Hattrick und Shutout: EC Bad Nauheim mit 4:0-Erfolg in Weiden
Die Roten Teufel haben in der Playdown-Serie ein Ausrufezeichen gesetzt! Mit einem souveränen 4:0 (0:0, 3:0, 1:0)-Auswärtssieg bei den Blue Devils Weiden holte der EC Bad Nauheim am Mittwochabend einen eminent wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt. Vor 2006 Zuschauern in der Hans-Schröpf-Arena glänzte Jordan Hickmott mit einem beeindruckenden Hattrick, während Jerry Kuhn zwischen den Pfosten einen tadellosen Shutout feierte.
„Das erste Drittel war wie die letzten zwei Spiele: Beide Mannschaften waren sehr defensiv, Weiden hatte mehr Schüsse als wir und wir haben zumindest kein Gegentor kassiert. Im zweiten Drittel war die große Strafe ausschlaggebend. Wir haben getroffen und nachgelegt, und in dieser Serie ist es einfach schwierig, zurückzukommen“, bilanzierte ein rundum zufriedener EC-Headcoach Kevin Gaudet auf der anschließenden Pressekonferenz.
In Spiel drei der Serie vertraute Gaudet weitgehend dem bewährten Personal. Ryan Olsen fehlte weiterhin aufgrund seiner Sperre und saß sein letztes Spiel ab. Tjark Kölsch verstärke die Reihen zusätzlich.
Das erste Drittel begann mit einem Bullygewinn der Hausherren, doch der EC sicherte sich kurzum den Puck. Die Anspannung der Playdown-Serie war sofort spürbar, als sich bereits nach wenigen Sekunden erste Nickligkeiten auf dem Eis abspielten. Nennenswerte Torchancen ließen jedoch auf beiden Seiten auf sich warten. Der Puck lief munter hin und her, wobei die Blue Devils optisch leicht im Vorteil schienen. In der 13. Minute machte Tyler Ward mächtig Druck, doch Jerry Kuhn war zur Stelle und klärte sicher. Ohne Tore ging es für beide Teams in die erste Pause.
Der Mittelabschnitt sollte zum Wendepunkt der Partie werden. Keine Minute war gespielt, als Weidens Fabian Voit nach einer Behinderung mit einer Fünf-Minuten- plus Spieldauerdisziplinarstrafe belegt wurde. Das fällige Powerplay nutzten die Kurstädter eiskalt: Parker Bowles nahm einen Puck, der von der Hintertorbande zurückprallte, im Fallen direkt und versenkte ihn zur viel umjubelten 1:0-Führung (22.). Zwar blieb der Rest der langen Überzahl ungenutzt, doch der Treffer gab den Hessen Auftrieb. Auf der Gegenseite prüfte Luca Gläser den starken Kuhn (32.), der jedoch nicht zu überwinden war. Die Weidener drängten, wurden aber anfällig für Konter. Als Justin Volek bei einem Alleingang regelwidrig gestoppt wurde, entschieden die Unparteiischen auf Penalty. Jordan Hickmott übernahm die Verantwortung und hämmerte das Hartgummi wuchtvoll unten rechts zum 0:2 ins Netz (34.). Weiden war nun gefordert und drückte im eigenen Powerplay auf den Anschluss, doch konsequentes Nauheimer Forechecking und ein sicherer Jerry Kuhn hielten die Null. Stattdessen schlug Hickmott erneut zu: Nach Vorarbeit von Parker Bowles und Simon Gnyp traf der Angreifer punktgenau in den linken Winkel zum 0:3 (39.).
Mit einem komfortablen Vorsprung im Rücken startete Bad Nauheim ins Schlussdrittel und hatte sogleich wieder mehr Scheibenbesitz. Ein frühes Überzahlspiel blieb zwar ohne Ertrag, doch die Weidener rannten nun wütend, aber oft kopflos an. Parker Bowles hatte nach einem tollen Alleingang das vierte Tor auf dem Schläger, wurde aber im letzten Moment noch gestört (45.). Glück hatten die Teufel kurz darauf, als eine Großchance der Blue Devils nach Videobeweis nicht als Tor gewertet wurde (46.). Es wurde hektisch vor Kuhns Kasten: Die Gastgeber schnürten den EC zeitweise ein, stocherten nach Rebounds, doch die Nauheimer Defensive warf sich leidenschaftlich in jeden Schuss und hielt die Weste weiß. Mitten in diese Sturm- und Drangphase der Hausherren setzte Jordan Hickmott den finalen Nackenschlag und schnürte seinen Hattrick zum 0:4-Endstand (49.). In den hitzigen Schlussminuten, geprägt von Strafen und zwei Faustkämpfen, versuchte Weidens Coach Alan Letang noch einmal alles und nahm den Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Es half nichts mehr – Jerry Kuhn und die Rote Teufel brachten den Shutout souverän über die Zeit.
Blue Devils Weiden: McNiven – Ribnitzky, Schwaiger, Bohac, Pokorny, Muck, Kolb, Glas-Bader – Vogt, Voyer, Vinzens, Edfelder, Voit, Gläser, Ward, Noah Samanski, Neal Samanski, Schiemenz, Thal, Miller.
Trainer: Alan Letang.
EC Bad Nauheim: Kuhn – MacPherson, Pruden, Erk, Fischer, Bidoul, Gnyp, Kölsch – Bengtsson, Koch, Hickmott, Lautenschlager, Bires, Bowles, Kaiser, El-Sayed, Volek, Ribarik, Jakovlev, Cimmerman.
Trainer: Kevin Gaudet.
Tore:
0:1 (21:33) Bowles (MacPherson, Koch – PP1)
0:2 (33:59) Hickmott (PS)
0:3 (38:53) Hickmott (Bowles, Gnyp)
0:4 (48:39) Hickmott (Koch, Volek)
Schiedsrichter: Pálkövi / Moosberger – Linienrichter: van der Heyd / Höfer.
Strafminuten: Weiden 21 (+ Spieldauer Voit), Bad Nauheim 14.
Schüsse: 41:27.
Zuschauer: 2006.
Das schreibt unser Medienpartner, die Wetterauer Zeitung, zur Partie.
Foto: Elke Englmaier