Hickmott doppelt – Rot-Weiß gewinnt enge Partie
Ein hart umkämpfter Eishockey-Abend im Allgäu endete mit einem rot-weißen Jubelschrei. Der EC Bad Nauheim setzte sich am Freitagabend beim ESV Kaufbeuren mit 3:2 (1:0, 1:1, 1:1) durch und entführte drei wichtige Punkte aus der energie schwaben arena. Jordan Hickmott glänzte als Doppeltorschütze, Sebastian Bengtsson steuerte den weiteren Treffer bei. Danke an die mitgereisten EC-Fans für die großartige Unterstützung.
„Das Spiel war hart, Kaufbeuren hat viel investiert. Wir sind sehr glücklich mit den Punkten, weil wir am Ende gut dagegengehalten und Charakter gezeigt haben“, bilanzierte EC-Trainer Peter Russell nach der Partie.
Bad Nauheim begann hellwach. Zwar gewannen die Hausherren den Puckdrop, doch die Roten Teufel setzten sofort auf aggressives Forechecking. Bereits nach 22 Sekunden klingelte es: Davis Koch bediente Jordan Hickmott mustergültig, der frei vor dem Tor auftauchte und überlegt neben den linken Pfosten einschob – 1:0. In der Folge beruhigte sich das Spiel, Kaufbeuren fand besser in die Partie und erspielte sich mehr Scheibenbesitz. Eine erste Überzahlsituation für die Joker blieb ohne Ertrag, stattdessen hatte Zach Kaiser in Unterzahl sogar die Chance auf den zweiten Treffer (7.).
Nach dem Powerbreak drängten die Hausherren auf den Ausgleich. Ein vermeintlicher Treffer von Fabian Koziol wurde jedoch Sekunden zuvor abgepfiffen – Behinderung lautete die Entscheidung, Max Oswald wanderte in die Kühlbox. Bad Nauheim blieb defensiv stabil, überstand auch eine spätere Unterzahl vor der Pause schadlos und nahm die knappe Führung mit in die Kabine.
Zu Beginn des zweiten Drittels nutzte Kaufbeuren die verbliebenen Sekunden des Powerplays und kam kurz nach Wiederbeginn durch Zawatsky zum 1:1-Ausgleich (21.). Wenig später wurde es unruhig: Christopher Fischer kassierte nach einem Check fünf Minuten plus Spieldauer. Doch die Kurstädter verteidigten die lange Unterzahl leidenschaftlich und setzten sogar offensive Nadelstiche. Nach einer kleinen Strafe für Kaufbeuren, bot sich den verbliebenen Akteuren mehr Platz auf dem Eis. Jedoch konnte kein Team Gewinn daraus erzielen.
In der 29. Minute belohnte sich dann Bad Nauheim: Sebastian Bengtsson kam mit Tempo über rechts, umkurvte seinen Gegenspieler Dominik Groß und schob eiskalt zur erneuten Führung ein. Die Gäste hatten nun Oberwasser, ließen weitere gute Chancen liegen – Hickmott scheiterte mehrfach an Keeper Cody Porter, während Kaufbeurens Tyson McLellan nur die Latte traf (31.). Wenig später zeigte Finn Becker seine Klasse, als er nach einem Pfostenschuss blitzschnell reagierte und die Scheibe sicherte. Weitere Unterzahl-Minuten überstand der EC unbeschadet, es ging mit dem 2:1 in die zweite Pause.
Im Schlussdrittel suchten beide Teams früh die Entscheidung. Volek und Koch vergaben eine Doppelchance (44.), anschließend kontrollierten die Roten Teufel viele Angriffe frühzeitig. In der 48. Minute schlug Kaufbeuren dennoch zurück, als Jonny Tychonick (48.) mit einer Körpertäuschung und einem präzisen Schuss ins lange Eck zum 2:2 ausglich.
Die Partie wogte nun hin und her. Nach dem Powerbreak setzte Bad Nauheim den entscheidenden Nadelstich: Garrett Pruden eröffnete das Spiel von hinten, Justin MacPherson erkannte den Lauf von Jordan Hickmott und legte punktgenau auf. Der Stürmer hielt nur noch die Kelle hin und stellte auf 2:3 (55.). In einer dramatischen Schlussphase, in der Kaufbeuren noch einmal Powerplay spielte und den Torwart zog, warfen sich die Nauheimer in jeden Schuss. Ein Wechselfehler der Joker (zu viele Spieler auf dem Eis) nahm schließlich den Druck vom Kessel und sicherte den verdienten Auswärtsdreier.
ESV Kaufbeuren:
Porter – Mayer, Tychonick, Appendino, Koziol, Groß, Ebner, Kaiser – Burghart, McLellan, Zawatsky, Schlenker, Hadrascheck, Nikitins, Sowald, Laaksonen, Fischer, Reinwald.
Trainer: Sebastian Osterloh.
EC Bad Nauheim:
Becker – MacPherson, Pruden, Erk, Fischer, Tippmann, Kölsch – Bengtsson, Vause, Bires, Volek, Koch, Hickmott, Ribarik, El-Sayed, Lautenschlager, Jakovlev, Kaiser, Handschuh.
Trainer: Peter Russell.
Tore:
0:1 (00:22) Hickmott (Koch)
1:1 (20:43) Zawatsky
1:2 (28:01) Bengtsson (Vause)
2:2 (47:15) Tychonick (Mayer, Zawatsky)
2:3 (54:36) Hickmott (MacPherson, Pruden)
Schiedsrichter: Singer/Kapzan – Linienrichter: Tschirner/Jürgens.
Strafminuten: Kaufbeuren 8, Bad Nauheim 8 plus 5 Minuten und Spieldauer (Fischer).
Schüsse: 29:32.
Zuschauer: 2448.
Foto: Benjamin Lahr