Ernüchterndes „80-Jahre-Jubiläumsspiel“ – 0:2 gegen Schlusslicht Kaufbeuren
Große Ernüchterung bei den Roten Teufeln. Die direkte Konkurrenz punktete und der EC Bad Nauheim verlor sein Jubiläumsspiel am Sonntag vor 3546 erwartungsfrohen Zuschauern mit 0:2 (0:0, 0:1, 0:1) gegen Schlusslicht ESV Kaufbeuren. Im Powerplay blieb der EC ineffizient – auch bei einer 1:21-minütigen doppelten Überzahl. Nach dem hart erkämpften 4:3-Sieg in Freiburg verpasste der EC eine bessere Punkteausbeute am Wochenende. Der Rückstand auf den letzten Pre-Playoff-Rang zehn ist nach dem 39. DEL2-Spieltag auf neun Zähler angewachsen.
„Das war nicht professionell. Mit einer solchen Leistung kann man in dieser Liga gegen keinen Gegner gewinnen. Wir haben den Kampf nicht angenommen. Das war zu wenig und wir haben es heute nicht verdient“, sagte ein tief enttäuschter EC-Trainer Peter Russell. Sein Gegenüber Leif Carlsson resümierte: „Wir haben das gut gemacht. Vor allem in der brenzligen Situation, als wir nur drei Spieler auf dem Eis hatten. Das ist ein Mannschaftserfolg. Die drei Punkte sind für uns sehr wichtig.“
Schon bei der Anreise zum Colonel-Knight-Stadion war klar, dass ein erwartungsvoller Abend ansteht. Die „Fanatics“ machten mit mehreren großen Transparenten auf das „Jubiläumsspiel“ aufmerksam. Vor dem Eröffnungs-Bully begeisterte eine wunderbare Choreografie und die EC-Geschäftsführer Andreas Ortwein, der eine kurze Laudatio hielt, und Christopher Fiori sowie DEL2-Geschäftsführer Rene Rudorisch führten die offizielle Zeremonie zu Ehren von Thomas Barczikowski und Steffen „Fuzzy“ Michel durch, die in die Bad Nauheimer Hall of Fame aufgenommen wurden.
Erneut mussten die Kurstädter auf Topscorer Justin MacPherson, Andrej Bires, Sebastian Cimmerman, Rik Gaidel und Patrick Seifert verzichten. Zach Kaiser kehrte anstelle von Philipp Kuhnekath ins Lineup zurück. Bei den Bayern, die am vergangenen Wochenende ihr 80-jähriges Bestehen gefeiert hatten, fehlten die Ex-Teufel Henri Kanninen (Saison-Aus nach OP) und Rihards Babulis, der für den EV Füssen im Einsatz war. Ebenfalls auf der ESVK-Ausfallliste standen Joe Cassetti, Jonny Tychonick, Dartagnan Joly, John Rogl und Tyson McLellan.
Vor den Augen von zahlreichen ehemaligen VfL- und EC-Größen legten die in speziell angefertigten Sondertrikots spielenden Hausherren gleich schwungvoll los, ohne sich richtig gute Gelegenheiten erarbeiten zu können. Jordan Hickmott (16.) und Sebastian Bengtsson (20.) besaßen die besten EC-Chancen. Auf der anderen Seite fälschte Jere Laaksonen ein Schuss von Yannik Burghart gefährlich ab (18.). Mit dem torlosen Remis wurden die Seiten gewechselt.
Kalte Dusche für die Roten Teufel zu Beginn des Mittelabschnitts. Sami Blomqvist schaltete gedankenschnell und wuchtete die Scheibe zur Gäste-Führung (24.) ins Netz. Im zu durchsichtigen Powerplay verpasste es der EC, eine passende Antwort zu geben. Im Gegenteil, Alec Zawatsky bot sich die Möglichkeit zum Shorthander, doch Jerry Kuhn parierte. Auch der ESVK wusste mit seiner ersten Überzahlsituation nur wenig anzufangen.
Viele Zweikämpfe, viele Stockfehler, wenig flüssige Aktionen. Bad Nauheim fand keine Mittel, die Allgäuer ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Auch Einzelaktionen, beispielsweise von „Goldhelm“ Parker Bowles (31.), brachten nichts Zählbares. Die beste Kaufbeurer Chance von Nicolas Appendino (34.) vereitelte Kuhn.
Der Wurm war drin. Eine 1:21-minütige doppelte Überzahl vergeudeten die Rot-Weißen zu Beginn des Schlussabschnitts fahrlässig. Dann bewahrte Kuhn seine Mannschaft im ESVK-Powerplay gegen Ex-Nationalspieler Bernhard Ebner vor Schlimmerem. Erneut konnte der EC aus einem Powerplay kein Kapital schlagen. Wieder einmal lief dem EC die Zeit davon. 2:07 Minuten vor der finalen Sirene versuchten es die Gastgeber mit dem sechsten Feldspieler. Vergebens, denn Zawatsky machte den Sack mit einem Treffer ins verwaiste Nauheimer Gehäuse zu. Nach der Partie durfte sich Cody Porter vor dem Gästeblock für seinen Shutout feiern lassen.
EC Bad Nauheim: Kuhn – Erk, Fischer, Bidoul, Pruden, Tippmann, Gnyp – Bengtsson, Koch, Hickmott, Lautenschlager, Vause, Bowles, Ribarik, El-Sayed, Volek, Jakovlev, Kaiser.
Trainer: Peter Russell.
ESV Kaufbeuren: Porter – Ebner, Mayer, Appendino, Kaiser, Kislinger, Groß, Peukert – Blomqvist, Laaksonen, Burghart, Zawatsky, Raedeke, Oswald, Fischer, Hadraschek, Nikitins, Reinwald, Koziol, Schlenker.
Trainer: Leif Carlsson.
Tore:
0:1 (23:51) Blomqvist (Laaksonen, Appendino)
0:2 (58:58) Zawatsky (Raedeke – EN)
Schiedsrichter: Steingross/Lehmann – Linienrichter: Lamberger/Borger.
Strafminuten: Bad Nauheim 6, Kaufbeuren 10.
Schüsse: 37:27.
Zuschauer: 3546.
Fotos: Chuc.de
Hier kommen unsere Impressionen vom heutigen Spiel: