Olsen trifft erneut, aber DEG holt den Extrapunkt in der Overtime
Wenige Tage nach dem fulminanten Auswärtserfolg trafen die Roten Teufel erneut auf die Düsseldorfer EG – diesmal mussten sie sich allerdings mit einem Zähler begnügen. Vor 7728 Zuschauern im PSD BANK DOME, darunter rund 600 lautstarke EC-Anhänger, die im Bus-Konvoi angereist waren, unterlag der EC Bad Nauheim mit 2:3 (0:0, 1:1, 1:1/0:1) nach Verlängerung.
„Die DEG hat es heute deutlich besser gemacht als am Dienstag. Das war ein hartes Spiel. Wir haben gekämpft, über 60 Minuten und mehr. Uns hat heute einfach der Biss in der Offensive gefehlt, den wir am Dienstag hatten. In der Overtime fehlt dann nur ein kleines bisschen, damit wir hier den Extrapunkt mitnehmen“, bilanzierte EC-Trainer Antti Karhula. DEG-Coach Harry Lange sah es ähnlich: „Im ersten Drittel waren wir ein bisschen langsam. Je länger das Spiel wurde, desto besser wurden wir. In der Overtime waren Chancen hüben wie drüben, wir machen dann das Siegtor.“
Das erste Drittel war geprägt von Ungenauigkeiten auf beiden Seiten. Die DEG verzeichnete früh eine Konterchance, verpasste aber knapp (2.). Danach zeigten sich die Gäste gefährlicher: Jordan Hickmott aus spitzem Winkel (4.) und Simon Gnyp (5.) prüften Niklas Lunemann, der diesmal im Düsseldorfer Tor stand. Sebastian Bengtsson störte das Aufbauspiel, fand aber ebenfalls keinen Weg am Keeper vorbei (10.). Selbst in eigener Unterzahl (Strafe gegen Marc El-Sayed) blieben die Hessen gefährlich, als Zach Kaiser den Puck eroberte und Lukas Ribarik bediente, dessen Schuss jedoch zu zentral geriet (11.). Simon Gnyp verhinderte kurz darauf per starkem Backcheck einen Konter der Hausherren. Da auch ein EC-Powerplay ungenutzt blieb, ging es torlos in die erste Pause.
Bad Nauheim kam mit viel Druck aus der Kabine. Hickmott legte für Bires auf, doch Lunemann parierte stark, ebenso wie wenig später im Nachfassen nach einem Distanzschuss von Christopher Fischer. Mitten in diese Drangphase hinein jubelte die DEG: Simon Thiel bediente Emil Quaas und der ließ Jerry Kuhn keine Abwehrmöglichkeit – 1:0 (23.). Parker Bowles verhinderte mit einem mutigen Block einen weiteren Treffer, auf der Gegenseite scheiterte Zach Kaiser an Lunemann. Dann schlug die Stunde von Jordan Hickmott: Der Stürmer nutzte eine kurze Orientierungslosigkeit von Lunemann nach einem Schuss von Lukas Rbarik eiskalt aus und traf zum verdienten 1:1-Ausgleich (26.). Jerry Kuhn hielt sein Team vor dem Powerbreak mit einem Hechtsprung im Spiel und parierte in der Folge überragend gegen Max Balinson (34.) und Nick Baptiste nach Zuspiel von Luca Tosto.
Der Schlussabschnitt begann ereignisarm, ehe die Hausherren aus dem Nichts zuschlugen. Kevin Norén zog von der blauen Linie ab, Jerry Kuhn war die Sicht verdeckt und die Scheibe schlug zum 2:1 (46.) ein. Bad Nauheim drängte auf den erneuten Ausgleich, musste dabei aber stets auf der Hut vor DEG-Kontern sein. Das Spiel wurde nun ruppiger. Eine Strafzeit gegen Norén (54.) brachte den EC in Position. Justin MacPherson leistete starkes Forechecking, Raphael Jakovlev verzog noch knapp. Dann nahm Ryan Olsen an seiner alten Wirkungsstätte Maß und hämmerte den Puck in den Winkel zum 2:2-Ausgleich (56.).
Die Entscheidung musste in der Verlängerung fallen. Dort hatten Sebastian Bengtsson und Justin MacPherson binnen kürzester Zeit den Siegtreffer auf dem Schläger, doch Erik Bradford sicherte auf der anderen Seite nach Vorarbeit von Michael Clarke der DEG den Extrapunkt (63.).
Düsseldorfer EG: Lunemann – Quaas, Faber, Geitner, Hammond, Balinson, Norén, Maginot, Blumenschein, Fischer, Kukuk – Tosto, Bradford, Baptiste, Orendorz, Linden, Brown, Niederberger, Clarke, Thiel, Assavolyuk, Hofmann, Münzenberger. Trainer: Harry Lange.
EC Bad Nauheim: Kuhn – MacPherson, Pruden, Erk, Fischer, Gnyp, Bidoul – Ribarik, Bires, Hickmott, Volek, Kaiser, Olsen, Bengtsson, El-Sayed, Bowles, Jakovlev, Tippmann. Trainer: Antti Karhula.
Tore:
1:0 (22:03) Quaas (Thiel, Geitner)
1:1 (25:35) Hickmott (Bires)
2:1 (45:39) Norén (Faber, Orendorz)
2:2 (55:03) Olsen (Bowles, MacPherson – PP1)
3:2 (62:53) Bradford (Clarke, Faber)
Schiedsrichter: Todam/Gawlik – Linienrichter: Dietrich/Priebsch.
Strafminuten: Düsseldorf 4, Bad Nauheim 2.
Schüsse: 37:27.
Zuschauer: 7728.
Foto: Birgit Haefner