Grandiose Team-Leistung! Taylor Vause trifft zum Derby-Sieg der Roten Teufel

Welch ein wunderbarer Tag für den EC Bad Nauheim und seine vielen Anhänger: Kapitän Marc El-Sayed feiert nach exakt 300 Tagen Pause sein Comeback, und das ausgerechnet zum Hessen-Derby in Frankfurt. Die Roten Teufel, begleitet und angefeuert von rund 600 Fans, behalten nach großartigem Kampf verdient mit 3:2 (1:1, 1:1, 1:0) die Oberhand. Damit feiert das Team von Trainer Harry Lange im vierten Auswärtsspiel der Saison den vierten Sieg. Die Löwen hingegen, die zuvor alle Begegnungen vor heimischer Kulisse souverän gewonnen hatten, kassieren die erste Heimniederlage. „Das war ein unglaubliches Spiel meiner Mannschaft. Es war eine tolle Leistung“, lobte Lange. Dass ausgerechnet Taylor Vause den entscheidenden Treffer markierte, passte ins Bild. Der Vorlagen-König traf in Unterzahl in der 46. Minute zum entscheidenden 3:2 für die Rot-Weißen, die in der Endphase einer dramatischen Partie auch das nötige Quäntchen Glück hatten.

Der Spielfilm: Von der ersten Sekunde wurde klar, dass keiner in diesem brisanten Duell etwas zu verschenken hatte. Hessen-Derby, Tabellenplatz 1 gegen 3, ein echtes Spitzenspiel. Und genau so ging es auch los. Es waren keine 60 Sekunden gespielt, da hatte Jordan Hickmott die erste Möglichkeit für die Roten Teufel, doch die Löwen-Fans jubelten praktisch im Gegenzug. Nach 94 Sekunden schloss Verteidiger Max Faber für die Löwen aus der Distanz ab und traf perfekt in den Winkel. Doch der EC Bad Nauheim, der erneut auf den angeschlagenen Christoph Körner verzichten musste, ließ sich von dem frühen Rückstand nicht beeindrucken und spielte durchaus beherzt nach vorne. Nach sieben Minuten durfte der prall gefüllte Gästeblock dann auch jubeln, als Jordan Hickmott einen Abpraller schnappte und clever über die Linie bugsierte. Im weiteren Verlauf wurde schnell klar, warum hier zwei Top-Teams aufeinander trafen. Das Tempo war hoch, es ging hin und her. Gegen Ende des ersten Abschnitts stand Felix Bick im Mittelpunkt, der zahlreiche Schüsse der stürmischen Frankfurter abwehrte.

Gleich zu Wiederbeginn des zweiten Abschnitts war abzusehen, dass die Partie nicht an Geschwindigkeit verlieren sollte. Frankfurt drängte, Bad Nauheim lauerte auf Konter. 23 Minuten waren gespielt, als Goldhelm Taylor Vause zu einem Solo ansetzte und abschloss. Der Schuss saß zwar nicht, aber Frankfurt Goalie Hildbrand konnte nur abtropfen lassen, so dass Fabian Herrmann die 2:1-Führung für die Roten Teufel erzwingen konnte.
Der Tabellenführer aus Frankfurt bestimmte fortan optisch das Spielgeschehen, aber der EC setzte immer wieder gefährliche Nadelstiche. Dennoch war der Dauerdruck der Frankfurter in der 29. Minute erfolgreich, als Pierre Preto mit einem trockenen Abschluss aus halblinker Position den Ausgleich besorgte.

Dann ging es zur Sache. Innerhalb von wenigen Minuten hatten Taylor Vause und Tristan Keck beste Möglichkeiten, beide scheiterten jedoch an Jake Hildebrand im Kasten der Löwen. Das nervenaufreibende Spiel ließ auch die Spieler nicht kalt, denn Marius Erk und Philipp Wachter lieferten sich in der 36. Minute einen Faustkampf. Beide mussten jeweils für sieben Minuten in die Kühlbox.

Das letzte Drittel, welch ein Krimi!  Es begann eigentlich optimal für die Hausherren. Huba Sekesi kassierte eine kleine Strafe. Frankfurt, das die beste Powerplay-Bilanz der Liga hat, formierte sich. Trainer Bo Subr schickte seine Top-Reihe auf das Eis, aber die ECN-Cracks warfen sich leidenschaftlich in die Schüsse, Felix Bick glänzte mit tollen Reflexen. Und dann kam sie, die alles entscheidende Szene: Die Roten Teufel konnten sich aus dem Würgegriff der Frankfurter befreien. Taylor Vause startete durch, steuerte auf Hildebrand zu und traf diesmal cool zu 3:2 aus der Sicht des EC Bad Nauheim. Der erste Saisontreffer für den Spielmacher, die Fans flippten aus.

Frankfurt warf danach alles nach vorne. Kevin Maginot traf die Latte. In Unterzahl tauchte Carson McMillan alleine vor Felix Bick auf, aber der Keeper spielte eine überragende Partie, hielt Puck und drei Punkte fest.

Welch eine grandiose Leistung des EC Bad Nauheim!

Am Sonntag geht es weiter, dann gastiert Dresden im Colonel-Knight-Stadion. Beginn ist um 18:30 Uhr.

Löwen Frankfurt: Hildebrand – Raymond, Wirt, Sonnenburg, Faber, Maginot, Erk – Carey, Mieszkowski, Preto, Schwartz, Moser, Wruck, Wenzel, McMillan, Sykora, Strodel, Vogt, Dmitriev.

Trainer: Bohuslav Subr.

EC Bad Nauheim: Bick – Kevin Schmidt, Wachter, Sekesi, Stephan, Tomas Schmidt, Dobryskin – Wörle, Vause, Keck, Pollastrone, Hickmott, Reiter, Leon Köhler, Herrmann, Mick Köhler, van Calster, El-Sayed.

Trainer: Harry Lange.

Tore: 1:0 (01:34) Faber (Wruck, Schwartz), 1:1 (06:04) Hickmott (Reiter, Tomas Schmidt), 1:2 (22:19) Herrmann (Vause, Mick Köhler), 2:2 (28:20) Preto (Wruck, Faber), 2:3 (45:27) Vause (Stephan, Keck – 4:5).

Schiedsrichter: Falten/Janssen. – Linienrichter: Otten/Voß.

Strafminuten: Frankfurt 12 + 5 Erk – Bad Nauheim 8 + 5 Wachter.

Zuschauer: 6002.

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