Feb. 8, 2026 | APP, News

Aufholjagd, Doppelschlag, 4:2 gegen Eispiraten – Erfolgreiches Heimdebüt für Antti Karhula

Mit einer starken Willensleistung hat der EC Bad Nauheim am Sonntag einen 1:2-Rückstand gegen die Eispiraten Crimmitschau im letzten Drittel noch in einen 4:2 (1:0, 0:2, 3:0)-Erfolg verwandelt. Vor 2013 Zuschauern feierte Trainer Antti Karhula eine siegreiche Premiere vor heimischer Kulisse. Die Roten Teufel verkürzten den Abstand auf Pre-Playoff-Platz zehn auf vier Zähler. Sebastian Bengtsson, Garret Pruden, Jordan Hickmott und Justin Volek erzielten die EC-Tore.

„In den ersten 20, 30 Minuten war Crimmitschau sehr stark und wir konnten uns bei Jerry Kuhn bedanken. Mitte des Spiels ist etwas passiert, was uns zurückgebracht hat. Wir haben angefangen, die Zweikämpfe zu gewinnen, es wurde lebhafter und lauter an der Bande und wir haben Charakter gezeigt. Jetzt müssen wir es schaffen, über 60 Minuten so zu spielen, wie wir es heute die letzte halbe Stunde gemacht haben“, freute sich ein erleichterter „Upi“ Karhula.

Dessen finnischer Landsmann Jussi Tuores sagte: „Wieder und wieder und wieder. Es ist die gleiche Geschichte. Wir spielen 20, 30, 40 Minuten gut – und hören dann auf. Was wir jetzt dringend brauchen, ist Mentalität. Die Führungsspieler müssen vorangehen und der Mannschaft helfen. Wir brauchen von jedem Spieler 100 Prozent.“

Im Rahmen der DEL2-Nachhaltigkeitswoche waren für die Besucher verschiedene Aktionen wie Carpool Challenge, QR-Code-Rallye und Co. vorbereitet. Beide Clubs kämpfen noch um einen Pre-Playoff-Platz. Im eminent wichtigen Duell mit den Westsachsen musste Karhula bei seinem Heimdebüt auf die verletzten Patrick Seifert, Taylor Vause, Sebastian Cimmerman, Rik Gaidel, den erkrankten Andrej Bires und den überzähligen Ü24-Spieler Xaver Tippmann auskommen.

Etwas länger ist auch die Ausfallliste der Eispiraten: Vinny Saponari, Tim Lutz (beide noch in der Rehabilitationsphase), Corey Mackin, Christian Schneider und Nikolas Biggins fehlten verletzungsbedingt. Für Mirko Sacher sowie Dominic Walsh ist die Saison beendet.

Nervöser EC-Start ins nächste „Sechs-Punkte-Spiel“. Die Gäste wirkten zu Beginn etwas spritziger, Bad Nauheim benötigte ein paar Minuten Anlaufzeit. Beide Torhüter zeigten sich von Beginn an auf dem Posten und hielten das 0:0 fest. Das änderte sich im ersten Powerplay der Roten Teufel, als Ladislav Zigmund auf der Strafbank saß. Mit einem Mann mehr agierten die Hausherren druckvoll. Dann verlor Keeper Kevin Reich im Getümmel seine Kelle und war mit geliehenem Schläger eines Mitspielers beim Führungstreffer von Sebastian Bengtsson (16.) machtlos. Mit dem knappen Vorsprung ging es in die Kabinen.

Auch im zweiten Durchgang tauchten zunächst die Pleißestädter gefährlich vor Jerry Kuhn auf. Im ersten Versuch scheiterte Dylan Wruck am Nauheimer Schlussmann, beim zweiten Rush schaltete Tim McGauley im Rebound am schnellsten und erzielte den 1:1-Ausgleich (22.). Danach kam es knüppeldick für die Rot-Weißen. Nach einem Zweikampf an der Bande verhängten die Referees eine Fünfminuten- plus Spieldauerdisziplinarstrafe gegen EC-Topscorer Justin MacPherson. Für den Kanadier war die Partie damit beendet.

Die Kurstädter überstanden zwar die Unterzahl, aber wenig später nutzte Adam McCormick den Freiraum, den ihm die EC-Defensive gewährte und versenkte den Puck mit einem platzierten Handgelenkschuss zum 1:2 (29.) im Netz. Die besten Chancen auf Seiten der Einheimischen vergaben Lukas Ribarik, Davis Koch und Parker Bowles. Louis Brune visierte kurz vor der zweiten Sirene nur das Außennetz an.

Bengtsson und Bowles hatten unmittelbar nach Wiederbeginn den Ausgleich auf dem Schläger, doch Reich parierte glänzend und die anschließende Überzahl-Situation blieb ohne Ertrag. Bad Nauheim biss sich in die Partie, verzeichnete ein deutliches Plus an Torschüssen und kam durch den aufgerückten Verteidiger Garret Pruden zum verdienten 2:2-Gleichstand (50.). Die präzise Vorlage lieferte Ribarik.

Die Roten Teufel blieben am Drücker. Gerade mal sechs Sekunden lang hatte Ex-Teufel Denis Shevyrin in der Kühlbox Platz genommen, da drehte Jordan Hickmott das Ergebnis (52.). Der Lautstärkepegel stieg noch weiter an, nachdem Justin Volek lediglich 32 Sekunden später den Doppelschlag perfekt machte.

Über drei Minuten vor dem Ende nahm Jussi Tuores Torwart Reich vom Eis, doch die Pläne des ETC-Trainers wurden durch eine weitere Strafzeit gegen McGauley durchkreuzt. Crimmitschau nahm das Timeout, doch die Gastgeber brachten den wichtigen „Dreier“ in trockene Tücher.

EC Bad Nauheim: Kuhn – MacPherson, Pruden, Erk, Fischer, Gnyp, Kölsch – Bengtsson, Koch, Hickmott, Lautenschlager, El-Sayed, Bowles, Ribarik, Kaiser, Volek, Jakovlev, Kuhnekath.

Trainer:
 Antti Karhula.

Eispiraten Crimmitschau:
 Reich – McCormick, Olleff, Kreutzer, Thomas, Scalzo, Vladelchtchikov, Schmidt – Wruck, Streu, Trépanier, Zikmund, McGauley, Brune, Schmid, Shevyrin, Veber, Michel.

Trainer: Jussi Tuores.

Tore:

1:0 (15:37) Bengtsson (Bowles, Koch – PP1)

1:1 (21:41) McGauley (Zikmund, Brune)

1:2 (28:11) McCormick (Zikmund)

2:2 (49:34) Pruden (Ribarik, Koch)

3:2 (51:41) Hickmott (Bengtsson – PP1)

4:2 (52:13) Volek (Gnyp, Kaiser)

Schiedsrichter: Cespiva/Klijberg – Linienrichter: Dietrich/Jürgens.

Strafminuten: Bad Nauheim 5 plus Spieldauerdisziplinarstrafe MacPherson, Crimmitschau 10.

Schüsse: 49:31.

Zuschauer: 2013.

Foto: Chuc.de