Jan. 18, 2026 | APP, News

Herzschlagfinale mit unglücklicher 2:3-Overtime-Niederlage gegen die DEG

Und täglich grüßt das Murmeltier! Frei nach dem Blockbuster aus den 90er-Jahren erlebten 3341 Zuschauer im Colonel-Knight-Stadion ein Spiel nach bekanntem Muster. Wieder lieferte der EC Bad Nauheim am Sonntag ein intensives Match ab, wieder fehlte die Effizienz bei der Chancenverwertung und im Powerplay, wieder standen die Roten Teufel nach einem Herzschlagfinale (fast) mit leeren Händen da. Beim 2:3 (0:1, 1:0, 1:1 – 0:1) nach Verlängerung gegen die Düsseldorfer EG blieb nur ein Punkt übrig. Besonders bitter: Den entscheidenden Treffer in der Overtime kassierte der EC in Unterzahl. Erst 53 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit war Davis Koch der Ausgleich geglückt. Das zwischenzeitliche 1:1 erzielte Justin MacPherson.

„Schmeichelhaft. Bad Nauheim war die klar bessere Mannschaft, wir haben glückliche Tore erzielt. Niklas Lunemann im Tor und unsere vierte Reihe waren unsere besten Spieler“, resümierte DEG-Trainer Harry Lange nach der Rückkehr in sein langjähriges „Wohnzimmer“. EC-Coach Peter Russell sagte: „Wir haben jetzt schon viele Spiele erlebt, die mit einem Tor Unterschied verloren gegangen sind. Heute haben wir zwei sehr gute Drittel gezeigt, aber wir verwerten unsere Chancen nicht. Es ist eine harte Situation, die wir meistern müssen.“

Bei den mit 16 Feldspielern angetretenen Hausherren kehrte Simon Gnyp ins Lineup zurück, dagegen fehlten im Vergleich zu Freitag Philipp Bidoul (im Einsatz für Frankfurt) und der angeschlagene Rik Gaidel. Daneben mussten die Rot-Weißen ohne die verletzten Patrick Seifert, Philipp Kuhnekath, Sebastian Cimmerman und die überzähligen Taylor Vause und Xaver Tippmann auskommen. Auf der DEG-Ausfallliste befanden sich Lucas Lessio (überzähliger Kontingentprofi), Daniel Assavolyuk (krank), Michael Clarke, David Rundqvist und Max Balinson (alle verletzt).

Schwungvoller Auftakt ins Traditionsduell: Nach 40 Sekunden lag der Torschrei auf den Lippen der EC-Fans, weil Christopher Fischer in aussichtsreicher Position zum Abschluss kam, aber der Puck fand nicht den Weg vorbei an Ex-Teufel Niklas Lunemann ins Netz. Kurz darauf sah das auf der gegenüberliegenden Seite anders aus. Erster Schuss, erster Treffer für den DEL-Absteiger. Kevin Maginots Versuchs rauschte durch Freund und Feind zur frühen Gäste-Führung (3.) in den Nauheimer Kasten.

Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit einem Schussverhältnis von 13:5 zugunsten der Roten Teufel. Bei 1:14 Minuten doppelter Überzahl bot sich die große Gelegenheit zum Ausgleich, aber das EC-Powerplay blieb stumpf. Lunemann parierte anschließend auch souverän gegen Sebastian Bengtsson (17./Zuspiel Justin MacPherson), so dass es mit dem knappen Rückstand in die Kabinen ging.

Im zweiten Abschnitt ging es munter weiter. Erst hielt Jerry Kuhn stark gegen Kevin Marx Noren. Dann arbeiteten die Rot-Weißen mit Vehemenz am Ausgleich. Nach Luca Tostos Turnover setzte man sich in der Offensivzone fest, Jordan Hickmott bediente den im Slot freistehenden MacPherson, und der kanadische „Goldhelm“ traf kompromisslos zum verdienten 1:1 (26.). Bad Nauheim setzte die Mehrzahl der Akzente nach vorne, verpasste es allerdings erneut, aus einer Überzahl Kapital zu schlagen.

Die DEG versuchte ihr Glück mit Nadelstichen. Dennoch war Lunemann deutlich häufiger gefordert. 13:4 Schüsse wies die Statistik im Mittelabschnitt aus, doch bis dahin fehlte auf Nauheimer Seite die Effizienz.

„Auf geht’s Nauheim, kämpfen und siegen!“ Die Fans peitschten ihre Mannschaft weiter nach vorne. Parker Bowles, der erst im letzten Moment gestoppt wurde, Justin Volek und Bengtsson vergaben gute Möglichkeiten. Dann war Kuhn bei einem verdeckten Schuss von Ture Linden auf dem Posten. Ein Zwei-auf-eins-Konter über Julian Lautenschlager und Andrej Bires entschärfte Lunemann mit einem starken Schoner-Save.

Durch einen verdeckten Schuss von Verteidiger Max Faber (52.) gerieten die Roten Teufel in der Schlussphase erneut in Rückstand. Dem EC lief die Zeit davon. 80 Sekunden vor Schluss ging Kuhn vom Eis. Bad Nauheim stürmte mit dem Mut der Verzweiflung und erzielte 53 Sekunden vor Ultimo noch den Ausgleichstreffer durch Davis Koch. Bitter: In der Overtime führte ein Wechselfehler zu einem Powerplay für Düsseldorf, das die Rheinländer durch Fabers zweites Tor nutzten und den Zusatzpunkt mitnahmen.

EC Bad Nauheim: Kuhn – Erk, Fischer, MacPherson, Pruden, Gnyp – Volek, Bires, Lautenschlager, Bengtsson, Koch, Hickmott, Bowles, Kaiser, Ribarik, Jakovlev, El-Sayed.
Trainer: Peter Russell.

Düsseldorfer EG:
 Lunemann – Maginot, Fischer, Geitner, Blumenschein, Quaas, Faber, Kukuk – Niederberger, Bradford, Hirano, Tosto, Linden, Brown, Orendorz, Thiel, Boos, Marx Norén, Hofmann, Münzenberger.
Trainer: Harry Lange.

Tore:

0:1 (02:50) Maginot

1:1 (25:57) MacPherson (Hickmott, Bengtsson)

1:2 (51:41) Faber

2:2 (59:07) Koch (Bowles, Bires – EA)

2:3 (61:16) Faber (Linden – PP1)

Schiedsrichter: Gossmann/Engelmann – Linienrichter: Behrendt/Schuster.

Strafminuten: Bad Nauheim 2, Düsseldorf 6.

Schüsse: 39:21.

Zuschauer: 3341.

Foto: Chuc.de