Coup bei der DEG: Rote Teufel feiern Auswärtssieg
Mit einer taktisch disziplinierten Leistung und einem überragenden Jerry Kuhn im Tor gewann der EC Bad Nauheim das Nachholspiel bei der Düsseldorfer EG mit 4:1 (1:0, 0:1, 3:0). Vor 3794 Zuschauern im PSD BANK DOME zeigten die Roten Teufel über 60 Minuten eine geschlossene Mannschaftsleistung und belohnten sich im Schlussdrittel für ihren Aufwand. Simon Gnyp, Jordan Hickmott und Zach Kaiser sorgten spät für klare Verhältnisse, nachdem Parker Bowles die Teufel im ersten Drittel in Führung brachte.
„Das war wahrscheinlich unser bestes Spiel, seitdem ich hier bin. Wir haben solide 60 Minuten gespielt. Vor allem die ersten Minuten waren entscheidend, weil wir dem Druck standhalten konnten und uns Jerry im Spiel gehalten hat. Ich freue mich sehr für die Jungs“, zeigte sich EC-Trainer Antti Karhula hochzufrieden. Ganz anders die Stimmungslage bei DEG-Coach Harry Lange: „Grausames Spiel. Die ersten fünf Minuten waren okay. Dann hat es sich so angefühlt, als würden wir aufgrund unserer Chancen irgendwann einen reinmachen, aber uns fehlt der Killerinstinkt.“
Personell gab es Veränderungen bei den Kurstädtern: Aus Frankfurt unterstützte Fabio Kose das Team, dafür fehlte Philipp Bidoul. Weiterhin nicht dabei waren die verletzten Leistungsträger Taylor Vause, Patrick Seifert, Sebastian Cimmerman, Rik Gaidel sowie Julian Lautenschlager und der überzählige Xaver Tippmann. Bei den Hausherren feierte Neuzugang Nick Baptiste sein Debüt.
Die DEG startete druckvoll in die Partie. Leon Niederberger (2.) und kurz darauf Marco Münzenberger, der nach einem Aufbaufehler frei zum Abschluss kam, prüften Jerry Kuhn früh. Der EC-Schlussmann war hellwach. Bad Nauheim lauerte auf Konter: Andrej Bires scheiterte nach einem Break an Ryan Bednard (5.), Parker Bowles verzog nach starkem Dribbling knapp (10.). Dann die Führung für die Gäste: Sebastian Bengtsson trieb die Scheibe über links nach vorne, Justin MacPherson leitete gedankenschnell weiter und Parker Bowles vollendete die sehenswerte Kombination zum 0:1 (12.). Die Teufel überstanden eine Unterzahl souverän und hatten Pech, als Bowles nach einem Bednard-Fehler nur den Pfosten traf (17.). Glück hatten die Hessen kurz vor der Pause, als Max Faber den Ausgleich verpasste.
Das Mitteldrittel begann mit dominanten Hausherren, doch die Karhula-Truppe setzte immer wieder Nadelstiche. Kuhn parierte stark gegen Clarke (25.). Die Partie wurde nun zusehends ruppiger und zäher, was in einer Auseinandersetzung zwischen Davis Koch und Nick Baptiste gipfelte, für die beide Akteure fünf Minuten in die Kühlbox mussten. Zwei Überzahlmöglichkeiten ließen die Roten Teufel ungenutzt. Das rächte sich kurz vor der zweiten Sirene: Die DEG fuhr einen schnellen Konter, Baptiste legte quer auf Luca Tosto, der zum 1:1-Ausgleich (38.) einschob.
Im Schlussabschnitt spielten beide Teams mit offenem Visier. Erik Bradford scheiterte an Kuhn, auf der Gegenseite fehlte bei Volek und Bengtsson die letzte Konsequenz. Die Vorentscheidung fiel binnen 51 Sekunden: Erst versenkte Simon Gnyp ein Zuspiel oben rechts im Winkel zum 1:2 (48.), dann nutzte Jordan Hickmott eine Überzahlsituation eiskalt aus und traf präzise zum 1:3 (49.). Die DEG warf in der Schlussphase alles nach vorne, doch Bad Nauheim verteidigte leidenschaftlich. Als Harry Lange seinen Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers zog, sorgte Zach Kaiser mit dem Treffer ins verwaiste Tor für die Vorentscheidung (58.).
Düsseldorfer EG: Bednard – Hammond, Maginot, Blumenschein, Faber, Balinson, Fischer, Kukuk – Tosto, Bradford, Baptiste, Orendorz, Linden, Brown, Niederberger, Clarke, Thiel, Assavolyuk, Hofmann, Münzenberger.
Trainer: Harry Lange.
EC Bad Nauheim: Kuhn – MacPherson, Pruden, Erk, Fischer, Gnyp, Kose, Kölsch – Ribarik, Koch, Hickmott, Kaiser, Bires, Volek, Bengtsson, El-Sayed, Bowles, Jakovlev, Kuhnekath.
Trainer: Antti Karhula.
Tore:
0:1 (11:28) Bowles (MacPherson, Bengtsson)
1:1 (37:44) Tosto (Bradford, Baptiste)
1:2 (47:39) Gnyp (Hickmott, Ribarik)
1:3 (48:30) Hickmott (Jakovlev – PP1)
1:4 (57:56) Kaiser (EN)
Schiedsrichter: Gossmann/Engelmann– Linienrichter: Dietrich/Schuster.
Strafminuten: Düsseldorf 13, Bad Nauheim 13.
Schüsse: 34:24.
Zuschauer: 3794.
Foto: Birgit Haefner