1:6-Dämpfer in Ravensburg: Zwei Shorthander besiegeln Niederlage
Nach dem Hoch folgte die Ernüchterung. Nur zwei Tage nach dem Überraschungscoup gegen Spitzenreiter Krefeld mussten die Roten Teufel einen herben Dämpfer hinnehmen. Mit 1:6 (0:3, 1:1, 0:2) kam der EC Bad Nauheim bei den Ravensburg Towerstars unter die Räder. Vor 2786 Zuschauern in der CHG Arena erwischten die Kurstädter einen rabenschwarzen Tag, an dem sie gleich zwei Gegentreffer in eigener Überzahl schlucken mussten.
„Es gibt nach einer solchen Performance nicht viel zu sagen. Wir haben keinen Charakter gezeigt. Wir wussten, dass wir ein gutes erstes Drittel spielen müssen. Wir haben es im zweiten Drittel teilweise nicht schlecht gemacht, allerdings lagen wir zu diesem Zeitpunkt schon mit drei Toren zurück“, gab ein frustrierter Mate Arany nach der Partie zu Protokoll. Der Interimscoach vertraute personell auf die Formation des Krefeld-Spiels.
Das erste Bully ging an die Oberschwaben, die sofort den Vorwärtsgang einlegten. Zunächst tasteten sich beide Mannschaften jedoch vorsichtig ab, ehe Jerry Kuhn in der fünften Minute erstmals ernsthaft eingreifen musste. Die Hausherren erhöhten die Schlagzahl und gingen in Führung: Robbie Czarnik vollendete einen schnellen Angriff zum 1:0 (11.).
Wenig später Glück für die Kurstädter: Ein Treffer von Louis Latta wurde wegen Torhüterbehinderung aberkannt. Doch statt eines Weckrufs folgte der Nackenschlag. In eigener Überzahl verlor der EC die Scheibe und Thomas Reichel vollendete den Konter zum 2:0-Shorthander (15.). Es kam noch dicker vor der Pause. Nach einer Kuhn-Parade prallte der Puck via Bande gefährlich vor das Tor, wo Erik Karlsson gedankenschnell zum 3:0 (18.) einschob. Eine Strafe kurz vor der Sirene sorgte dafür, dass die Gäste in Unterzahl in die Kabine mussten.
Zum Mittelabschnitt vollzog Arany einen Wechsel im Tor: Finn Becker übernahm. Die Towerstars schalteten in den Verwaltungsmodus, blieben aber brandgefährlich. Becker zeichnete sich gleich doppelt stark gegen Mark Rassell und Robbie Czarnik aus. Doch als Bad Nauheim wegen eines Wechselfehlers erneut auf die Strafbank musste, schlug Ravensburg zu. Odeen Tufto traf per Direktabnahme zum 4:0 (29.). Ein Lebenszeichen sendeten die Teufel in der 34. Minute: Justin Volek scheiterte zunächst an Ilya Sharipov, drückte aber den Rebound zum 4:1 über die Linie. Mit diesem Zwischenstand ging es in die zweite Pause.
Die Hoffnung auf ein Comeback wurde im Schlussdrittel schnell begraben. Christopher Fischer prüfte zwar früh Sharipov, doch die Tore machten die anderen. Nick Latta, bedient von Luca Hauf, stellte am langen Pfosten auf 5:1 (42.). Den bitteren Schlusspunkt setzte erneut eine desolate Überzahlsituation der Wetterauer: Statt zu verkürzen, kassierte man den zweiten Treffer in eigener Überzahl. Mark Rassell machte das halbe Dutzend voll (47.).
Ravensburg Towerstars: Sharipov – Pfaffengut, Sezemsky, Mass, Hübner, Ketterer, Eichinger, Wieszinski – Rassell, Karlsson, Czarnik, Louis Latta, Schmid, Odude, Scholl, Tufto, Nick Latta, Hauf, Reichel, Sarto.
Trainer: Bo Subr.
EC Bad Nauheim: Kuhn (ab 20:00 Becker) – Erk, Fischer, Gnyp, Pruden, Tippmann, Bidoul, Kölsch – Bengtsson, Koch, Hickmott, Bowles, Bires, Lautenschlager, Ribarik, Kaiser, Volek, Jakovlev, El-Sayed.
Trainer: Mate Arany.
Tore:
1:0 (10:03) Czarnik (Karlsson)
2:0 (14:56) Reichel (Hübner – SH1)
3:0 (17:38) Karlsson (Rassell, Eichinger)
4:0 (28:59) Tufto (Eichinger, Czarnik – PP1)
4:1 (33:39) Volek (Jakovlev, Gnyp)
5:1 (41:23) N. Latta (Tufto, Hauf)
6:1 (46:39) Rassell (Czarnik, Pfaffengut – SH1)
Schiedsrichter: Schütz/ Singaitis – Linienrichter: Bösl/ Hintermeier.
Strafminuten: Ravensburg 4, Bad Nauheim 6.
Schüsse: 33:22.
Zuschauer: 2786.
So hat unser Medienpartner, die Wetterauer Zeitung, das Spiel gesehen.
Foto: Kim Enderle.