Jan. 14, 2026 | APP, News

Stimmung, Hexenkessel, Bad Nauheim!

Es ist 19:46 Uhr. Unsere Zeit. Die beste Zeit, um uns einzustimmen auf einen ganz besonderen Abend im Colonel-Knight-Stadion. Am 25. Januar treffen die Roten Teufel im Traditionsduell auf den ESV Kaufbeuren. Emotionaler Höhepunkt wird die Aufnahme von zwei Bad Nauheimer Kultspielern in die Hall of Fame sein. Die Trikotbanner mit der Nummer 7 für Thomas Barczikowski und der Nummer 11 für Steffen Michel werden dann in einer Reihe mit Rainer Philipp (8), Werner Bachmann (5), Rolf Knihs (13), Ralf Pöpel (28), Doug Murray (44) sowie Trainer-Legende Ladislav Olejnik ihren Platz finden. Im Vorfeld des „80-Jahre-Spiels“ haben wir uns mit „Barczi“ unterhalten.

Thomas, welche Gedanken sind durch Deinen Kopf geschossen, als Du von der Aufnahme in die Bad Nauheimer Hall of Fame erfahren hast?

Thomas Barczikowski: Das war wirklich eine große Überraschung. Emotional ist es gefühlt eine Mischung aus Freude, Stolz, Ehre und noch mehr positiven Gedanken. Es schaffen nicht viele, dass ihr Trikot unter dem Stadiondach verewigt wird. Eine einmalige Sache.

Der Name Barczikowski gehört seit den 1950er-Jahren zum Bad Nauheimer Eishockey. Dein Vater Leo und Dein Onkel Toni haben früher das VfL-Jersey getragen …

Barczikowski: Das ist ja auch etwas, was Bad Nauheim in der Vergangenheit ausgemacht hat. Wir sprechen immer von der rot-weißen Familie und ich denke, dass es in unserer kleinen Stadt keine Floskel ist.

Leo Barczikowski Fernsehen und Radio. Neben und nach der sportlichen Laufbahn führte Dein Vater auch ein bekanntes Elektronik-Fachgeschäft. Was würde er zu dieser Auszeichnung sagen?

Barczikowski: Puh, das wird jetzt schon ganz emotional für mich. Ich denke, er wäre sehr stolz. Damals gab es noch keine Vollprofis. Mein Vater war Radio- und Fernsehtechniker und hat seinen eigenen Betrieb geführt. Dort ist heute in der unteren Fußgängerzone eine Café-Bar. Das „phono“-Schild über dem Eingang ist noch original.

Welcher besondere VfL- oder EC-Moment ist besonders fest in Deinem Gedächtnis verankert?

Barczikowski: Da lässt sich kein einzelnes Ereignis herauspicken. Es hat mir immer Spaß gemacht als Einheimischer hier vor unseren Fans zu spielen und das Nauheimer Trikot zu tragen. Ein Highlight war natürlich die Saison, als wir unter Ricki Alexander mit Greg Evtushevski, Gordon Blumenschein & Co. an die Tür zur Ersten Bundesliga anklopften. Am Ende fehlten zwei oder drei Punkte. In Erinnerung bleiben auch die Sonderzug-Fahrten.

Erinnerst Du Dich an Dein erstes Profispiel im rot-weißen Dress?

Barczikowski: Das erste Spiel habe ich auf Anhieb nicht unbedingt im Kopf. Es war 1980/81 die vorletzte Bundesliga-Saison des VfL und ich kam als 17-Jähriger in die Mannschaft.

Nach dem VfL-Aus zog es Dich 1982 zum Mannheimer ERC. Erzähle bitte.

Barczikowski: Ich hatte das große Glück zusammen mit Bill Lochead, Ralf Pöpel und Christian Ziesch zum MERC wechseln zu können. Sozusagen aus der VfL-Konkursmasse. Mit Ladislav Olejnik, der mich auch im Nachwuchsbereich bei der Junioren-Nationalmannschaft coachte, hatten wir einen sensationellen Trainer und ein großartiges Team mit Nationalspielern wie Erich Weishaupt, Harold Kreis, Mannix Wolf oder Roy Roedger. Wir wurden zweimal deutscher Vizemeister und einmal Dritter.

Du hast beim VfL und EC als Spieler fünf unterschiedliche Kapitel miterlebt. Welche Phase war die schönste hier am Kurpark?

Barczikowski: Schwer zu beantworten. Ich kann keine spezielle Saison hervorheben. Natürlich, wenn es irgendwelche Probleme gab in finanzieller Hinsicht, dann war das weniger schön.

Was zeichnet die EC-Fans aus?

Barczikowski: Ihr Enthusiasmus. Sie sind bei jedem Spiel mit vollem Herzen dabei. Manchmal kritisch, aber das ist ja auch okay, wenn es mal nicht rund läuft. Super Fankultur mit tollen Choreos. Kurz gesagt: Stimmung, Hexenkessel, Bad Nauheim!

Mit welchen ehemaligen Kollegen stehst Du noch in regelmäßiger Verbindung?

Barczikowski: In erster Linie mit allen Nauheimern rundherum wie Dirk Rabenschlag, Ralf Pöpel, Tiger Müller, Dieter Jehner, Pilo Knihs. Man kann nicht alle aufzählen. Von denen, die weiter weg sind, gibt es ab und zu Kontakt mit Greg Pruden oder Gordon Blumenschein.

Was fällt Dir beim Blick zurück noch abschließend ein?

Barczikowski: Wir dürfen die Menschen nicht vergessen, die in der Vereinsführung, im Vorstand einen großartigen Job gemacht haben. Zu meiner aktiven Zeit waren es tolle Menschen wie Frank Eckardt, Raymond Schüttke, Jakob Platzer oder Rudolf Tacke, die ihr Herzblut für den Club gelassen haben.

Wie sieht Deine persönliche „Barczi-All-Time-Starting-6“ aus?

Barczikowski: Ganz schwer. Ich hatte viele großartige Teamkollegen, die es sicher verdient hätten, hier erwähnt zu werden. Meine spontane Aufstellung:

                                                       Erich Weishaupt

Harold Kreis          Serge Lajoie

Greg Evtushevski        Walt Poddubny       Ralf Pöpel

Trainer: Ladislav Olejnik/Ricki Alexander

Ein Porträt zu „Barczi“ findet Ihr in der aktuellen Ausgabe 8 unseres Stadionmagazins ECNews, die an den Losständen des Teufelskreises gegen eine Spende von mindestens 2 Euro erhältlich ist.

Tickets sind online erhältlich, vor Ort in der Geschäftsstelle oder per E-Mail an info@ec-bn.de

Fotomontage: Chuc.de/Archiv