März 20, 2026 | APP, News

Mit Sweep zum Klassenerhalt! Furioses 5:1 gegen Weiden sichert den DEL2-Verbleib

Playoff-Kulisse, Playoff-Atmosphäre, Playoff-Intensität. Mit einem 4:0-Sweep gegen die Blue Devils Weiden hat sich der EC Bad Nauheim in der ersten Playdown-Runde den DEL2-Klassenerhalt gesichert! 4046 begeisterte Zuschauer feierten am Freitag den überzeugenden 5:1 (2:0, 2:0, 1:1)-Sieg gegen die Oberpfälzer, die in der nächsten K.o.-Runde gegen den ESV Kaufbeuren um den Liga-Verbleib kämpfen müssen. Zweimal Justin MacPherson, zweimal Zach Kaiser und Justin Volek erzielten die EC-Treffer im letzten Spiel einer nervenaufreibenden Saison.

„Beide Mannschaften haben wieder um jeden Zentimeter Eis gekämpft. Wir hatten in den ersten beiden Spielen einfach etwas mehr Glück. Ich bin stolz auf mein Team. Ich bin so lange im Geschäft, aber das hier ist wirklich etwas Besonderes“, äußerte sich EC-Trainer Kevin Gaudet. Ein sichtlich enttäuschter Weiden-Coach Alan Letang resümierte: „Ich will nicht wirklich über das Spiel und über die Serie sprechen. Bad Nauheim hat es mehr gewollt, hat mehr getan.“

Gaudet, der vor eineinhalb Wochen die „verrückte Aufgabe“ angetreten hatte, vertraute exakt der gleichen Formation, die am Mittwoch in der Hans-Schröpf-Arena den dritten Sieg eingefahren hatte. Für Ryan Olsen, dessen Vier-Spiele-Sperre abgelaufen war, und Kyle Bollers (überzähliger Kontingentprofi) blieb nur der Platz auf der Tribüne. Die Gäste mussten im Vergleich zum Mittwoch kurzfristig auf Neal Samanski (Unterkörperverletzung) verzichten.

Zehn Sekunden gespielt, erste Chance: Justin Volek passte zu Jordan Hickmott, doch der Tip-In-Versuch des Torjägers rutschte knapp am Kasten vorbei. Calvin Pokorny (3.) bot sich die erste Gelegenheit der Oberpfälzer, doch Jerry Kuhn parierte mit der Stockhand. Einen gefährlichen Abschluss von Sebastian Bengtsson (7.) entschärfte Blue Devils-Keeper Michael McNiven.

Ein Doppelschlag binnen 42 Sekunden sorgte für rot-weiße Ekstase auf den Rängen. Zunächst traf Justin MacPherson zum frenetisch umjubelten 1:0 (8.), dann vollendete Zach Kaiser eine starke Einzelleistung, umkurvte McNiven und bugsierte die Scheibe im Fallen mit der Rückhand ins Netz (9.). Zwei Wirkungstreffer für Weiden. „Goldhelm“ Davis Koch hatte den dritten Treffer auf der Kelle, aber McNiven hielt. Das mögliche Anschlusstor verhinderte Kuhn gegen den einschussbereiten Fabian Voit (12.).

In der Drittelpause feierten die Fans den Kanadier Taylor Vause mit Sprechchören. Der verletzte Stürmer betätigte sich mit EC-Fahne als Stimmungsmacher vor der Südkurve. Die Roten Teufel drängten zu Beginn des Mittelabschnitts auf die Vorentscheidung. Koch visierte den Pfosten an, Voleks Nachschuss wurde zur Beute von McNiven (23.). Dann verpassten Kaiser und Julian Lautenschlager (beide 24.).

Machtlos war McNiven nach einer halben Stunde. Volek wuchtete den Puck kompromisslos zum 3:0 (31.) in die Maschen. „Heja, heja, ECN.“ Das Publikum trieb die Gaudet-Truppe immer wieder an. Hinten stand die Null, weil Kuhn gegen Gläser glänzend abwehrte (32.). Zwei Einzelleistungen von Parker Bowles (34./37.) führten nicht zum Erfolg, Simon Gnyp verfehlte das Gehäuse nur hauchdünn (38.). Vor der zweiten Sirene nutzten die Kurstädter ein Powerplay zum 4:0 (40.) durch MacPherson.

Die Rot-Weißen verteidigten auch im Penaltykilling effektiv. Alex-Olivier Voyer scheiterte an Kuhn. Als Bad Nauheims Schlussmann nach insgesamt 189 Minuten (Torschütze Voyer/51.) wieder einmal hinter sich greifen musste, witterten die Ostbayern für einen kurzen Moment Morgenluft. Im anschließenden Powerplay nahmen die Blue Devils ihren Torwart zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis. Aber das EC-Bollwerk stand. In der Schlussphase verfehlten Lautenschlager (54.) und Volek (56.) das leere Gäste-Tor um Haaresbreite, Bowles traf nur den Pfosten (57.).

Weidens Gläser (58.) scheiterte ebenfalls am Metall. Den Deckel drauf machte schließlich Kaiser (58.) mit seinem Schuss ins verwaiste Tor. Die erleichterten EC-Fans feierten den versöhnlichen Abschluss einer turbulenten Spielzeit und stimmten noch ein Geburtstagsständchen für „Opa“ Jerry Kuhn, der seinen 40. Geburtstag feierte. Der „EC Nauheim Walzer“ läutete eine lange Partynacht ein.

EC Bad Nauheim: Kuhn – MacPherson, Pruden, Erk, Fischer, Bidoul, Gnyp – Volek, Koch, Hickmott, Bengtsson, Bires, Bowles, Kaiser, El-Sayed, Lautenschlager, Cimmerman, Jakovlev, Ribarik.

Trainer: Kevin Gaudet.

Blue Devils Weiden: McNiven – Muck, Kolb, Bohac, Pokorny, Ribnitzky, Schwaiger, Edfelder – Schiemenz, Voyer, Ward, Vogt, Voit, Vinzens, Gläser, Noah Samanski, Miller, Glas-Bader, Thal, Schwarz.

Trainer: Alan Letang.

Tore:

1:0 (07:32) MacPherson (Bengtsson, Bires)

2:0 (08:14) Kaiser (Lautenschlager, Gnyp)

3:0 (30:16) Volek (Hickmott)

4:0 (39:10) MacPherson (Bengtsson, Koch – PP1)

4:1 (50:10) Voyer (Bohac)

5:1 (57:35) Kaiser (Lautenschlager – EN)

Schiedsrichter: Cespiva/Todam – Linienrichter: Behrendt/Borger.

Strafminuten: Bad Nauheim 4, Weiden 6.

Schüsse: 27:34.

Zuschauer: 4046.

Foto: Chuc.de