichkeiten auf die Führung. Doch zwei starke Torhüter auf beiden Seiten verhinderten zunächst weitere Tore. Dann die 27.Spielminute und der vermeintliche Führungstreffer für den EC – der Torsong erklang erklang, da viele die Scheibe im Netz gesehen haben wollten. Doch der Videobeweis klärte auf: Kein Tor – es war der Schläger des Tölzer Torhüter Meisner, der den Anschein erweckte, als wäre die Scheibe in die Maschen gegangen. In der 31 Minute erneut Überzahl für Bad Tölz – und dass sie dieses hervorragend spielen können, zeigte sich ein zweites Mal an diesem Abend: Lubor Dibelka erzielte nach guter Vorarbeit von Philipp Schlager die 2:1-Führung für die Bayern. Die Löwen spielten nun ob diesen Treffers mit etwas Oberwasser, insgesamt wirkte das Spiel aber jetzt sehr zerfahren. Nachdem Dustin Sylvester in der 37.Minute noch knapp verpasst hatte, konnte James Livingston in der 40.Minute die EC-Fans erlösen und mit einem satten Handgelenksschuss zum wichtigen 2:2 noch vor der Sirene ausgleichen. Tölz’ Goalie Ben Meisner sah dabei aber nicht unbedingt glücklich aus.

Im letzten Abschnitt kamen die Teufel entschlossen aus der Kabine und dieses sollte sich auch auf der Anzeigetafel auszahlen. Entscheidende Szene in der 45. Minute: nach Videobeweis gab der Referee (zu Recht) den vermeintlichen Treffer der Gäste nicht (das Hartgummi wurde auf der Linie weggekratzt), quasi im Gegenzug und nach schöner Vorarbeit von James Livingston war es schließlich DEG-Leihgabe Johannes Huß, der die wichtige 3:2-Führung mit einem platzierten Schuss genau in den Winkel und über die Schulter von Meisner hinweg erzielen konnte. Und der EC setzte nach, machte jetzt Druck, wollte den Sieg klarmachen. Erneut war es James Livingston, der energisch vors Tor zog und wieder zappelte der Puck im Netz – 4:2. Doch starke Tölzer Löwen machten nochmal Druck und erarbeiteten sich weitere gute Chancen. Der EC hatte aus einer sicheren Defensive heraus, die immer wieder das Hartgummi aus der eigenen Zone brachte, aber auch immer wieder die Chance mit Kontern auf den fünften Treffer. Doch am Ende ließen beide Goalies keinen Gegentreffer mehr zu und so fuhr der EC drei wichtige Punkte im Kampf um die Playoffs ein.

„Wir hatten dieses Jahr schon Spiele, in denen wir genauso hart gearbeitet hatten und keine Punkte eingefahren haben. Tölz war ein starker Gegner aber ich freue mich für mein Team, dass sie sich heute mit drei Punkten belohnen konnten“, sagte EC-Coach Kreutzer nach dem Spiel.

Am Sonntag geht es für die Hessen nach Weißwasser zum nächsten wichtigen Match, ehe am kommenden Freitag die Löwen aus Frankfurt ihre Visitenkarte im Colonel-Knight-Stadion im Lokalderby abgeben.

EC Bad Nauheim – EC Bad Tölz 4:2 (1:1, 1:1, 2:0)

1:0 (05:34) Stiefenhofer (D.Sylvester / Shevyrin) PP1
1:1 (07:09) Bohrer (Pauli / Dibelka) PP1
1:2 (30:50) Dibelka (Schlager / Sedlmayr)
2:2 (39:29) Livingston (Hadraschek / Reimer)
3:2 (44:52) Huß (Reimer / Krestan)
4:2  Livingston (Hadraschek / Shevyrin)
Strafen Bad Nauheim 10 Bad Tölz 6
Zuschauer: 2.032