Heimrecht verspielt: Deutliche Niederlage zum Hauptrunden-Abschluss
Der EC Bad Nauheim hat am letzten Hauptrunden-Spieltag der DEL2 eine 1:4 (1:2, 0:2, 0:0)-Auswärtsniederlage beim ESV Kaufbeuren kassiert. Vor 2510 Zuschauern in der energie schwaben arena reichte eine frühe Führung durch Jordan Hickmott nicht aus, um wichtige Punkte zu sichern. Da die Blue Devils Weiden zeitgleich in Rosenheim punkteten, zogen sie in der Tabelle an den Roten Teufeln vorbei. Die Konsequenz: Der EC verliert das Heimrecht für die anstehenden Playdowns und muss am Freitag (20:00 Uhr) zunächst in der Oberpfalz antreten, ehe am Sonntag (18:30 Uhr) das erste Heimspiel im Colonel-Knight-Stadion steigt.
„Nach 52 Spielen bekommt man das, was man verdient. Wir haben heute das Heimrecht verspielt. Wir müssen jetzt alles auf null stellen und am Freitag mit deutlich mehr Verantwortung spielen. Wir müssen uns auf einen Kampf vorbereiten“, bilanzierte EC-Trainer Antti Karhula nach der Partie. Seine Mannschaft agierte zwar optisch überlegen und verzeichnete am Ende deutlich mehr Torschüsse (22:44), doch die Joker zeigten sich vor dem Tor gnadenlos effizient.
Personell gab es auf Nauheimer Seite einige Veränderungen. Der kanadische Neuzugang Kyle Bollers feierte sein Debüt im rot-weißen Trikot. Zudem stieß Timo Kose als Verstärkung aus Frankfurt zum Team. Verzichten musste Karhula hingegen auf Ryan Olsen, der nach seinem Bandencheck gegen Kassel eine Vier-Spiele-Sperre verbüßt.
Die Partie begann vielversprechend für die Gäste. Der erste Puckgewinn gehörte dem EC und bereits nach 62 Sekunden klingelte es im Kaufbeurer Kasten: Jordan Hickmott nahm nach Zuspiel von Marius Erk und Parker Bowles Maß und traf präzise oben rechts zum 0:1. Bad Nauheim sicherte sich in der Folge mehr Spielanteile, doch die Hausherren schlugen eiskalt bei ihrer ersten echten Chance zu. Maximilian Hadraschek entschied sich bei einem Angriff gegen den Pass, zog selbst ab und ließ Jerry Kuhn im Teufel-Tor keine Abwehrchance (4.). Der EC blieb bemüht, doch aus dem Nichts folgte der nächste Nackenschlag: Eine Unachtsamkeit in der Nauheimer Hintermannschaft bestrafte erneut Hadraschek eiskalt mit seinem zweiten Treffer zum 2:1 (11.). Kaufbeuren drängte danach auf den nächsten Treffer und schnürte die Kurstädter zeitweise im eigenen Drittel ein. Ein weiteres Tor der Joker wurde zurückgenommen, da Kuhn zuvor von Brent Raedeke zu Fall gebracht wurde.
Das Mitteldrittel war geprägt von vielen Schüssen, aber wenig Zwingendem. Davis Koch und Hickmott prüften ESVK-Schlussmann Daniel Fießinger, ehe ein Wechselfehler der Hausherren dem EC das erste Powerplay bescherte. Zählbares sprang dabei jedoch nicht heraus. Besser machten es erneut die Joker: Einen Schuss ließ Kuhn nach vorne abprallen, Max Oswald stand goldrichtig und staubte zum 3:1 (32.) ab. Bad Nauheim antwortete mit wütenden Gegenangriffen, doch Lukas Ribarik scheiterte an Fießinger. Obwohl das Schussverhältnis zwischenzeitlich klar mit 33:17 für den EC sprach, jubelten nur die Gastgeber. D’Artagnan Joly erhöhte mit dem vierten Kaufbeurer Treffer (37.) auf 4:1 und sorgte damit für die Vorentscheidung vor dem zweiten Pausentee. Die Gemüter erhitzten sich zusehends, was in einem Faustkampf zwischen Marius Erk und dem Ex-Nauheimer Tyler Raedeke mündete.
Im Schlussabschnitt spielte Kaufbeuren den Vorsprung souverän herunter. Ein weiteres Powerplay der Teufel verpuffte. Die beste Aktion der Gäste in den letzten 20 Minuten hatte Andrej Bires, der sich in eigener Unterzahl den Puck vom Kaufbeurer Keeper schnappte und nach innen gab – ein Treffer resultierte daraus jedoch nicht. So liefen die letzten Minuten ereignislos von der Uhr, und die Teufel müssen sich nun auf einen harten Abstiegskampf ohne den Vorteil des ersten Heimspiels einstellen.
ESV Kaufbeuren: Fießinger – Tychonick, Mayer, Appendino, Kaiser, Koziol, Rogl, Peukert – Raedeke, McLellan, Turnbull, Blomqvist, Laaksonen, Joly, Burghart, Hadraschek, Oswald, Fischer, Kislinger, Schlenker.
Trainer: Leif Carlsson.
EC Bad Nauheim: Kuhn – MacPherson, Pruden, Erk, Fischer, Gnyp, Kölsch – Kaiser, Koch, Kose, Bowles, Volek, Hickmott, Bollers, Bires, Ribarik, Jakovlev, El-Sayed, Gaidel.
Trainer: Antti Karhula.
Tore:
0:1 (01:02) Hickmott (Erk, Bowles)
1:1 (03:58) Hadraschek (Burghart, Rogl)
2:1 (11:00) Hadraschek (Burghart)
3:1 (31:30) Oswald (Burghart)
4:1 (36:39) Joly (Burghart)
Schiedsrichter: Voit/Singer – Linienrichter: Hintermeier/Fischer.
Strafminuten: Kaufbeuren 15, Bad Nauheim 11.
Schüsse: 22:44.
Zuschauer: 2510.
Das schreibt unser Medienpartner, die Wetterauer Zeitung, zum Spiel.
Foto: Alex Winterholler