Moral bewiesen, aber EC bleibt nach Aufholjagd ohne Punkte im Hessenderby
Nach einem verkorksten 0:3-Auftaktdrittel hat der EC Bad Nauheim am Freitagabend Moral bewiesen, sich aber nicht für die engagierte Aufholjagd im Hessenderby belohnt. Die Roten Teufel verloren am vorletzten DEL2-Hauptrunden-Spieltag vor 3454 Zuschauern mit 2:3 (0:3, 1:0, 1:0) gegen die Kassel Huskies. Zudem wurde Ryan Olsen nach einem Bandencheck mit einer Fünf-Minuten- plus Spieldauerdisziplinarstrafe vorzeitig in die Kabine geschickt. Die Tore für die Gastgeber markierten Raphael Jakovlev und Parker Bowles.
„In den ersten sieben, acht Minuten waren wir zu soft. Nach dem dritten Gegentor haben wir dann mehr Energie aufs Eis gebracht. Ab dem zweiten Drittel waren wir im Spiel und hätten hier durchaus etwas mitnehmen können. Leider sind es immer wieder ein paar Minuten im Spiel, die uns die Punkte kosten. In den nächsten Begegnungen brauchen wir mindestens 60 Minuten Konzentration, vielleicht sogar länger“, sagte EC-Trainer Antti Karhula bei der Pressekonferenz. „Das Einzige, was zählt, sind die drei Punkte, um den zweiten Platz zu sichern. Darüber sind wir sehr happy. Bad Nauheim hat uns einiges abverlangt, daher sind wir umso glücklicher“, bilanzierte Kassels Coach Todd Woodcroft.
Ins vierte Hessenderby gingen die Hausherren noch ohne den kanadischen Neuzugang Kyle Bollers, dafür mit veränderten Sturmreihen. Rik Gaidel kehrte nach längerer Verletzungspause zurück ins Lineup. Die Schlittenhunde, bei denen für Mitch Hoelscher (überzähliger Kontingentprofi) kein Platz auf dem Spielberichtsbogen war, hatten unter der Woche die Vertragsverlängerungen mit Ex-Teufel Michael Bartuli und Maciej Rutkowski verkündet.
Auch im letzten Hauptrunden-Heimspiel missglückte der EC-Start. Keine Minute war gespielt, da lag der Puck schon im Nauheimer Tornetz. Einen leichtfertigen Puckverlust im Abwehrdrittel bestrafte Tyler Benson mit der schnellen Kasseler Führung nach exakt 59 Sekunden. Kurz darauf wurde Tristan Keck nicht konsequent genug attackiert, Darren Mieszkowski schnappte sich die Scheibe und traf zum 0:2 (5.).
Antti Karhula reagierte mit dem frühen Timeout, aber es kam noch schlimmer: Ryan Olsens Zweikampf gegen Simon Schütz, der vom Eis geführt werden musste, werteten die Referees nach Ansicht der Videobilder als Bandencheck, der mit einer Fünf-Minuten- plus Spieldauerdisziplinarstrafe gegen den 31-jährigen Angreifer geahndet wurde. Als anschließend zusätzlich Justin MacPherson in die Kühlbox wanderte, nutzen die Huskies die doppelte Überzahl nach einem riskanten EC-Querpass in der eigenen Defensivzone zum dritten Streich. Torschütze war erneut Benson (11.).
Nach dem Frust des Eröffnungsdrittels stemmten sich die Kurstädter nach Wiederbeginn der drohenden Niederlage entgegen. Erst vergab Gaidel (22.) die bis dato beste Chance, dann erzielte Raphael Jakovlev nach einem beherzten Vorstoß von Simon Gnyp das 1:3 (23.). Justin Volek und Sebastian Bengtsson boten sich weitere Gelegenheiten, den Anschluss herzustellen. Eine Boxeinlage zwischen Davis Koch und Hans Detsch erhitzte die Gemüter. Die Blau-Weißen nahmen den Zwei-Tore-Vorsprung mit in die zweite Pause.
Die Powerplay-Schwäche des EC offenbarte sich zu Beginn des Schlussabschnitts, als Bode Wilde auf der Strafbank saß – allerdings ohne Folgen für den Favoriten. Bad Nauheim ließ nicht locker, und plötzlich schienen die Nordhessen ins Wanken zu geraten. Parker Bowles fälschte einen Gaidel-Schuss zum 2:3-Anschlusstreffer (43.) ab. Das CKS brodelte.
In der Schlussphase riskierten die Rot-Weißen alles, übten viel Druck auf den DEL-Aspiranten aus, doch die Hartgummischeibe wollte einfach nicht ins Tor. Gut 80 Sekunden vor dem Ende verlies Kuhn zugunsten eines sechsten Feldspielers die Spielfläche. Bengtsson hatte den Ausgleich auf dem Schläger, aber es blieb beim knappen Auswärtssieg der Huskies.
EC Bad Nauheim: Kuhn – MacPherson, Pruden, Erk, Fischer, Gnyp, Kölsch – Kaiser, Koch, Olsen, Bowles, Volek, Hickmott, Bengtsson, Bires, Ribarik, Jakovlev, El-Sayed, Gaidel.
Trainer: Antti Karhula.
EC Kassel Huskies: Shilin – Münzenberger, Wilde, Schütz, Detsch, Bodnarchuk, Bender, Stadler, Schams – Benson, Garlent, Daugavins, Keck, Turgeon, Mieszkowski, Braun, Weidner, Valenti, Bartuli, Rutkowski.
Trainer: Todd Woodcroft.
Tore:
0:1 (00:59) Benson (Garlet, Bodnarchuk)
0:2 (04:35) Mieszkowski (Keck, Schams)
0:3 (10:36) Benson (Wilde, Garlent – PP2)
1:3 (22:47) Jakovlev (Gnyp, Fischer)
2:3 (42:59) Bowles (Gaidel, Kölsch)
Schiedsrichter: Klein/Todam – Linienrichter: Behrendt/Rieneck.
Strafminuten: Bad Nauheim 14 plus 20 (Spieldauerdisziplinarstrafe Olsen), Kassel 15.
Schüsse: 25:21.
Zuschauer: 3454.
So hat unser Medienpartner, die Wetterauer Zeitung, das Spiel gesehen.
Foto: Chuc.de