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Der Wahnsinn geht weiter: Rote Teufel drehen ein 0:2 in einen 6:3-Erfolg gegen Spitzenreiter Ravensburg

Mit 6:3 (0:2, 1:0, 5:1) und einem furiosen Schlussabschnitt schlugen die Roten Teufel vom EC Bad Nauheim heute Abend die tabellenführenden Ravensburg Towerstars und holen damit den zweiten Heimsieg hintereinander. “Ich bin stolz auf mein Team, das nach dem Rückstand wieder in die Spur fand und sich am Ende selber belohnte”, sagte ein sichtlich zufriedener EC-Coach Christof Kreutzer nach dem Schlusspfiff einer denkenswerten Partie, die alles zu bieten hatte, was sich ein Eishockeyfan wünscht.

Aber der Reihe nach: Der EC startete gegen den Tabellenführer im Wesentlichen unverändert zum Spiel gegen den EHC Freiburg – nur Marvin Ratmann kehrte nach überstandener Erkältung zurück in den Kader und Felix Bick stand wieder in der Startformation. Hendrik Hane war heute sein Back-Up. Beide Teams begannen das Spiel direkt mit offenem Visier und hatten aussichtsreiche Chancen zu verbuchen. Die Ravensburger hatten zwar etwas mehr Spielanteile,  aber die Gastgeber verzeichneten zu Beginn für sich die gefährlicheren Einschussgelegenheiten. Doch sowohl Dustin Sylvester (3.) als auch Daniel Stiefenhofer (4.) verpassten knapp. Beide Mannschaften belauerten den Gegenüber und es sollte die Nauheimer Defensive sein, die heute den ersten Fehler machte: Nach einem Fehlpass in der eigenen Zone schnappte sich Vincenz Mayer die Scheibe und konnte frei vor Felix Bick zur 1:0-Führung der Gäste einschießen. Nauheim versuchte jetzt mehr Duck auf zu bauen und kam zum ersten Überzahl-Spiel in der 15.Minute. Doch der Schuss ging nach hinten los: Robbie Czarnik – der Goalgetter des Tabellenführers – agierte geschickt im 1 gegen 1 und mit einem starken Abschluss traf er in den Winkel – die Oberschwaben waren plötzlich mit 2:0 in Front. Mit dem Ergebnis ging es dann auch in die erste Pause.

Die Hessen waren ab dem zweiten Abschnitt präsenter und jetzt besser in den Zweikämpfen. Und eben ein solcher sorgte für den ersten Jubel in CKS: Andrej Bires schnappt sich die Scheibe, ging allein auf den starken Jonas Langmann im Gehäuse der Schwaben zu und verwandelte eiskalt zum wichtigen 1:2-Anschlusstreffer für die Teufel. Nauheim war jetzt präsent und wartete mit weiteren Chancen auf den Ausgleich auf. Doch in der Folgezeit bremsten weitere Strafen die Bad Nauheimer und einmal half sogar der Videoweis, als die Ravensburger den vermeintlichen dritten Treffer in Überzahl erzielt hatten – doch die Referees entschieden schon am Eis und nach Sichtung der Bilder: Kein Tor. Das Spiel war jetzt eng und jeder Zweikampf wurde hart geführt.

Das letzte Drittel begann noch mit einer Unterzahl, die die Teufel aber schadlos überstanden. Und dann kam die Zeit der Roten Teufel im Powerplay. Minute 48: Cody Sylvester mal mit einem strammen Schuss und Daniel Stiefenhofer stand wieder goldrichtig da und verwandelte zum umjubelten Ausgleich. Und damit nicht genug: Nur zwei Minuten später erneut Überzahl für die Roten Teufel und wieder ist es das „Powerplay-Monster“ der Wetterauer, Daniel Stiefenhofer, und der EC ging damit erstmals in Führung:  3 zu 2. Das CKS stand Kopf. Angetrieben von einer lautstarken Kulisse war es Marvin Ratmann, der das nächste Mal das Stadion jubeln ließ: Minute 51. Und der Youngster zog trocken ab und wieder klingelte es im Kasten des Tabellenführers (“Im Fußball würde man sagen ‘Joker’ gestochen”, so Christof Kreutzer im Spielanschluss). Jonas Langmann war da schon nicht mehr zwischen den Pfosten, er ging nach einem unglücklichen Zweikampf vor ihm, bei dem er im Gesicht verletzt wurde, in die Kabine. Für ihn kam der völlig kalte Backup Michael Boehm in den Kasten, der gleich den ersten Schuss passieren lassen musste. Die Partie hatte jetzt viele Nickligkeiten – u.a. eine kleine Boxeinlage zwischen Mike Dalhuisen und Matthieu Pompei. Das anschließende Unterzahlspiel überstanden die Teufel aber erneut und kaum waren die Nauheimer vollzählig, klingelte es schon wieder: abermals war Marvin Ratmann zur Stelle – 5:2 für den EC. Ravensburg gab sich aber nicht geschlagen und in einem weiteren Überzahlspiel konnten die Towerstars treffen: Sören Sturm hatte abgezogen – der Anschluss zum 3:5. Die Oberschwaben riskierten jetzt alles, nahmen ihren Goalie vom Eis. Nauheim nutze den Raum und Marcel Kahle traf ins leere Tor zum 6:3-Endstand. Ein Wahnsinnsspiel heute wieder im Colonel-Knight-Stadion, das für weiteres Selbstvertrauen vor dem Derby am Sonntag in Frankfurt sorgen sollte.

EC Bad Nauheim – Ravensburg Towerstars 6:3 (0:2, 1:0, 5:1)

Tore:

0:1 [09:59] – Mayer (Pfaffengut)

0:2 [15:26] – Czarnik (Sturm) SH1

1:2 [24:59] – Bíreš

2:2 [47:19] – Stiefenhofer (Shevyrin, C. Sylvester) PP1

3:2 [49:20] – Stiefenhofer (Shevyrin, D. Sylvester)  PP1

4:2 [51:15] – Ratmann (C. Sylvester, Hamill)

5:2 [54:44] – Ratmann (Shevyrin, Hamill)

5:3 [55:54] – Sturm (Just, Zucker) PP1

6:3 [57:56] – Kahle (Brandl, Hamill) EN

Zuschauer: 2.580

Strafen: Bad Nauheim 16 – Ravensburg 14