Justin MacPherson wird 18,6 Sekunden vor Schluss zum Matchwinner
Dramatisches Finale im Colonel-Knight-Stadion. Als am Dienstag der Jubelschrei aus den meisten der 2646 Kehlen ertönte, blieb die Spielzeit-Uhr auf der großen LED-Leinwand bei 18,6 Sekunden stehen. Mit 4:3 (1:2, 2:0, 0:1 – 1:0) nach Verlängerung besiegte der EC Bad Nauheim in einer umkämpften Partie den EV Landshut. EC-Topscorer Justin MacPherson glückte das Game-Winning-Goal, in der regulären Spielzeit trafen zweimal Sebastian Bengtsson (mit den Saisontoren Nummer vier und fünf) sowie Zach Kaiser für die Roten Teufel. Parker Bowles, der in die Mannschaft zurückkehrte, verbuchte drei Assists.
„Eine verrückte Liga. Im ersten Drittel haben wir Landshut zu viel Raum gelassen. Das zweite Drittel war das beste, das wir offensiv bisher in dieser Saison gezeigt haben. Das Team hat Charakter bewiesen, viele Chancen kreiiert und ein großartiges Finish geliefert“, freute sich Trainer Peter Russell. EVL-Coach Uwe Krupp sagte: „Ein spannendes Spiel mit viel Tempo, vielen Torchancen, bei dem die Torhüter oft im Mittelpunkt standen.“
Der EC spielte ohne Taylor Vause (überzähliger Kontingent-Profi), Christopher Fischer (gesperrt), Philipp Kuhnekath und Patrick Seifert (beide verletzt). Parker Bowles kehrte ins Lineup zurück und bildete mit Zach Kaiser und Sebastian Bengtsson die erste Sturmformation. Andrej Bires stürmte mit Lukas Ribarik und Julian Lautenschlager, Marc El-Sayed lief als Center zwischen Raphael Jakovlev und Kevin Handschuh auf.
44 Sekunden lagen zwischen der kalten Dusche in Form des 0:1-Rückstands durch Ex-Teufel Pascal Steck (7.) und dem Ausgleich von Sebastian Bengtsson (8.). Beiden Treffern gingen individuelle Schnitzer voraus. Dann vergeudeten die Hausherren ihre erste Powerplay-Möglichkeit, weil plötzlich sechs Feldspieler in Rot auf dem Eis standen. Bitter, denn just im Moment, als Jakovlev die Strafbank verließ, erzielte Tor Immo das 2:1 für die Dreihelmenstädter. Jerry Kuhn gegen Trevor Gooch (16.) und Tobias Lindberg (17.) sowie Philipp Dietl gegen Bengtsson (12.) und Marius Erk (18.) hielten das Drittelergebnis fest.
Nachdem der EC zu Beginn des zweiten Abschnitts eine Unterzahl unbeschadet überstanden hatte, verpassten in der 22. Minute zweimal Garret Pruden, Bires (im Rebound an den Pfosten) sowie Jordan Hickmott das 2:2. Die Teufel-Fans mussten sich bis zum zweiten Powerplay in diesem Abschnitt gedulden, bis es endlich bei numerischer Überlegenheit „klickte“: Justin MacPherson passte zu Bengtsson und der Schwede war mit einem wuchtigen Handgelenkschuss erfolgreich.
Eine Klasse-Kombination über Justin Volek, Hickmott und Koch stoppte Dietl mit einem Riesen-Save. Kurz darauf tauchte der Deutsch-Kanadier wieder vor dem Landshuter Gehäuse auf, wieder wollte der Puck nicht über die Torlinie. Bad Nauheim machte nun mächtig Druck. Der verdiente Lohn: Die erstmalige Führung durch Kaiser (33.), der Lautenschlagers Zuspiel verwertete.
Nach weiteren EC-Großchancen nahm EVL-Trainer Uwe Krupp das Timeout, um sein Team neu zu justieren. Glück für die Kurstädter, dass Immo in Landshuter Überzahl nur das Gestänge anvisierte (37.). Mit dem knappen 3:2-Zwischenstand ging es in die zweite Pause.
Bei einem Zwei-auf-eins-Konter verpassten es Lautenschlager und Bires den vierten Treffer nachzulegen (52.). Dietl parierte gedankenschnell. Durch Freund und Feind landete Julian Kornellis Schuss zum Ausgleich im Nauheimer Netz (53.). Koch (55.) und Bowles (56./toller Fanghandsave) scheiterten in der Schlussphase auf EC-Seite.
EC Bad Nauheim: Kuhn – MacPherson, Pruden, Erk, Gnyp, Tippmann, Kölsch, Kettler – Bengtsson, Kaiser, Bowles, Volek, Koch, Hickmott, Ribarik, Bires, Lautenschlager, Jakovlev, El-Sayed, Handschuh.
Trainer: Peter Russell.
EV Ladshut: Dietl – Bergman, Plouffe, Dietz, Dersch, Lindner, Haš, Scheibengraber – Mayenschein, Kornelli, Wenzel, Lindberg, Stieler, Immo, Gooch, Koskenkorva, Elsner, Steck, Park, Gaus.
Trainer: Uwe Krupp.
Tore:
0:1 (06:21) Steck (Park, Lindner)
1:1 (07:05) Bengtsson, Kaiser)
1:2 (10:31) Immo (Stieler, Elsner)
2:2 (27:59) Bengtsson (MacPherson – PP1)
3:2 (32:59) Kaiser (Lautenschlager)
3:3 (52:38) Kornelli (Mayenschein, Lindner)
4:3 (64:41) MacPherson (Koch, Bowles)
Schiedsrichter: Todam/Laudan – Linienrichter: Borger/Schuster.
Strafminuten: Bad Nauheim 6, Landshut 6.
Zuschauer: 2646.
Foto: Chuc.de