4:3 in Freiburg – Vause-Doppelpack sichert „Big Points“
Wichtiger Auswärtssieg im Breisgau, Charakter gezeigt und drei Punkte eingefahren. Mit 4:3 (1:1, 1:1, 2:1) gewann der EC Bad Nauheim am Freitagabend beim EHC Freiburg. Vor 2664 Zuschauern in der Echte Helden Arena belohnten sich die Roten Teufel in einem „Sechs-Punkte-Spiel“ für eine kämpferische Leistung. Ein riesiges Dankeschön gebührt dabei den mitgereisten Teufel-Anhängern, die ihr Team lautstark unterstützten.
“Wir haben es stellenweise nicht sehr gut gemacht. Wir haben im dritten Drittel dann Charakter bewiesen und es besser hinbekommen. Manchmal muss man Siege stehlen und das haben wir heute gemacht, weil Freiburg in den ersten beiden Dritteln besser im Spiel war“, gab Peter Russell nach der Partie zu Protokoll.
Personell musste der EC-Headcoach sein Team kräftig umbauen. Neben den Langzeitverletzten fehlte Andrej Bires (Blessur aus dem Rosenheim-Spiel) und kurzfristig auch Verteidiger Justin MacPherson, der sich im Training verletzte – hier stehen genaue Diagnosen noch aus. Zach Kaiser fehlte aus familiären Gründen. Dafür feierte Philipp Kuhnekath sein Comeback. In der ersten Sturmformation agierten Sebastian Bengtsson und Parker Bowles an der Seite von Taylor Vause. Philipp Bidoul war aus Frankfurt dabei.
Der Start hätte für die Kurstädter nicht besser laufen können. Nach kurzem Abtasten landete der erste ernsthafte Angriff direkt im Netz. Parker Bowles zog ab, EHC-Keeper Patrik Cerveny ließ prallen und Taylor Vause staubte eiskalt zum 0:1 (2.) ab. In der Folge entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem beide Teams das Risiko scheuten. Jerry Kuhn musste früh sein Können zeigen (3.). Nach einem harmlosen EC-Powerplay plätscherte die Partie etwas vor sich hin, ehe die Hausherren zuschlugen. Lukas Mühlbauer traf oben rechts zum 1:1-Ausgleich (17.). Mit diesem Unentschieden ging es, auch weil Bad Nauheim eine späte Strafe gegen Christopher Fischer zunächst schadlos überstand, in die erste Pause.
Der Mittelabschnitt gehörte zunächst klar den Wölfen. Freiburg kam mit Dampf aus der Kabine. Fabian Ilestedt lief allein auf Kuhn zu, doch der Teufel-Goalie parierte glänzend (22.). In der Folge zeichnete sich der Schlussmann fast im Minutentakt aus und hielt sein Team im Spiel, während Bad Nauheim Mühe hatte, sich zu befreien. Machtlos war Kuhn jedoch in der 34. Minute: Bei Ilestedts Schuss von der Blauen Linie war die Sicht versperrt – 2:1 für die Hausherren. Doch die Hessen zeigten die richtige Reaktion. Kurz vor der Sirene nutzte man eine Überzahl (Strafe gegen De Los Rios) eiskalt: Nach Vorarbeit von Davis Koch stand erneut Taylor Vause goldrichtig und schob zum psychologisch wichtigen 2:2 (40.) ein.
Im Schlussdrittel drängten beide Teams auf die Entscheidung. Zunächst scheiterte Parker Bowles nach einem Konter (42.), doch kurz darauf machten es die Roten Teufel besser. In Überzahl fälschte Justin Volek die Scheibe nach einem Bowles-Versuch mit dem Körper über die Linie– 2:3 (45.). Die Partie blieb hochspannend. Als Lukas Ribarik in die Kühlbox musste, schlug Freiburg zurück: Eero Elo hämmerte den Puck zum 3:3 (52.) in die Maschen. Doch diesmal hatten die Rot-Weißen die passende Antwort sofort parat. Keine Minute später nutzte Sebastian Bengtsson die Unruhe vor dem Freiburger Tor und netzte technisch versiert zum 3:4 (52.) ein.
In der Schlussphase warf Freiburg alles nach vorne, nahm den Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis, doch die Teufel verteidigten mit Leidenschaft und brachten den knappen Vorsprung über die Zeit.
EHC Freiburg: Cerveny – Ventelä, Kühnhauser, Schlenker, De Los Rios, Trinkberger, Heider, Hempel – Ilestedt, Linsenmaier, Mühlbauer, Elo, O’Donnell, Schwamberger, Kretschmann, Ewanyk, Bechtold, Ludwig, Majher.
Trainer: Juraj Faith.
EC Bad Nauheim: Kuhn – Erk, Fischer, Gnyp, Pruden, Tippmann, Bidoul – Lautenschlager, Koch, Hickmott, Bengtsson, Vause, Bowles, Ribarik, Volek, Kuhnekath, Jakovlev, El-Sayed.
Trainer: Peter Russell.
Tore:
0:1 (01:01) Vause (Bengtsson, Bowles)
1:1 (17:00) Mühlbauer (Kühnhauser, Ilestedt)
2:1 (33:32) Ilestedt (Mühlbauer, Ewanyk)
2:2 (39:19) Vause (Koch, Bengtsson – PP1)
2:3 (44:56) Volek (Bowles – PP1) 3:3 (51:09)
Elo (Ventelä, Ilestedt – PP1)
3:4 (51:47) Bengtsson (Koch, Hickmott)
Schiedsrichter: Polaczek / Gossmann – Linienrichter: Riemel / Kriebel.
Strafminuten: Freiburg 8, Bad Nauheim 6.
Schüsse: 38:22.
Zuschauer: 2664.
Foto: Achim Keller.