Sep. 21, 2025 | APP, News

Trotz Niederlage: Peter Russell lobt die Moral

Drei Gegentore in knapp vier Minuten. Eine schwache Phase zu Beginn des zweiten Durchgangs hat die Roten Teufel im DEL2-Hessenderby auf die Verliererstraße gebracht. Mit 7:3 (1:0, 3:1, 3:2) gewannen die Kassel Huskies am Sonntag vor 4809 Zuschauern gegen den EC. Neuzugang Justin MacPherson mit seinem Einstandstor, Taylor Vause und Andrej Bires trafen für die Rot-Weißen.

„Wir hatten einen guten Start. Im Mitteldrittel bekamen wir große Schwierigkeiten. Mir hat gefallen, wie das Team über den Kampf versucht hat, ins Spiel zurückzukommen. Vor dem Tor müssen wir direkter sein und nicht immer den Extrapass suchen“, bilanzierte EC-Trainer Peter Russell. Dessen Kollege Todd Woodcroft meinte: „Wir wollten im Gegensatz zu Freitag mehr Chancen kreieren. Das ist uns heute gelungen.“

Nur rund 80 EC-Anhänger waren in der Probonio Arena mit von der Partie. Die „Fanatics“, sonst lautstarke Unterstützer und Atmosphäre-Garanten in heißen Derbys, blieben dem Spiel fern. Sie kritisierten die „Ungleichbehandlung zwischen Heim- und Gästefans“ in Sachen Preispolitik bei den Tickets und die teilweise beeinträchtigte Sicht im umgestalteten Gästeblock.

Im Tor der Rot-Weißen schenkte Trainer Peter Russell dem jungen Finn Becker das Vertrauen. Die DEL2-Premiere für die 21-jährige Leihgabe aus Iserlohn – gleich eine Feuerprobe im Duell der hessischen Rivalen. Im Vergleich zum Freitag fehlte Förderlizenz-Verteidiger Philipp Bidoul, der im DEL-Match der Löwen Frankfurt gegen Schwenningen im Aufgebot stand. Bei den Huskies startete Ex-Teufel Philipp Maurer zwischen den Pfosten.

Beide Teams ließen zu Beginn den gegnerischen Angriffsreihen nur wenig Platz im torgefährlichen Raum. Hochkarätige Chancen blieben Mangelware. Bis zur 13. Minute, als plötzlich Tristan Kecks Handgelenkschuss im Nauheimer Netz einschlug. Die Referees überprüften den Treffer per Videobeweis und kamen zur Einschätzung, dass keine Torwartbehinderung durch Mitchell Hoelscher vorlag.

88 verbleibende Sekunden im EC-Powerplay verpufften Anfang des Mitteldrittels. Im Gegenteil: Mit drei Toren binnen knapp vier Minuten zogen die Huskies durch Hunter Garlent (23.), Laurin Braun (25./in Überzahl) und Ben Stadler (26.) auf 4:0 davon und beendeten Beckers Zweitliga-Debüt. Justin MacPherson (30.) verkürzte, dann ließen Parker Bowles und Andrej Bires einen Zwei-auf-eins-Konter ungenutzt, die nächste Gäste-Überzahl blieb erneut ohne Ertrag. Kassel nahm einen Drei-Tore-Vorsprung in die zweite Pause.

Als Taylor Vause (per Rebound/43.) kurz nach Wiederanpfiff verkürzte, hoffte man in Reihen der Kurstädter auf das Signal zur Aufholjagd, aber Keck stellte erneut den alten Abstand her. Die Nordhessen überstanden auch das vierte Nauheimer Powerplay ohne Folgen und brachten den Derbysieg trotz EC-Treffer Nummer drei (Andrej Bires/57.) in trockene Tücher. Yannik Valenti (58./Powerplay) und Tyler Benson (59.) schraubten das Resultat noch in die Höhe.

EC Kassel Huskies: Maurer – Schütz, Wilde, Bender, Bodnarchuk, Detsch, Stadler, Sager – Bartuli, Rutkowski, Ahlroth, Weidner, Turgeon, Valenti, Keck, Hoelscher, Mieszkowski, Benson, Garlent, Braun.

Trainer: Todd Woodcroft.

 

EC Bad Nauheim: Becker (26. Kuhn) – MacPherson, Gnyp, Erk, Pruden, Niehus, Nifosi – Bowles, Bires, Lautenschlager, Volek, Koch, Hickmott, Kuhnekath, Vause, Ribarik, Jakovlev, El-Sayed, Handschuh.

Trainer: Peter Russell.

 

Tore:

1:0 (12:25) Keck (Mieszkowski, Bodnarchuk)

2:0 (22:05) Garlent (Braun, Benson)

3:0 (24:03) Braun (Garlent, Schütz – PP1)

4:0 (25:51) Stadler (Weidner)

4:1 (29:59) MacPherson

4:2 (42:03) Vause (Kuhnekath, Ribarik)

5:2 (47:11) Keck (Mieszkowski, Hoelscher)

5:3 (56:18) Bires

6:3 (57:29) Valenti (Wilde – PP1)

7:3 (58:06) Benson (Bodnarchuk, Garlent)

Schiedsrichter: Engelmann/Lehmann – Linienrichter: Borger/Treitl.

Strafminuten: Kassel 10, Bad Nauheim 8.

Schüsse: 40:27.

Zuschauer: 4809.

Das schreibt die Wetterauer Zeitung zum Derby.

Foto: JMD Photographie