März 15, 2026 | APP, News

Goldenes Tor Fischer, Shutout Kuhn – EC holt sich die 2:0-Serien-Führung

Dramatik pur am Großen Teich. Dank eines überragenden Torhüters Jerry Kuhn und dem goldenen Treffer von Verteidiger Christopher Fischer gewann der EC Bad Nauheim am Sonntag vor 2853 Zuschauern mit 1:0 (0:0, 1:0, 0:0) gegen die Blue Devils Weiden. Die Roten Teufel gingen in der Playdown-Serie mit 2:0 in Führung und benötigen noch zwei Siege zum DEL2-Klassenerhalt.

„Was für ein Spiel! Es ist schade, dass es die Playdowns sind, weil wir eigentlich Play-Off-Eishockey sehen. Beide Teams haben hervorragend gekämpft. Jerry Kuhn war heute fantastisch und wir hatten am Ende ein bisschen Glück. Wir sind froh über den zweiten Sieg“, sagte ein erleichterter EC-Trainer Kevin Gaudet. Alan Letang, der Coach der Blue Devils, bilanzierte: „Wir haben nur Latte und Pfosten getroffen. Bad Nauheim hat gut verteidigt. Jetzt müssen wir am Mittwoch zu Hause das Momentum auf unsere Seite ziehen.“

Die Hausherren vertrauten auf die gleiche Formation, die am Freitagabend die 1:0-Serien-Führung erkämpft hatte. Neuzugang Kyle Bollers musste als überzähliger Kontigent-Profi auf der Tribüne Platz nehmen, Ryan Olsen brummte Partie Nummer drei seiner Vier-Spiele-Sperre ab. Bei den Gästen kehrte der kanadische Stürmer Alex-Olivier Voyer ins Aufgebot zurück, dafür war kein Platz mehr auf dem Spielberichtsbogen für dessen Landsmann Tyler Ward. Voyer verlängerte unter der Woche seinen Vertrag bei den Blau-Weißen für die nächste Spielzeit – ebenso wie Verteidiger Calvin Pokorny und Schlussmann Michael McNiven.

Mit einer Doppelchance (2.) für Parker Bowles und einem Break (3.) von Lukas Ribarik startete der EC mit dem Fuß auf dem Gaspedal in Playdownduell Nummer zwei. Weiden meldete sich erstmals in der vierten Minute zu Wort, aber Jerry Kuhn entschärfte Noah Samanskis Versuch und klärte danach gegen Luca Gläser (8.). Nauheims Keeper fischte auch den gefährlichen Handgelenkschuss von Neal Samanski (9.) aus dem Slot sowie einen wuchtigen Schlagschuss von Zach Tsekos (10.).

Die bis dato beste Gelegenheit verpasste Davis Koch (12./Vorlage Jordan Hickmott). Kuhn verhinderte auf der anderen Seite einen Bauerntrick Maximilian Kolbs (14.). Der Torschrei lag den EC-Fans auf den Lippen, als Bowles freie Schussbahn hatte, doch dem EC-Angreifer kam ausgerechnet Teamkollege Andrej Bires in die Quere – Riesen-Dusel für die Blue Devils (16.). Mit dem torlosen Remis ging es in die Kabinen.

Feuer frei im zweiten Drittel nach zehn Sekunden. Hickmott prüfte McNiven, der mit der Fanghand parierte. Glück für Weidens Torhüter im ersten Powerplay: Fast wäre Noah Samanski ein „Eigentor“ unterlaufen, aber mit den Schonern kratzte McNiven die Scheibe im allerletzten Moment von der Torlinie (21.). Beide Teams schenkten sich im Abstiegskrimi nichts. Es wurde um jeden Zentimeter Eis gefightet und verbissene Zweikämpfe geführt. Die Gäste verstärkten in dieser Phase den Druck, doch Kuhn hielt gegen Paul Vinzens, Luca Gläser (beide 28.) und Cedric Schiemenz (29.) die Null. Ein von Julian Lautenschlager abgefälschter Puck rutschte knapp am Kasten vorbei (31.).

Die Erlösung aus EC-Sicht: Den Führungstreffer der Roten Teufel bereitete Koch mustergültig vor. Christopher Fischer zog von der blauen Linie ab und die Scheibe schlug im Weidener Netz ein – 1:0 (34.). Das Stadion kochte. Anschließend wehrte Kuhn zunächst glänzend gegen Calvin Pokorny ab und rettete mit einem spektakulären Save gegen Gläser (35.). Die Blue Devils drängten auf den Ausgleich. Kuhn blieb Sieger gegen Kolb (38.) und Neal Samanskis Geschoss (40.) zischte haarscharf am Tor vorbei. Dazwischen vergab Sebastian Bengtsson (39.) die Chance, den Vorsprung auszubauen.

Glücksgöttin Fortuna schlug sich auf die Seite der Rot-Weißen, als zunächst Fabian Voit von Kuhn gestoppt wurde und Gläser nur Sekundenbruchteile später den Pfosten anvisierte (45.). Nach einem schnellen Konter fand Bengtsson seinen Meister in McNiven (48.). Dank Kuhn und zwei geblockten Schüssen von Justin MacPherson überstand Bad Nauheim das erste Überzahlspiel der Gäste schadlos (50.). Den EC-Fans stockte der Atem erneut, nachdem Noah Samanski ans Gestänge zielte. In der dramatischen Schlussphase blieb Kuhn der Fels in der Brandung. Weiden nahm den Torwart zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis, aber auch eine Auszeit 38,6 Sekunden vor der Sirene nutzte den Oberpfälzern nichts mehr.

EC Bad Nauheim: Kuhn – MacPherson, Pruden, Erk, Fischer, Bidoul, Gnyp – Bengtsson, Koch, Hickmott, Lautenschlager, Bires, Bowles, Kaiser, El-Sayed, Volek, Cimmerman, Jakovlev, Ribarik.

Trainer: Kevin Gaudet.

Blue Devils Weiden: McNiven – Muck, Kolb, Bohac, Pokorny, Ribnitzky, Schwaiger, Marusch – Schiemenz, Tsekos, Vinzens, Gläser, Voit, Edfelder, Vogt, Noah Samanski, Voyer, Thal, Neal Samanski, Miller.

Trainer: Alan Letang.

Tore:

1:0 (33:30) Fischer (Koch, Hickmott)

Schiedsrichter: Cespiva/Polaczek – Linienrichter: Borger/Van Himbeeck.

Strafminuten: Bad Nauheim 6, Weiden 6.

Schüsse: 17:38.

Zuschauer: 2853.

So hat unser Medienpartner, die Wetterauer Zeitung, das Spiel gesehen.

Foto: Chuc.de