Juli 21, 2025 | APP, News

„Ich weiß, dass die ganze Stadt hinter dem EC steht“

Simon Gnyp ist zurück. Der Verteidiger, geboren in Burghausen im oberbayerischen Landkreis Altötting, wechselte schon als 15-Jähriger ins Sportinternat der Kölner Haie. 2019 war der damalige Förderlizenzspieler des EC Bad Nauheim der beste Vorlagengeber bei der U18-Junioren-Weltmeisterschaft der Division IA in Grenoble und trug maßgeblich zum Aufstieg der DEB-Auswahl in die Top-Division bei. Für die Roten Teufel absolvierte er bis 2021 insgesamt 65 Partien in der DEL2. Neben 131 DEL-Einsätzen für Ingolstadt und Frankfurt kann der 23 Jahre alte Linksschütze auf weitere DEL2-Erfahrung in Ravensburg, Bayreuth sowie Rosenheim verweisen.

Im Sommerinterview spricht unser Neuzugang, der die Rückennummer 9 tragen wird, über die Vorfreude, wieder im Colonel-Knight-Stadion auf dem Eis zu stehen, über ein individuelles Trainingscamp in Straubing und welche Faktoren für seine Rückkehr in unsere Kurstadt eine wichtige Rolle gespielt haben.

Simon, herzlich willkommen beim EC. Du feierst Dein Comeback im rot-weißen-Trikot. Wie groß ist die Vorfreude?

Sehr groß. Ich weiß, dass die ganze Stadt hinter dem EC steht. Ich weiß, dass die Fans sehr sehr leidenschaftlich sind und ich freue mich einfach riesig, wieder im Colonel-Knight-Stadion auf dem Eis zu stehen. Hoffentlich werden wir viele Heimsiege feiern.

 

Wo hast Du den Sommer verbracht?

Die meiste Zeit noch in unserer Wohnung in Rosenheim und bei meiner Familie zu Hause – mit meiner Freundin und mit unserem Hund. Mitte Juli sind wir nach Bad Nauheim gezogen. Wir sind einfach glücklich und es ist schön, wieder hier zu sein.

 

Wie sah Dein individuelles Fitnessprogramm aus?

Von April bis Juni habe ich den Plan von Peter Russell umgesetzt. Aktuell bin ich bis ungefähr Ende des Monats in Straubing und nutze die Möglichkeit und das Privileg, aufs Eis gehen zu können, was mich auch sehr freut. Mit Aleksandrs Kercs, dem Skills-Coach der Tigers, bereite ich mich dort mit täglich zwei- bis dreimaligen Technik-spezifischen Trainingseinheiten vor. Ergänzt wird das Tagesprogramm mit ein bis zwei Off-Ice-Einheiten. Also ein kleines Trainingscamp für eineinhalb bis zwei Wochen.

 

Warum hast Du Dich für die Rückkehr zu den Roten Teufeln entschieden?

Ein ganz großer Faktor waren die positiven Erlebnisse, die ich hier hatte, und die guten Erinnerungen an Bad Nauheim generell. Und natürlich die Verpflichtung von Peter Russell. Er kennt mich gut, ich kenne ihn gut. Ich weiß, was er von mir und von der Mannschaft verlangen wird. Er ist ein großartiger Trainer, mit dem man neben der intensiven Arbeit auch sehr viel Spaß haben kann.

 

Du kennst Peter Russell aus Deiner Ravensburger Zeit. Auf welche Dinge legt er besonderen Wert?

Ganz klar auf volles Commitment. Jeden Tag – egal, ob On-Ice oder Off-Ice. Er will ein Team, das hart arbeitet, aber auch attraktives, offensiv gutes Eishockey spielt. Wir werden viel, viel Schlittschuh laufen, wir werden sehr, sehr aggressiv spielen. Vor allem in der Hinsicht, dass wir immer schnell am Gegner dran sind. Dazu müssen wir einfach topfit sein. Pete legt großen Wert auf Ehrlichkeit und eine Vertrauensbasis zwischen Spielern, Trainern und allen, die den Verein in anderen Bereichen unterstützen.

 

In Ingolstadt und Frankfurt hast Du auf DEL-Level gespielt. Was sind aus Deiner Sicht die Hauptunterschiede zwischen der DEL und der DEL2?

Ich denke, die Importregeln machen den größten Unterschied. In der DEL2 dürfen vier ausländische Profis auflaufen, in der DEL neun. Die Scheibe wird schneller bewegt, der Speed ist höher. Aber auch die DEL2 entwickelt sich permanent und ist eine starke, attraktive Liga geworden. Man sieht es ja beispielsweise an Frankfurt oder höchstwahrscheinlich an Dresden, dass die Clubs auf diesem Niveau mithalten und sich etablieren können.

 

Wie formulierst Du die Zielsetzung mit dem EC – und auch für Dich persönlich?

Wir sollten einfach schauen, dass wir zu Hause eine Macht sind und uns irgendwo zwischen Platz sechs und acht einpendeln. Mit unserem Team können wir die Playoffs erreichen. Persönlich will ich ein Top-drei-Verteidiger sein, trotz meines jungen Alters Verantwortung übernehmen, hart arbeiten und viel Spaß haben. Den defensiven Job will ich gut machen, aber auch meine offensiven Qualitäten einbringen.

 

Wie beurteilst Du das Lineup unseres Teams und was sollte die Roten Teufel 2025/26 auszeichnen?

Wir haben eine gute Mischung aus jung und alt, erfahrenen und entwicklungsfähigen Spielern, in denen großes Potenzial steckt. Wenn wir das System von Pete implementieren und umsetzen, können wir als verschworene, schlagkräftige Truppe auch jeden Gegner in der Liga schlagen. Was alles möglich ist, hat man beispielsweise vor einem Jahr in Regensburg gesehen. Wenn man zusammenhält, hat man auch die Chance, oben mitzumischen.

 

Die DEL2 bietet namhafte Trainer, spektakuläre Spieler und sechs DEL-Bewerber. Wie lautet Deine Einschätzung zum Niveau der Zweiten Liga?

Wie gesagt, die Liga hat sich über die Jahre stetig verbessert. Es wird sehr gut verteidigt, es fallen zwar weniger Tore, weil auf die neutrale und defensive Zone viel Wert gelegt wird. Dennoch gibt es für die Fans eine Vielzahl an abwechslungsreichen, spannenden und engen Begegnungen zu sehen. Für Spieler und Trainer wird die DEL2 mit ihren qualitativ hochwertigen und coolen Standorten ebenfalls immer verlockender.

Simon, vielen Dank für das Gespräch. Bis bald im Colonel-Knight-Stadion.