Jan. 11, 2026 | APP, News

Knappe Overtime-Niederlage: Rote Teufel nehmen einen Punkt aus Bietigheim mit

Die Roten Teufel haben einen Auswärtssieg knapp verpasst. Vor 3972 Zuschauern in der EgeTrans Arena, darunter rund 250 lautstarke und großartig unterstützende Anhänger aus der Wetterau, unterlagen die Kurstädter den Bietigheim Steelers mit 1:2 nach Verlängerung (0:0, 1:0, 0:1/0:1). Trotz einer starken Leistung von Goalie Jerry Kuhn und der Führung durch Julian Lautenschlager reichte es am Ende nur zu einem Zähler, da Brett Kemp in der Overtime die Entscheidung herbeiführte.

Personell vertraute EC-Coach Peter Russell im Tor auf Jerry Kuhn. Im Angriff ersetzte Rik Gaidel den verletzten Sebastian Cimmerman, zudem kehrten Andrej Bires und Xaver Tippmann ins Lineup zurück.

Beide Teams starteten fokussiert ins Duell. Das erste Bully ging an den EC, der in der Anfangsphase kontrolliert agierte und die eigene blaue Linie gut dichthielt. Nach dreieinhalb Minuten bot sich den Gästen die erste Überzahlmöglichkeit, die jedoch ungenutzt blieb. Stattdessen wurden die Hausherren gefährlich: Brett Kemp nahm Tempo auf, scheiterte aber am aufmerksamen Jerry Kuhn. Auch in der Folge blieb Kemp der Aktivposten der Steelers und verzog in der 10. Minute nur knapp.

Als Christopher Fischer kurz vor dem Powerbreak in die Kühlbox musste, bewiesen die Teufel ihre Unterzahl-Qualität. Andrej Bires und Justin MacPherson setzten sogar offensive Nadelstiche und prüften Steelers-Goalie Olafr Schmidt. Sekunden vor der Sirene hatte Parker Bowles die Führung auf dem Schläger, brachte den Puck aber nicht über die Linie.

Schwungvoller EC-Auftakt in den zweiten Abschnitt: Nach wenigen Sekunden fanden sich die Kurstädter erneut in Überzahl wieder, taten sich jedoch schwer, in die Aufstellung zu kommen. Doch kurz darauf klingelte es: Lukas Ribarik scheiterte zunächst am Pfosten, aber Julian Lautenschlager stand goldrichtig und spitzelte den Rebound zur 1:0-Führung (24.) über die Linie.

Der Treffer brachte Tempo ins Spiel. Bietigheim drängte auf den Ausgleich, doch Teufel-Keeper Kuhn wuchs über sich hinaus. Als Kemp plötzlich völlig frei vor ihm auftauchte, hechtete Kuhn nach vorne und entschärfte die brenzlige Situation sensationell – gefeiert von „Jerry Kuhn“-Sprechchören aus dem Gästeblock.
Auch eine weitere Unterzahl (Pruden hatte die Scheibe über die Bande geklärt) überstanden die Rot-Weißen schadlos. Mit einer knappen, aber verdienten Führung ging es in die zweite Pause.

Im Schlussdrittel erhöhten die Steelers den Druck. Bad Nauheim hielt dagegen und hatte durch Lautenschlager die Riesenchance zur Vorentscheidung: Nach einer tollen Bewegung verzog der Stürmer jedoch knapp. Auf der Gegenseite parierte erst Kuhn mehrfach stark gegen Jack Dugan (51.), ehe der Querbalken für die Hessen rettete.

Die Schlüsselszene folgte sieben Minuten vor dem Ende: Parker Bowles kassierte wegen Beinstellens und unsportlichen Verhaltens eine 2-plus-2-Minuten-Strafe. Bietigheim nutzte das Powerplay: Ein Schuss von der Blauen Linie konnte Kuhn noch abwehren, doch Dugan drückte die Scheibe zum 1:1 (54.) über die Linie. Die restliche Unterzahl überstand der EC unbeschadet. Da der „Lucky Punch“ in der Crunchtime ausblieb, ging es in die Verlängerung.

Dort mussten die Teufel eine bittere Pille schlucken. Nach einer Strafe wegen hohen Stocks agierten die Hausherren mit einem Mann mehr auf dem Eis. Diese Gelegenheit ließ sich Brett Kemp nicht entgehen und erzielte den 2:1-Siegtreffer (64.).

„Das war ein ziemlich hartes Spiel. Wir haben zwei Powerplay Tore kassiert. Ich denke, wir haben das Spiel in den letzten Minuten aus der Hand gegeben, nachdem wir es in den ersten beiden Dritteln gut gemacht haben“, resümierte Peter Russel auf der anschließenden Pressekonferenz.

Bietigheim Steelers: Schmidt – Schüle, Uplegger, Söll, Dronia, Jiranek, Hochreither, Sturm – Fischer, Kemp, Racuk, Dugan, Dostie, Rust, Preibisch, McNeely, Eckl, Judin, Kanya, Scheck.
Trainer: Alexander Dück.

EC Bad Nauheim: Kuhn – MacPherson, Pruden, Fischer, Erk, Tippmann, Kölsch – Volek, Koch, Hickmott, Bengtsson, Kaiser, Bowles, Ribarik, Bires, Lautenschlager, Jakovlev, El Sayed, Gaidel.
Trainer: Peter Russell.

Tore:
0:1 (23:11) Lautenschlager (Ribarik, Bires)

1:1 (53:43) Dugan (Racuk, Uplegger – PP1)

2:1 (63:15) Kemp (Dugan, Racuk – PP1)

Schiedsrichter: Klijberg / Lajoie – Linienrichter: Jürgens / Riemel.

Strafminuten: Bietigheim 4, Bad Nauheim 10.

Schüsse: 29:25.

Zuschauer: 3972.

Foto: Timo Raiser.

Das schreibt unser Medienpartner, die Wetterauer Zeitung, zur Partie.