Harper trifft beim Debüt, doch EC unterliegt in Bietigheim mit 2:4
Die Führung zweimal aus der Hand gegeben und am Ende mit leeren Händen die Heimreise angetreten: Am Freitagabend verlor der EC Bad Nauheim bei den Bietigheim Steelers mit 2:4 (2:1, 0:1, 0:2). Vor 3.571 Zuschauern in der EgeTrans Arena zeigten die Roten Teufel über weite Strecken eine couragierte Auswärtsleistung, wurden in der Schlussphase jedoch für ihre verpassten Chancen im Mittelabschnitt eiskalt bestraft.
Debütant und Rückkehrer im Zeichen der rosa Schleife: Der DEL2-Spieltag stand ligaweit unter dem Motto „Pink für Prävention“, um weltweit mehr Aufmerksamkeit im Kampf gegen Brustkrebs zu generieren. Dies spiegelte sich auf dem Eis durch pinke Schiedsrichtertrikots und einen pinkfarbenen Puck beim symbolischen Bully wider. Personell gab es bei den Kurstädtern viel Bewegung: Der erst am Donnerstagvormittag eingetroffene Kanadier Stephen Harper feierte sein Debüt. Zudem meldeten sich Matt Marcinew und Leon Bußmann nach ihren Verletzungen wieder fit. Justin Volek (überzähliger Ü24-Spieler) blieb hingegen ebenso wie der angeschlagene Sebastian Cimmerman und der langzeitverletzte Jordan Hickmott in der Wetterau.
Der Spielfilm: Start nach Maß für die Hessen! Es waren gerade einmal gute drei Minuten absolviert, als Leon Bußmann einen Rebound zur frühen Führung abstaubte (4.). Die Hausherren zeigten sich unbeeindruckt und schlugen durch Cole Fonstad zum 1:1 zurück (9.). Doch der EC fand die perfekte Antwort auf dem Schläger seines Neuzugangs: Stephen Harper krönte seinen Blitzstart in Deutschland und versenkte die Hartgummischeibe zur erneuten Nauheimer 2:1-Führung (17.).
Zielstrebig kamen die Rot-Weißen aus der Kabine. Bad Nauheim dominierte das Geschehen und auch zwei eigene Unterzahlsituationen überstanden die Kurstädter dank konsequentem Penaltykilling schadlos. Das einzige Manko: Der EC verpasste es, die Führung auszubauen. Das rächte sich bitter kurz vor der Pausensirene, als Nolan Ritchie einen Schuss von Arne Uplegger unhaltbar für Kuhn zum 2:2-Ausgleich abfälschte (39.).
Im Schlussabschnitt wendete sich das Blatt. Die Steelers kamen mit viel Druck aus der Kabine und nutzten ein Powerplay eiskalt aus: Fonstad schnürte seinen Doppelpack und sorgte für die erstmalige Führung der Hausherren (45.). In der hitzigen Crunchtime warfen die Teufel noch einmal alles nach vorne. Julian Kornelli hatte den Ausgleich auf dem Schläger, fand aber gleich zweimal seinen Meister im stark reagierenden Bietigheimer Keeper Felix Noack. Als Kevin Gaudet kurz vor Schluss Keeper Kuhn zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm, machte Jack Dugan mit einem Schuss ins Empty Net zum 4:2 (59.) den Deckel drauf.
Das sagt Kevin Gaudet: „Wir sind in jedem Spiel dabei und haben die Chance, es zu gewinnen. Wir haben nicht viel zugelassen, machen dann aber kurz vor Ende des zweiten Drittels einen Fehler. Die Jungs haben hart gekämpft und sind mit viel Einsatz ins letzte Drittel gegangen, mussten dort aber eine harte Strafe hinnehmen. Wir haben anschließend alles versucht, um das Spiel noch auf unsere Seite zu ziehen, mussten uns am Ende aber geschlagen geben. Jetzt gilt es, den Fokus auf Kassel zu richten.“
Bietigheim Steelers: Noack – Bender, Pape, Uplegger, Söll, Schüle, Raabe, Hanzek – Cerny, Fonstad, Dugan, Racuk, Fischer, Ritchie, Eckl, Spitzner, Zientek, Büsing, Ziergiebel, Preibisch.
Trainer: Tim Kehler.
EC Bad Nauheim: Kuhn – Maginot, Tiffels, Keussen, Erk, Kauhanen, Pruden, Lemke – Harper, McPherson, Preto, Marcinew, Sarault, Kornelli, Pfleger, El-Sayed, Schiemenz, Bußmann, Root, Jakovlev.
Trainer: Kevin Gaudet.
Tore:
0:1 (03:14) Bußmann (Kornelli, Jakovlev)
1:1 (08:44) Fonstad (Dugan, Racuk)
1:2 (16:37) Harper (McPherson, Preto)
2:2 (38:43) Ritchie (Fischer, Uplegger)
3:2 (44:20) Fonstad (Dugan, Uplegger – PP1)
4:2 (58:48) Dugan (EN)
Schiedsrichter: Klein / Blankart – Linienrichter: Menz / Jürgens.
Strafminuten: Bietigheim 4, Bad Nauheim 6.
Schüsse: Bietigheim 26, Bad Nauheim 24.
Zuschauer: 3.571.
So hat unser Medienpartner, die Wetterauer Zeitung, das Spiel gesehen.
Foto: Dominik