Hessenmeister! Rote Teufel bezwingen Kassel im Final-Krimi
Grenzenloser Jubel im Colonel-Knight-Stadion: In einem hochdramatischen „Final Four“-Endspiel bezwangen die Amateure der Roten Teufel (RT Bad Nauheim) den Dauerrivalen EJ Kassel 89ers mit 5:3 (2:1, 1:1, 2:1). Vor rund 500 begeisterten Zuschauern krönten sich die Kurstädter in einer hart umkämpften Partie zum zweiten Mal nach 2024 zum Eishockey-Hessenmeister und entschieden das dritte Final-Duell in Folge gegen die Nordhessen für sich.
„Ich bin unglaublich stolz auf meine Mannschaft. Diese Revanche vor heimischem Publikum zu feiern, ist etwas ganz Besonderes“, sagte ein sichtlich bewegter RT-Coach Martin Flemming nach dem prestigeträchtigen Sieg. Auf den Aufstieg in die Regionalliga wird der Verein als reine Amateurmannschaft aus terminlichen und organisatorischen Gründen jedoch verzichten, die Mission Titelverteidigung für kommendes Jahr steht aber bereits.
Nach dem souveränen 8:3-Halbfinalsieg am Samstag gegen die Löwen Frankfurt (die sich am Sonntag durch ein 8:4 gegen die Eintracht Platz drei sicherten) entwickelte sich das Endspiel von der ersten Sekunde an zu einem Traumfinale mit reichlich Zündstoff und 63 Strafminuten. Marcel Rost (11.) eröffnete den Torreigen, doch Kassel glich postwendend und höchst umstritten durch Nick Schöngart (12.) aus – eine angebliche Torhüterbehinderung blieb ungeahndet. Obwohl den Teufeln in der Folge zwei weitere Treffer aberkannt wurden, blieben sie cool: Routinier Daniel Ketter (14.) und U20-Rookie Sam Boege (25.) schraubten das Ergebnis auf 3:1.
Kassel steckte allerdings nie auf und kam durch Roman Löwing (31.) und Patrick Schädel (51.) – bei einem zwischenzeitlichen Treffer von Marcel Rost (41.) – immer wieder heran. Als es in der hitzigen Schlussphase durch Nauheimer Strafzeiten noch einmal richtig brenzlig wurde, wuchs Goalie Nils Flemming über sich hinaus. Der verdiente „Man of the Match“ hielt seinen Kasten mit sensationellen Paraden sauber, ehe sein Bruder und Kapitän Florian Flemming in Überzahl mit dem 5:3 (57.) endgültig den Deckel auf die Meisterschaft machte.
RT Bad Nauheim: Nils Flemming, Goldbrunner – Lindemann, Hampl, Schäfer, Hirsch, Schuh, Ketter, Markus Rost – Schröer, Voskresenskij, Stupa, Sasek, Stark, Krau, Florian Flemming, Boege, Marcel Rost.
EJ Kassel 89ers: Möller, Stieglitz – Löwing, Schöngart, Jorch, Freund, Werner, Krech, Pyszynski, Grün – Sticklies, Schädel, Bödefeld, Ast, Vihuro, Langnese, Belen.
Tore:
1:0 (11.) M. Rost
1:1 (12.) Schöngart
2:1 (14.) Ketter
3:1 (25.) Boege
3:2 (31.) Löwing
4:2 (41.) M. Rost
4:3 (51.) Schädel
5:3 (57.) F. Flemming (PP1)
Strafminuten: RT Bad Nauheim 21 (+ Spieldauerdisziplinarstrafe Voskresenskij), Kassel 22.
Zuschauer: 500.
Foto: Chuc.de