Moral bewiesen: Teufel drehen 0:2-Rückstand in Hannover
Der EC Bad Nauheim hat am heutigen Sonntag große Moral bewiesen und einen 0:2-Rückstand in einen 4:2 (0:2, 2:0, 2:0)-Auswärtssieg bei den Hannover Indians verwandelt. Vor 1906 Zuschauern am altehrwürdigen Pferdeturm zeigten die Roten Teufel vor allem ab dem Mittelabschnitt eine dominante Vorstellung, rissen das Zepter an sich und belohnten sich in der Schlussphase für ihren Aufwand.
Doppelerfolg: Es war der vorletzte Testlauf der diesjährigen Vorbereitung. Bereits am Freitagabend hatten sich beide Teams im Bad Nauheimer Kurpark duelliert, wobei der EC ebenfalls als Sieger vom Eis ging. Am kommenden Sonntag empfangen die Kurstädter zum Abschluss der Pre-Season die Düsseldorfer EG. Personell nahm Cheftrainer Kevin Gaudet kaum Veränderungen vor: Jerry Kuhn startete im Gehäuse, Verteidiger Joel Keussen pausierte weiterhin. Ansonsten blieben die Reihen weitgehend unverändert.
Der Spielfilm: Die Gastgeber aus der Oberliga starteten effizient in die Partie. Das erste Powerplay der Begegnung nutzte Hannover prompt: Neuzugang Ryker Killins ließ EC-Keeper Jerry Kuhn mit einem satten Schuss keine Abwehrchance (4.). Die Rot-Weißen bemühten sich um eine Antwort, liefen aber in einen eiskalten Konter. Gerade als die Indians eine eigene Unterzahlsituation überstanden hatten und wieder komplett auf dem Eis waren, schalteten sie blitzschnell um und erhöhten durch Alec Zawatsky auf 2:0 (16.).
Mit frischem Mut und viel Energie kamen die Kurstädter aus der Kabine. Nur 23 Sekunden waren im Mittelabschnitt gespielt, als sich Justin Volek im Slot goldrichtig positionierte und per Rebound auf 1:2 verkürzte (21.). Der frühe Treffer gab der Truppe von Kevin Gaudet spürbar Auftrieb. Bad Nauheim agierte nun weitgehend spielbestimmend, während Hannover nur noch kleine Nadelstiche setzen konnte. Die hartnäckige Offensivarbeit zahlte sich wenige Momente vor der zweiten Pause aus: Allan McPherson egalisierte die Partie zum hochverdienten 2:2-Ausgleich (40.).
Im Schlussdurchgang legte der EC noch einen Zahn zu. Die Gäste drängten auf die Führung und belohnten sich in der 46. Minute, als Matt Marcinew die Teufel erstmals an diesem Nachmittag in Front brachte. In der Crunchtime riskierte Indians-Coach Michael Baindl schließlich alles und nahm seinen Goalie Timo Herden zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Matt Marcinew nutzte diesen Umstand postwendend aus und fälschte die Scheibe zum 4:2-Endstand (59.) ins verwaiste Gehäuse.
Hannover Indians: Herden – Möller, Reinig, Menner, Killins, Messing, Bappert, Kassay-Kezi – Schingoethe, McNeely, Kabitzky, Zawatsky, Pompei, Alderson, Neugebauer, Hemr, Petersen, Bergbauer, Krüger, Gänsslen.
Trainer: Michael Baindl.
EC Bad Nauheim: Kuhn – Tiffels, Maginot, Erk, Lemke, Pruden, Kauhanen – Schiemenz, McPherson, Hickmott, Marcinew, Sarault, Kornelli, Preto, El-Sayed, Volek, Jakovlev, Cimmerman, Bußmann, Root.
Trainer: Kevin Gaudet.
Tore:
1:0 (03:28) Killins (Kabitzky – PP1)
2:0 (15:42) Zawatsky (Alderson)
2:1 (20:23) Volek (Hickmott, Maginot)
2:2 (39:21) McPherson (Schiemenz)
2:3 (45:05) Marcinew (Maginot, Sarault)
2:4 (58:13) Kornelli (EN)
Schiedsrichter: Butt / Fendt – Linienrichter: Ristok / Rieneck.
Strafminuten: Hannover 12, Bad Nauheim 10.
Schüsse: 13:28.
Zuschauer: 1906.
Foto: Chuc.de