11,5 Sekunden vor Schluss: Bittere Niederlage in der Lausitz
11,5 Sekunden vor dem Ende fiel die Entscheidung. Die Roten Teufel haben das Auswärtsspiel bei den Lausitzer Füchsen denkbar knapp mit 4:5 (2:1, 1:3, 1:1) verloren. Vor 2512 Zuschauern besiegelte ein Überzahltor von Kyle Havlena kurz vor der Schlusssirene das Schicksal der Kurstädter, die sich trotz eines großen Kampfes nicht mit Punkten belohnen konnten.
EC-Coach Peter Russell nahm kleine Änderungen in den Reihen vor. In der Verteidigung rotierte Philipp Bidoul für Tjark Kölsch in das Lineup. Ansonsten blieb der Kader im Vergleich zum Auswärtsspiel in Bietigheim unverändert.
Die Partie begann zunächst ohne nennenswerte Szenen. Beide Teams agierten abwartend und scheuten das große Risiko. Die erste Duftmarke setzte Sebastian Bengtsson (4.), der jedoch an Füchse-Goalie Lennart Neiße scheiterte. Dann aber klingelte es: Christopher Fischer zog von der Blauen Linie ab und weil Marc El-Sayed dem Torhüter geschickt die Sicht nahm, schlug der Puck zum 0:1 ein (5.).
Die Gäste blieben aggressiv im Forechecking und legten nach. Rik Gaidel nahm genau Maß und traf platziert neben den Innenpfosten zum 0:2 (8.). Die Antwort der Hausherren folgte prompt im ersten Powerplay (Strafe Hickmott): Charlie Jahnke nutzte die verdeckte Sicht von Jerry Kuhn zum 1:2-Anschluss (10.).
In der Folge beruhigte sich das Geschehen etwas, wobei Kuhn gegen Lane Scheidl und Nikita Knaus (mit dem Schläger auf der Linie) stark parierte. Julian Lautenschlager verpasste kurz vor der Pause das dritte EC-Tor, als er die Scheibe zwar am Keeper vorbei, aber nicht über die Linie brachte.
Der Mittelabschnitt begann denkbar ungünstig für die Rot-Weißen: Alexander Dosch sorgte früh für den 2:2-Ausgleich (24.). Das Spiel wurde nun deutlich ruppiger und körperbetonter. Jerry Kuhn stand erneut im Mittelpunkt, bekam erst einen Schuss frontal auf die Maske und rettete kurz darauf brillant mit dem Schoner. Machtlos war er jedoch, als Lennard Nieleck nach Vorarbeit von Georgiy Saakyan zur ersten Füchse-Führung einschob (33.).
Doch die Teufel zeigten Moral: Nur 35 Sekunden später tankte sich Davis Koch zentral durch, bediente Jordan Hickmott und der Routinier markierte das 3:3. Abermals wendete sich das Blatt, als ein Distanzschuss von Tom Knobloch von Hannu Tripcke zum 4:3 für Weißwasser abgefälscht wurde (37.). In einem Spiel mit offenem Visier drängten die Gäste auf die Antwort, scheiterten aber bis zur Pause mehrmals knapp.
Im Schlussdrittel warf Bad Nauheim alles nach vorne. Jerry Kuhn hielt sein Team mit einer Riesenparade (43.) im Spiel. Die Bemühungen wurden in der 48. Minute belohnt: Im Powerplay lauerte Jordan Hickmott am langen Pfosten und schob zum 4:4 ein. In der Schlussphase nahm die Intensität nochmals zu. Das bittere Ende folgte in der letzten Minute: Lukas Ribarik musste auf die Strafbank und die Lausitzer nutzten die Überzahl eiskalt aus. Kyle Havlena traf zum 5:4-Endstand.
„Das war ein Kampf. Wir haben es im ersten und im dritten Drittel sehr gut gemacht. Wir haben aus meiner Sicht genug geleistet, um hier etwas mitzunehmen. Am Ende war es sehr unglücklich für uns“, resümierte Headcoach Peter Russell auf der Pressekonferenz die Begegnung.
Lausitzer Füchse: Neiße – Kretzschmar, Hjorth, Havlena, Panocha, Heyter, Freis, Stowasser – Scheidl, Brady, Dosch, Broda, Jahnke, Knaus, Theodore, Nieleck, Saakyan, Tripcke, Knobloch, D`Aoust.
Trainer: Christof Kreutzer.
EC Bad Nauheim: Kuhn – MacPherson, Pruden, Erk, Fischer, Tippmann, Bidoul – Bengtsson, Koch, Hickmott, Bowles, Bires, Lautenschlager, Ribarik, El-Sayed, Volek, Jakovlev, Kaiser, Gaidel.
Trainer: Peter Russell.
Tore:
0:1 (04:36) Fischer (Volek, El-Sayed)
0:2 (07:48) Gaidel (Jakovlev)
1:2 (09:29) Jahnke (Knobloch – PP1)
2:2 (23:33) Dosch (Brady, Havlena)
3:2 (32:47) Nieleck (Saakyan)
3:3 (33:22) Hickmott (Koch, Bengtsson)
4:3 (36:29) Tripcke (D`Aoust, Knobloch)
4:4 (47:27) Hickmott (Bengtsson, MacPherson – PP1)
5:4 (59:49) Havlena (Brady – PP1)
Schiedsrichter: Steingross / Lehmann – Linienrichter: Paulick / Treitl. Strafminuten: Weißwasser 6, Bad Nauheim 8.
Schüsse: 31:32.
Zuschauer: 2512.
Foto: Thomas Heide.