0:4 gegen die Steelers an einem gebrauchten Adventssonntag
Ein gebrauchter Tag. Am ersten Adventssonntag verlor der EC Bad Nauheim vor 2289 Zuschauern mit 0:4 (0:1, 0:3, 0:0) gegen die Bietigheim Steelers und musste nach drei Siegen in Serie wieder eine Niederlage hinnehmen. Mit drei Treffern im zweiten Drittel stellte der Aufsteiger die Weichen für den Auswärtscoup am Kurpark. Nach einem starken November ein Dämpfer zum Monatsende für die Roten Teufel, die zum zweiten Mal in dieser DEL2-Saison ohne eigenen Treffer vor heimischem Publikum blieben.
„Sorry an unsere Fans, die uns über die ganzen 60 Minuten großartig unterstützt haben. Aber wir haben keine Energie aufs Eis gebracht und viele falsche Entscheidungen getroffen. In den letzten fünf Wochen haben wir die kleinen Dinge richtig gemacht. Heute war Bietigheim physisch stärker und strukturierter“, resümierte EC-Trainer Peter Russell. Steelers-Coach Alexander Dück meinte: „Ich kann kaum etwas an unserer Leistung aussetzen. Hellwach im Kopf, gut in den Zweikämpfen, der Backcheck war da. Es war mit das beste Spiel, das wir bisher abgeliefert haben.“
Personell nichts Neues beim EC: Für Kontingent-Stürmer Sebastian Bengtsson sowie Xaver Tippmann und Philipp Kuhnekath (beide Ü24) blieb aufgrund der DEL2-Regularien erneut nur der Platz auf der Tribüne. Förderlizenz-Unterstützung aus Frankfurt stand ebenfalls nicht zur Verfügung. Mit Patrick Seifert und Alex Dostie beklagen beide Clubs einen Langzeitverletzten. Bei den Baden-Württembergern fehlten zudem Sören Sturm (gebrochener Zeh) und Kapitän Alexander Preibisch (Unterkörperverletzung).
Kalte Dusche für die Rot-Weißen nach knapp zwei Minuten. Marek Racuk passte hinter dem Tor zu Mike Fischer, der Jerry Kuhn und die EC-Defensive aus spitzem Winkel überraschte. Die frühe Führung für die Gäste, die zu Beginn spritziger, wacher und gedankenschneller agierten. Brett Kemp zielte haarscharf vorbei, Joshua Rust scheiterte im Eins-gegen-eins am Bad Nauheimer Keeper.
Wieder liefen die Kurstädter einem Rückstand hinterher. Die Hausherren arbeiteten sich mühsam in die Partie, aber die Abschlüsse von Justin MacPherson, Davis Koch, Julian Lautenschlager und Taylor Vause waren nicht zwingend genug. Vor dem ersten Seitenwechsel parierte Kuhn noch zweimal stark gegen Arne Uplegger. Koch verpasste in aussichtsreicher Position den richtigen Zeitpunkt für den Pass zum lauernden Justin Volek.
„So können wir nicht weitermachen. Wir müssen Gas geben“, sagte EC-Stürmer Kevin Handschuh zur mäßigen Leistung nach dem ersten Durchgang. Den Fuß auf dem Gaspedal hatten zunächst weiter die Gäste. Cole Fonstads wuchtiges Geschoss landete an der Querlatte. Die Referees überprüften die Szene, die Entscheidung „kein Tor“ wurde bestätigt. Aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. Der im Oktober nachverpflichtete Fonstad bestrafte eine bis dahin uninspirierte Nauheimer Vorstellung mit dem 0:2 (27.).
Die Steelers schienen dem dritten Treffer näher als die Roten Teufel dem Anschluss. Garret Pruden verteidigte gegen zwei Bietigheim und stoppte in allerletzter Sekunde den finalen Pass von Tyler McNeely. Und Kuhns Fanghand pflückte Fonstads gefährlichen Handgelenkschuss. Dann überwand Racuk den EC-Goalie aus kurzer Distanz und Brett Kemp setzte gegen konsternierte Gastgeber noch einen drauf – auf der LED-Anzeigetafel leuchtete nach dem zweiten Abschnitt das ernüchternde Resultat – 0:4.
Im Schlussdurchgang brachte das Team aus dem Ellental den Erfolg souverän über die Zeit, weil Bad Nauheim auch im Powerplay kein Signal für eine Aufholjagd setzen konnte. Am Ende feierte Olafr Schmidt einen Shutout.
EC Bad Nauheim: Kuhn – MacPherson, Pruden, Erk, Fischer, Gnyp, Kölsch – Volek, Koch, Hickmott, Bowles, Vause, Bires, Ribarik, El-Sayed, Lautenschlager, Jakovlev, Kaiser, Handschuh.
Trainer: Peter Russell.
Bietigheim Steelers: Schmidt – Dronia, Söll, Uplegger, Schüle, Hochreither, Jiranek, – Zientek, Fonstad, Dugan, Racuk, Kemp, Fischer, Eckl, McNeely, Rust, Scheck, Kanya, Judin.
Trainer: Alexander Dück.
Tore:
0:1 (01:44) Fischer (Racuk)
0:2 (26:23) Fonstad (Dugan, Dronia)
0:3 (36:25) Racuk (Kemp, Fischer)
0:4 (38:07) Kemp (Racuk, Fischer)
Schiedsrichter: Schadewaldt/Klijberg – Linienrichter: Behrendt/Dietrich.
Strafminuten: Bad Nauheim 2, Bietigheim 6.
Schüsse: 29:30.
Zuschauer: 2289.
Foto: Chuc.de
So hat unser Medienpartner, die Wetterauer Zeitung, das Spiel gesehen.