EC mit Overtime-Sieg: Spin-o-Rama Bowles, Lucky Punch Koch
Was für ein Finale im Colonel-Knight-Stadion! 32 Sekunden vor Schluss lag der EC Bad Nauheim am Freitag gegen die Blue Devils Weiden zurück, dann markierte der gerade von der U20-WM zurückgekehrte Timo Kose den umjubelten Ausgleich. In der Overtime sicherte Davis Koch den wichtigen Zusatzpunkt und einen 3:2 (0:0, 1:0, 1:2 – 1:0) Overtime-Sieg für die Roten Teufel. Die tolle Vorarbeit zum Lucky Punch lieferten Parker Bowles per Spin-o-Rama-Drehung und Justin MacPherson mit einem wunderbaren Flip-Pass aus der eigenen Zone. Sturmtief „Elli“ hatte an der Minuskulisse von 1743 Zuschauern vermutlich einen großen Anteil. Wermutstropfen: EC-Stürmer Sebastian Cimmerman schied verletzt aus.
„Ich bin sehr glücklich. Es war heute kein perfektes Spiel von uns, aber hinten raus haben wir doch noch einen Weg gefunden, das Spiel zu drehen. Beide Teams waren sehr nervös. Der Zusatzpunkt ist enorm wichtig. Ich freue mich auch besonders für Timo Kose“, sagte EC-Trainer Peter Russell bei der Pressekonferenz. „Nach der Führung haben wir es im dritten Drittel versäumt, mit dem 3:1 für Ruhe im Karton zu sorgen. Wir haben schon viele Spiele in der Verlängerung verloren. Diese Punkte fehlen uns“, fasste Weidens Coach Sebastian Buchwieser zusammen.
Neben den bereits länger fehlenden Patrick Seifert und Philipp Kuhnekath mussten die Kurstädter auf den erkrankten Andrej Bires und den angeschlagenen Xaver Tippmann verzichten. Rik Gaidel tauchte in dieser Saison erstmals auf dem Spielbericht auf. Der Frankfurter Förderlizenz-Spieler Timo Kose feierte ebenfalls sein Debüt im rot-weißen Trikot. Der U20-WM-Teilnehmer stürmte an der Seite von Davis Koch sowie Jordan Hickmott.
Eine Hiobsbotschaft gab es am Donnerstag für die Blue Devils. Vladislav Filin, der sich in der Partie gegen den EHC Freiburg verletzt hatte, wird operiert und fällt für den Rest der Saison aus. Schmerzhaft ist auch der langfristige Ausfall des deutsch-tschechischen Routiniers Tomas Rubes, den man im Angriff spürbar vermisst. Der bis zum 31. Dezember befristete Kontrakt mit dem 36-jährigen Ex-Teufel Tomas Schmidt, der 16 Einsätze für die Blau-Weißen absolvierte, wurde nicht verlängert.
Beide Teams starteten fokussiert ins Duell des Tabellenzwölften (EC/39 Punkte) gegen den Elften (Weiden/43). Bad Nauheim überstand die erste Unterzahlsituation zur Mitte des Eröffnungsdrittels. Dann wurde es kurios. Nach einer angezeigten Strafe gegen die Oberpfälzer verließ Kuhn seinen Kasten – plötzlich lag der Puck im Tor der Gastgeber. Die Referees verweigerten dem Treffer die Anerkennung, weil offensichtlich ein Gästespieler die Scheibe noch berührt hatte.
Das Premieren-Powerplay der Roten Teufel verpuffte harmlos. Nach einem Zweikampf an der Bande musste Sebastian Cimmerman mit schmerzverzerrter Miene vom Eis geführt werden. Für den 22-jährigen Angreifer war das Match beendet. Die beste Chance verpasste Hickmott, dessen Geschoss an den Pfosten prallte.
Energiegeladener EC-Auftakt in den zweiten Abschnitt. Kaum war eine Strafe gegen Koch abgelaufen, bediente Parker Bowles seinen Sturmkollegen Zach Kaiser, der zum 1:0 (22.) traf. Die Bayern erhöhten den Druck, aber Bad Nauheim blockte (allein dreimal Bowles) alles weg oder Kuhn parierte stark – wie gegen Cedric Schiemenz oder Tyler Ward. Fabian Ribnitzky zielte knapp daneben. Auf der anderen Seite verhinderte Felix Noack das zweite Erfolgserlebnis für Kaiser.
Besser aus der Kabine kamen diesmal die Blue Devils. Noah Samanski erzielte nach einem starken Pass von Alex-Olivier Voyer den 1:1-Ausgleich (42.). In Überzahl bot sich erneut Kaiser die vielversprechendste Möglichkeit. Kurz darauf wanderte der Deutsch-Kanadier mit der Rückennummer 73 selbst in die Kühlbox, doch das Penaltykilling funktionierte.
Eine bittere Pille schluckten die Einheimischen beim 1:2 (49.). Die Riesenchance zur eigenen Führung verpasste man, weil Bengtssons durch Freund und Feind rutschte. Luca Gläser nahm das Geschenk dankend an, steuerte alleine auf Kuhn zu und schob den Puck eiskalt ins Netz. Bei zwei schwachen Überzahlspielen versäumte es der EC, den Ausgleich zu erzielen. Gut eine Minute vor Schluss ging Kuhn vom Eis und das dramatische Finale nahm seinen Lauf.
EC Bad Nauheim: Kuhn – MacPherson, Pruden, Erk, Fischer, Gnyp, Kölsch, Gaidel – Timo Kose, Koch, Hickmott, Bengtsson, Kaiser, Bowles, Ribarik, Volek, Lautenschlager, Jakovlev, El Sayed, Cimmerman.
Trainer: Peter Russell.
Blue Devils Weiden: Noack – Muck, Schwaiger, Bohac, Edfelder, Ribnitzky, Marusch – Ward, Tsekos, Voyer, Schiemenz, Voit, Vinzens, Neal Samanski, Noah Samanski, Gläser, Vogt, Thal, Schwarz.
Trainer: Sebastian Buchwieser.
Tore:
1:0 (21:25) Kaiser (Bowles, Erk)
1:1 (41:37) Noah Samanski (Voyer, Bohac)
1:2 (48:01) Gläser (Noack)
2:2 (59:28) Timo Kose (Bengtsson – EA)
3:2 (60:26) Koch (Bowles, MacPherson)
Schiedsrichter: Klein/Singer – Linienrichter: Dietrich/Lamberger.
Strafminuten: Bad Nauheim 6, Weiden 8.
Schüsse: 14:25.
Zuschauer: 1743.
So hat unser Medienpartner, die Wetterauer Zeitung, das Spiel gesehen.
Foto: Chuc.de