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Mit 4:3 (2:1, 2:1, 0:1) gewinnen die Roten Teufel vom EC Bad Nauheim ihr Auswärtsspiel in Crimmitschau und bleiben mit diesen wichtigen drei Punkten weiter auf direktem Playoff-Kurs mit nun sechs Zählern Vorsprung auf Rang sieben. Nach zwei souveränen Dritteln wurde die Partie am Ende allerdings noch einmal eng, als auch ein Videobeweis beim Stand von 3:4 herangezogen werden musste. “Es war das erwartet schwere Spiel”, so EC-Coach Christof Kreutzer nach dem Schlusspfiff. “Wir mussten hart kämpfen gegen einen offensiv starken Gegner, aber ich denke mal, dass der Sieg in Ordnung geht.”

Die Gäste konnten nach fast zweimonatiger Verletzungspause erstmalig wieder auf Verteidiger Garret Pruden zurückgreifen, der als siebter Defender an diesem Abend agierte (bekam im Wechsel mit Nicolas Geitner regelmäßig Eiszeit) und somit die zuletzt personell stark gebeutelte Abwehr verstärkte. Im Angriff war aus Düsseldorf erneut Stefan Reiter mit am Start, so dass EC-Coach Christof Kreutzer auf elf Stürmer bauen konnte, um den sechsten Platz in diesem wichtigen Match zu verteidigen. Die in den letzten Partien mit schwankenden Leistungen aufgetretenen Eispiraten hatten sich aber einiges vorgenommen und setzten die Hessen von der ersten Sekunde an unter Druck. Auch begünstigt durch ein Powerplay (Geitner saß wegen Spielverzögerung draußen) war es ETC-Topscorer Patrick Pohl, der mit einem strammen Schuss von rechts ins lange Eck zum 1:0 für die Westsachsen erfolgreich war (4.). Die Antwort folgte aber postwendend: waren die Gastgeber quasi noch am Jubeln, da traf Dennis Reimer nur sechs Sekunden später mit einem Schuss unter die Latte zum direkten Ausgleich. Dies traf die Hausherren sichtlich ins Mark, denn nun gaben die Roten Teufel den Ton an. Zudem zeigten sie gleich in ihrem ersten Überzahlspiel, warum sie dort die besten der ganzen DEL2 sind, als sie die 2:1-Führung durch Dustin Sylvester fein und blitzsauber herausspielten und somit verdient in Front gingen (9.). Crimmitschau war nun gefordert und versuchte, wieder mehr Druck zu machen. Dies ermöglichten den Gästen einige Konter, gleichzeitig konnte sich Felix Bick im Kasten der Kurstädter einige Male auszeichnen, so dass die Fans ein interessantes erstes Drittel sahen, das nicht unverdient mit einer Führung für die Wetterauer zu Ende ging.

Im Mittelabschnitt wollten die Eispiraten sichtlich mehr für das Offensivspiel tun, es fehlte ihnen trotz aller Bemühungen aber einfach an der Effizienz. Einige gute Gelegenheiten ließen sie ungenutzt liegen und die Gäste warteten somit geduldig auf die sich ihrerseits bietenden Chancen. Und diese sollten kommen: ganz im Stil eines Topteams nutzten sie gleich die erste gute Gelegenheit in diesem Abschnitt nach einem Konter über die schnellen Angreifer Dustin Sylvester und Andrej Bires, so dass Radek Krestan zum 1:3 einnetzen konnte (28.). Bad Nauheim las das Spiel und die Körpersprache des nun angeschlagenen Gegners – wollte dementsprechend nachlegen und die etwaige Vorentscheidung erzielen, nachdem Crimmitschau wackelte und nur noch zögerliche Aktionen startete. Nach einem tollen Lauf von Denis Shevyrin, der einmal um das gegnerische Tor herumzog und Dennis Reimer fast ohne Gegenwehr mustergültig bediente, stand es 1:4 (35.). Die Eispiraten gaben aber noch einmal ein Lebenszeichen von sich, als Hilbrich vor der zweiten Pause auf 2:4 verkürzen konnte, so dass für (aus Bad Nauheimer Sicht unnötige) Spannung im letzten Drittel gesorgt war.

Diese Situation wussten die Westsachsen zu nutzen: sie machten im letzten Abschnitt einiges an Druck in Richtung Bad Nauheimer Gehäuse, so dass Felix Bick ausreichend Arbeit erhielt. Scheiterte Pohl in der 46. Minute nach einem Break Dank eines starken Backchecks von Dustin Sylvester, so war es Klöpper in der 48. Minute, der einen Sturz von Geitner nutzte und unbedrängt mit der Rückhand zum Crimmitschauer Anschlusstreffer einnetzen konnte. Die Eispiraten waren somit wieder vollends im Spiel und die Gäste mussten alle Kräfte mobilisieren, um nicht vielleicht gar noch den Ausgleich zu kassieren. Dieser lag nach einem Videobeweis und einem Schuss von McNally im Raum, doch die Scheibe sprang von der Latte zurück ins Feld – somit korrekterweise kein Tor anerkannt von den Referees. Die Hausherren kämpften und nahmen gegen Ende ihren Goalie vom Eis, doch die Roten Teufel brachten das Resultat mit großem Einsatz der Defensive und Dank eines starken Felix Bick schließlich über die Ziellinie. “Der Einsatz und die Moral haben bei uns gestimmt”, so Crimmitschaus Trainer Kim Collins nach dem Schlusspfiff. “Wir brauchen aber einfach zuviele Chancen, um Tore zu schießen. Es war dennoch ein gutes Spiel von uns und wenn wir Sonntag so spielen, gehen wir als Sieger vom Eis.”

Am Sonntag erwarten die Roten Teufel zuhause bereits ab 16 Uhr die Heilbronner Falken im Rahmen des “Family & Full House”-Tages. Mehr als 2.500 Tickets wurden im Vorfeld bereits abgesetzt, es gibt jedoch noch einige Stehplatzkarten, während die Sitzplätze bereits ausverkauft sind für das Match gegen den direkten Konkurrenten um Platz sechs, den man auf neun Punkte distanzieren könnte. Eine ganz wichtige Partie also für das Kreutzer-Team, das auf lautstarke Unterstützung der Fans setzt.

Eispiraten Crimmitschau – EC Bad Nauheim 3:4 (1:2, 1:2, 1:0)
Tore:
1:0 (03:42) Pohl (Schlenker, Hilbrich) PP1
1:1 (03:48) Reimer (Hadraschek)
1:2 (08:07) D. Sylvester (Hamill, Stiefenhofer) PP1
1:3 (27:05) Krestan (Bires, D. Sylvester)
1:4 (34:54) Reimer (Shevyrin, Hamill)
2:4 (35:51) Hilbrich (Walsh, McNally)
3:4 (47:36) Klöpper (Thomas, Flick)
Strafminuten: ETC 6 / ECN 6
Zuschauer: 1.582