Ein halbes Dutzend für die Wölfe – Bowles und Bengtsson treffen doppelt
Effizient in der Chancenverwertung, ein Powerplay-Tor, zwei Doppelpacker – und hinten stand die Null. Die Serie von vier Niederlagen in Folge ist gestoppt. Mit 6:0 (3:0, 1:0, 2:0) schickte der EC Bad Nauheim am 32. DEL2-Spieltag den EHC Freiburg am frühen Sonntagabend wieder zurück ins Breisgau. Im Kampf um den Anschluss an die Pre-Playoff-Plätze ein eminent wichtiger Sieg für die Roten Teufel vor 2633 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion. Dem überzeugenden Parker Bowles glückten gegen seinen Ex-Verein zwei Treffer, Sebastian Bengtsson schnürte den zweiten Wochenend-Doppelpack, dazu trafen Jordan Hickmott (18. Saisontor) sowie Simon Gnyp. Torhüter Jerry Kuhn feierte den vierten Shutout in dieser Spielzeit.
Während Freiburgs Coach Juraj Faith nicht viele Worte verlieren wollte und zu viele Mitläufer in seinem Team ausgemacht hatte, sagte Peter Russell: „Wir haben heute gut gespielt, die Mehrzahl der Zweikämpfe gewonnen, viel Druck gemacht und eine Menge Torchancen kreiert.“ Der EC-Trainer zollte Parker Bowles ein Sonderlob und zeigte sich etwas verwundert über „die Negativität der letzten Tage in den Sozialen Medien. Wir haben auch in den vergangenen vier Partien gegen Top-Teams nicht schlecht gespielt, uns aber nicht belohnt. Es ist noch eine lange Reise.“
Im Vergleich zum Derby in Kassel gab es beim EC zwei personelle Änderungen: Kuhn kehrte zurück zwischen die Pfosten, Simon Gnyp übernahm die Position des angeschlagenen Xaver Tippmann. Die Gäste aus Südbaden konnten wieder auf Travis Ewanyk bauen und somit vier komplette Sturmreihen aufbieten.
Nervöser Auftakt beider Mannschaften beim mit Blick auf die Tabellenkonstellation so wichtigen Duell. (Zu) leichte Puckverluste und Fehlpässe prägten die zerfahrene Anfangsphase. Eero Elo und Nicolas Linsenmaier vergaben die ersten EHC-Möglichkeiten, gegenüber scheiterte Andrej Bires an Patrik Cerveny.
In der achten Minute fasste sich Parker Bowles ein Herz, umkurvte über die rechte Seite Freiburgs Defensive und markierte den Führungstreffer gegen seinen ehemaligen Club. 30 spektakuläre Sekunden schraubten das Resultat auf 3:0. Erst traf EC-Torjäger Jordan Hickmott (12./Rebound), dann schlug Gnyps Handgelenkschuss (13.) erbarmungslos unter der Querlatte ein. Wölfe-Coach Juraj Faith nahm früh das Timeout und schickte Fabian Hegmann für Cerveny in den Kasten.
Die Kurstädter dominierten (17:6 Schüsse), beschäftigten die Gäste ein ums andere Mal in deren Drittel, verpassten aber den möglichen Ausbau des Vorsprungs durch Justin MacPherson, Marius Erk, Justin Volek oder Bowles.
Im Mittelabschnitt überstanden die Rot-Weißen das erste Unterzahlspiel, weil Kuhn gegen Ewanyk auf der Hut war und Christopher Fischer Elos Versuch erfolgreich blockte. Besser machten es die Roten Teufel. Als Christian Kretschmann (hoher Stock) eine Zwei- plus Zwei-Minuten-Strafe verbüßte, erzielte Sebastian Bengtsson im Powerplay das 4:0 (31.) für die Hausherren. Einziges Manko: Auch die zweite Unterzahlsituation kassierte der EC aufgrund eines Wechselfehlers. Doch das Penaltykilling funktionierte erneut und man nahm die komfortable Führung mit in die Kabine.
Im Schlussdrittel ließen die Gastgeber nichts mehr anbrennen. Bowles und Bengtsson machten das halbe Dutzend voll und Kuhn ließ sich nicht mehr überwinden.
EC Bad Nauheim: Kuhn – MacPherson, Pruden, Erk, Fischer, Gnyp, Kölsch – Volek, Koch, Hickmott, Bengtsson, Kaiser, Bowles, Ribarik, Bires, Lautenschlager, Jakovlev, El-Sayed, Cimmerman.
Trainer: Peter Russell.
EHC Freiburg: Cerveny (13. Hegmann) – Ventelä, Hempel, Kühnhauser, De Los Rios, Trinkberger, Heider – Elo, Linsenmaier, Ilestedt, O’Donnell, Ewanyk, Mühlbauer, Scxhwamberger, Kretschmann, Airich, Majher, Bechtold, Ludwig.
Trainer: Juraj Faith.
Tore:
1:0 (07:14) Bowles (MacPherson, Gnyp)
2:0 (11:48) Hickmott (MacPherson, Volek)
3:0 (12:18) Gnyp (Bengtsson, Bowles)
4:0 (30:11) Bengtsson (Bowles, Koch – PP1)
5:0 (41:32) Bowles (Bengtsson, Erk)
6:0 (46:35) Bengtsson (MacPherson, Bowles)
Schiedsrichter: Janssen/Klijberg – Linienrichter: Bösl/Müller-Osten.
Strafminuten: Bad Nauheim 6, Freiburg 4.
Schüsse: 35:33.
Zuschauer: 2633.
Foto: Chuc.de