2:3 gegen Rosenheim – Zwei Powerplay-Tore führen Starbulls zum Sieg
Wieder Dramatik, wieder eine Strafzeit kurz vor Schluss, wieder machte ein Tor den Unterschied. Mit 2:3 (1:1, 1:0, 0:2) verlor der EC Bad Nauheim am Dienstagabend gegen die Starbulls Rosenheim. Vor 1598 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion wurde das couragierte Auftreten der Roten Teufel gegen den Tabellendritten aus Oberbayern, der zweimal im Powerplay traf, nicht belohnt. Parker Bowles und Philipp Bidoul (erstes Saisontor) erzielten die EC-Treffer.
„Ich denke, die ersten zehn Minuten waren nicht ideal, aber danach waren wir sehr gut. Die Abwehr hat einen guten Job gemacht, Jerry war super. Wir hatten gute Chancen, das Forechecking hat gestimmt. Wir bekommen trotzdem keine Punkte, das ist bitter. Wie soll ich der Mannschaft einen Vorwurf machen? Wir müssen die vergangenen Spiele abschütteln und uns auf Freiburg konzentrieren“, fasste EC-Trainer Peter Russell zusammen. „Wir haben zwei wichtige Überzahltore erzielt. Nach gutem Start sind wir ein bisschen von unserer Linie abgekommen und Bad Nauheim hat das Spiel übernommen. Im letzten Drittel haben wir dann gekämpft und sind zurückgekommen. Ich bin sehr glücklich, weil wir glücklich gewonnen haben“, sagte Starbulls-Coach Jari Pasanen.
Eine personelle Änderung gab es beim EC. Der Frankfurter Förderlizenzverteidiger Philipp Bidoul rückte wieder ins Lineup, ansonsten vertraute Peter Russell der gleichen Formation wie am Sonntag. Auf dem Rosenheimer Spielberichtsbogen fehlte der Name Teemu Pulkkinen, an dessen Stelle der US-Amerikaner C. J. Stretch aufgeboten wurde. Nicht dabei waren neben Lewis Zerter-Gossage die Ex-Teufel Joel Keussen und Lukas Laub.
Lange kontrollierten die Starbulls im ersten Drittel das Geschehen, erspielten sich die (wenigen) klareren Gelegenheiten. Bad Nauheim mühte sich, in die torgefährliche Zone zu kommen. Das gelang zunächst nur selten. Das erste Powerplay brachte die Führung für die Gäste durch Scott Feser (6.). Die Rot-Weißen verbuchten ihre erste Chance nach 14 Minuten, als Jordan Hickmott an Oskar Autio scheiterte.
Kurz darauf hatten die Hausherren ihre Premiere in Überzahl. Und endlich klickte es mit einem Feldspieler mehr auf dem Eis. Über Justin MacPherson und Sebastian Bengtsson kam die Scheibe zu Parker Bowles, der zum 1:1 (15.) traf. Dann musste der EC 47 Sekunden lang in doppelter Unterzahl überstehen, doch das Penaltykilling funktionierte.
Nachdem ein EC-Powerplay zu Beginn des Mittelabschnitts ohne Ertrag geblieben war, zeigte das Team, wie es gehen kann. Der Puck landete nach einem schnellen Angriff über Hickmott und Koch bei Bidoul und der Mann mit der Rückennummer 24 wuchtete das Spielgerät zur Führung (24.) in die Maschen: Das erste Saisontor für die DEL-Leihgabe vom Main.
Die Roten Teufel agierten jetzt druckvoll. Koch verpasste um Haaresbreite einen Shorthander. Das Glück des Tüchtigen hatten die Kurstädter auf ihrer Seite, als Kuhn gegen Lars Bosecker und Fabian Dietz jeweils stark parierte. Dann klingelte es zweimal am Gestänge. Erst visierte Andrej Bires den Innenpfosten an (31.), danach landete Dominik Tiffels Geschoss (35.) am Nauheimer Pfosten.
Der intensive Fight fand im Schlussdrittel nahtlos seine Fortsetzung. Kuhn und Autio hielten bis zum Powerbreak alles, was auf die Tore abgefeuert wurde. Rosenheim drängte auf den Ausgleich – und belohnte sich, als Fabian Dietz nach einem erneuten Pfostentreffer am schnellsten reagierte und den Puck über die Linie drückte (49.). Koch und Lukas Ribarik verpassten die direkte Antwort nur knapp.
Eine umstrittene Strafzeit gegen Parker Bowles gut vier Minuten vor dem Ende brachte die EC-Fans in Rage. Feser markierte mit seinem zweiten Powerplay-Treffer die Starbulls-Führung. 87 Sekunden vor der finalen Sirene nahm Russell das Timeout und Kuhn ging zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis, aber es reichte nicht mehr zum Lucky Punch.
EC Bad Nauheim: Kuhn – Erk, Fischer, MacPherson, Pruden, Gnyp, Bidoul – Volek, Bires, Lautenschlager, Bengtsson, Koch, Hickmott, Bowles, Kaiser, Ribarik, Jakovlev, El-Sayed.
Trainer: Peter Russell.
Starbulls Rosenheim: Autio – Hanna, Tiffels, Adam, Vollmayer, Bosecker, van der Linde – Dietz, Stretch, Järveläinen, Feser, Sarault, Musin, Beck, Calce, Taupert, Stein, Kolb, Achatz
Trainer: Jari Pasanen.
Tore:
0:1 (05:31) Feser (Hanna, Sarault – PP1)
1:1 (14:45) Bowles (Bengtsson, MacPherson – PP1)
2:1 (23:20) Bidoul (Koch, Hickmott)
2:2 (48:33) Dietz (Kolb, Stretch)
2:3 (56:11) Feser (Sarault – PP1)
Schiedsrichter: Klein/Heffner – Linienrichter: Reitz/Lamberger.
Strafminuten: Bad Nauheim 12, Rosenheim 6.
Schüsse: 31:36.
Zuschauer: 1598.
So hat unser Medienpartner, die Wetterauer Zeitung, das Spiel gesehen.
Foto: Chuc.de