Juli 8, 2025 | APP, News

Offensive Aktionen kreieren, defensive Aufgaben erfüllen

Hier kommt schon das nächste Sommerinterview. Justin Volek hat sich den Fragen von Holger Hess gestellt. Was unser Neuzugang mit den Superstars Tim Stützle, JJ Peterka und Lukas Reichel verbindet und warum Justin in Bad Nauheim die Rückennummer 55 trägt, diese Rätsel löst er und hat auch noch weitere Überraschungen parat.

Nur 20 Autominuten bis zum Bodensee. Klingt bei den aktuell hochsommerlichen Temperaturen verführerisch, aber: „Ich habe alle Hände voll zu tun“, sagt Justin Volek, unser DEL-Neuzugang von den Augsburger Panthern. Im Familienbetrieb Volek-Vogt, der in der Region Oberschwaben in der Freibad-Gastronomie aktiv ist, packt der 23-Jährige kräftig mit an. Im Sommerinterview spricht der Stürmer über Athletik- und Krafttraining in den frühen Morgenstunden, sein Back-to-the-Roots-Gefühl und wie er bei den Roten Teufeln seinen Scoring-Touch wiederfinden will.

 

Justin, herzlich willkommen bei den Roten Teufeln. Wo erreichen wir Dich gerade?

Zuhause in Oberzell, einem Ortsteil von Ravensburg, nur wenige Kilometer von der CHG-Arena entfernt.

 

Wie verbringst Du diesen heißen Sommer?

Ich helfe im Familienbetrieb mit. Es ist sehr viel los, der Urlaub fällt dieses Jahr aus. Bei der großen Hitze müssen wir ja auch nicht wegfahren. In unserem Garten wurde ein Pool gebaut, das ist perfekt zum Abkühlen. Mein Athletik- und Krafttraining absolviere ich meistens früh morgens, wenn die Temperaturen noch erträglicher sind.

 

Gibt es eine Möglichkeit in Deiner Umgebung, auch auf Eis zu trainieren?

Ja, tatsächlich war ich vor einigen Tagen zum ersten Mal in Füssen auf dem Eis. Wir versuchen das mit einer coolen Gruppe aus DEL-, DEL2- und Oberliga-Spielern ein- bis zweimal pro Woche zu organisieren.

 

Nach 175 DEL-Spielen für Krefeld und Augsburg wechselt Du zurück in die Zweite Liga. Was sind Deine Beweggründe?

Ich möchte meine Fähigkeiten ins Team einbringen, mehr Eiszeit in den Top-Reihen bekommen und – auch wenn die letzten Statistiken etwas anderes aussagen – meinen Scoring-Touch wiederfinden.

 

Wo liegen nach Deiner Einschätzung die Hauptunterschiede zwischen DEL und DEL2?

Ich sehe keinen Riesenunterschied. Vielleicht hat man in der DEL einen Sekundenbruchteil weniger Zeit für die nächste Entscheidung. Man darf die DEL2 nicht unterschätzen, es stehen super Spieler bei den Clubs unter Vertrag.

 

Was gab den Ausschlag für die Roten Teufel?

Zum einen Peter Russell. Unter ihm hatte ich in Augsburg meine bisher beste Zeit. Er ist taktisch hervorragend, verlangt von den Spielern, das vorgegebene System strikt umzusetzen und analysiert jeden Gegner explizit. Außerdem haben mich die Gespräche mit Andreas Ortwein und Marc Vorderbrüggen in meiner Entscheidung bestätigt. In Bad Nauheim finde ich ein familiäres und gleichzeitig professionelles Umfeld vor. Ich will Bestandteil einer erfolgreichen Mannschaft mit Gewinner-Mentalität sein.

 

Wie charakterisierst Du Deine Spielweise?

Offensive Aktionen kreieren, defensive Aufgaben erfüllen. Ich möchte mein Skillset einbringen und verfüge über ein gutes Auge für meine Mitspieler.

 

Was erhoffst Du Dir noch von der neuen Umgebung in Bad Nauheim?

Vielleicht auch ein bisschen Back-to-the-Roots, mehr Hockey-Feeling, mehr Flair. Das Colonel-Knight-Stadion ist an den Seiten teilweise offen und es herrscht eine besondere Atmosphäre.

 

Welche Deiner neuen EC-Teamkollegen kennst Du schön näher?

Simon Gnyp aus gemeinsamen Zeiten in den U-Nationalmannschaften, Philipp Kuhnekath aus Krefeld beziehungsweise Ravensburg und Patrick Seifert.

 

Wer war bisher Dein bester Gegenspieler?

Schwierige Frage. In der Liga gab es einige, zum Beispiel Noebels, Pföderl, Ronning. Ich war bei drei U-Weltmeisterschaften dabei mit Kalibern wie Nick Cousins, der heute bei den Ottawa Senators spielt. Wäre die U20-WM 2021/22 nicht coronabedingt vor dem Spiel gegen Kanada abgebrochen worden, käme in der Auflistung noch Connor Bedard hinzu.

 

Und die beeindruckendsten Mitspieler?

Tim Stützle, JJ Peterka, Lukas Reichel und Jeremy Bracco.

 

Du verkörperst im Hause Volek die dritte Eishockey-Generation. Dein Opa Josef kam Anfang der 1980er-Jahre aus Vitkovice nach Ravensburg, Dein Vater David stürmte unter anderem in der 2. Bundesliga für den EHC Freiburg. Wie oft tagt der Familienrat?

Klar, wir sprechen viel über Eishockey und ich bin dankbar für die Familien-Expertise

 

Dein Onkel Stephan Vogt ist ein Ravensburger Urgestein, dessen Trikot mit der 55 unter dem Dach der CHG-Arena hängt. Du trägst bei uns auch diese Rückennummer …

Eigentlich hatte ich immer die 9, die auch mein Vater und mein Opa getragen haben. Beim EC ist die Nummer an Simon Gnyp vergeben. Mit der 55 verbinde ich auch die gute DNL-Zeit beim ESV Kaufbeuren und setze gewissermaßen die kleine Familientradition in Bad Nauheim fort.

Justin, vielen Dank für das Gespräch und auf eine erfolgreiche Saison bei den Roten Teufeln.