3:5 im heißen Derby-Schlagabtausch vor ausverkauftem Haus
Nicht besinnlich, eher fesselnd. Der EC Bad Nauheim hat am Sonntagabend den heißen Schlagabtausch im Hessenderby vor 4445 Zuschauern restlos ausverkauftem Haus mit 3:5 (1:2, 2:2, 0:1) gegen die Kassel Huskies verloren. Besonders im zweiten Durchgang erlebten beide Fanlager, die für eine stimmungsvolle Kulisse sorgten, ein packendes Match auf Augenhöhe. Jordan Hickmott (17. Saisontreffer), Zach Kaiser und Lukas Ribarik erzielten die EC-Tore. Für die Roten Teufel geht es schon am Dienstagabend (19:30 Uhr) weiter. Im Colonel-Knight-Stadion steigt das nächste Traditionsduell gegen den EV Landshut mit Trainer Uwe Krupp.
Die Kurstädter traten ohne Parker Bowles (überzähliger Kontingent-Profi), Philipp Kuhnekath und Patrick Seifert (beide verletzt) sowie Christopher Fischer an, der nach seinem Check gegen Kaufbeurens Max Oswald vom DEL2-Disziplinarausschuss eine Sperre von zwei Partien sowie eine Geldstrafe aufgebrummt bekam. Erstmals tauchte der Name Daniel Kettler im EC-Lineup auf. Per Förderlizenz verstärkt der U18-Nationalspieler aus den Reihen der Jungadler Mannheim ab sofort den Bad Nauheimer Kader.
Die Fuldastädter vermeldeten am Freitag die Vertragsverlängerung (bis 2028) von Torhüter Philipp Maurer. Der 25-Jährige ist neben Bode Wilde, Michael Bartuli und Tristan Keck einer von vier Ex-Teufeln beim DEL-Aufstiegsaspiranten aus Nordhessen. Für den NHL- und KHL-gestählten Letten Kaspars Daugavins blieb als überzähliger Import-Crack ebenfalls nur ein Platz auf der Tribüne. Tim Bender (Oberkörperverletzung), Clemens Sager und Manuel Schams (bei der U20-Nationalmannschaft) fehlten.
Vierter Advent, proppenvolles Stadion, knisternde Stimmung auf den Rängen. Ein Derbystart mit viel Energie. Die ersten Scharmützel lieferten sich Andrej Bires und Simon Schütz, gefolgt von Davis Kochs Handgemenge mit Laurin Braun. In Führung gingen die Huskies in der sechsten Minute durch einen schnörkellos herausgespielten Treffer von Michael Bartuli. Nur 84 Sekunden dauerte es bis zur Nauheimer Antwort. Justin Volek schnappte sich die Scheibe im ECK-Drittel, passte zu Jordan Hickmott und der kanadische Torjäger fackelte nicht lange – der Ausgleich (7.) war perfekt.
Danach hielt Maurer stark gegen Sebastian Bengtsson, und praktisch im Gegenzug verwertete Jake Weidner ein Turnover der Rot-Weißen zur erneuten Gäste-Führung (9.). Ben Stadlers Geschoss von der blauen Linie landete an der Torlatte (14.), wenig später parierte Jerry Kuhn glänzend gegen Schütz (16.). Kurz vor der ersten Sirene schnupperte Zach Kaiser am Ausgleich, doch der Puck flipperte übers Kasseler Gehäuse.
Die Huskies kamen mit Schwung aus der Kabine. Mitch Hoelschers Doppelchance (22.) und den Versuch von Bartuli (23.) entschärfte Kuhn. Zum Wegbereiter des erneuten Ausgleichstreffers wurde Hickmott. Unsere Nummer 61 kurvte hinters Tor, legte mustergültig für Zach Kaiser auf, der zum umjubelten 2:2 (24.) einnetzte. In Front gingen zum dritten Mal die Gäste. Hunter Garlent war der Vollstrecker (30.).
Bad Nauheim ließ in einem mitreißenden Match nicht locker. Lukas Ribarik zog entschlossen ab – wieder der Gleichstand im packenden Derby (33.). Der Torschrei lag der rot-weißen Fangemeinde auf den Lippen, als Volek einen Odd-Man-Rush initiierte, doch bevor der Puck Kochs Kelle erreichte, war irgendwie noch ein Kasseler Schläger dazwischen. In der Folge musste Lautenschlager auf die Strafbank und Bode Wilde brachte die Huskies vor der zweiten Pause erneut nach vorne (38.).
Kalte Dusche für die Hausherren im Schlussabschnitt. Keck überwand Kuhn und stellte erstmals einen Zwei-Tore-Vorsprung her. Die Kurstädter fighteten weiter, fanden allerdings keinen Weg, um Maurer noch einmal zu überwinden. In den letzten Sekunden verließ Kuhn das Eis, doch die Huskies brachten den Erfolg in trockene Tücher.
EC Bad Nauheim: Kuhn – MacPherson, Pruden, Erk, Gnyp, Tippmann, Kölsch, Kettler – Volek, Koch, Hickmott, Bengtsson, Vause, Bires, Ribarik, El-Sayed, Lautenschlager, Jakovlev, Kaiser, Handschuh.
Trainer: Peter Russell.
EC Kassel Huskies: Maurer – Bodnarchuk, Wilde, Münzenberger, Müller, Schütz, Stadler – Keck, Turgeon, Garlent, Benson, Hoelscher, Braun, Bartuli, Weidner, Valenti, Daugavins, Bartuli, Detsch, Rutkowski, Mieszkowski.
Trainer: Todd Woodcroft.
Tore:
0:1 (05:02) Bartuli (Hoelscher, Schütz)
1:1 (06:26) Hickmott (Volek)
1:2 (08:34) Weidner
2:2 (23:24) Kaiser (Hickmott, Pruden)
2:3 (29:07) Garlent (Hoelscher, Benson)
3:3 (32:24) Ribarik (Lautenschlager)
3:4 (37:53) Wilde (Garlent – PP1)
3:5 (43:42) Keck (Garlent)
Schiedsrichter: Polaczek/Engelmann – Linienrichter: Van Himbeeck/Rieneck.
Strafminuten: Bad Nauheim 6, Kassel 4.
Schüsse: 22:37.
Zuschauer: 4445 (ausverkauft).
Foto: Chuc.de