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Das Rad steht auch in der Sommerpause nicht still, die EC-Verantwortlichen arbeiten weiterhin an der Entwicklung des Standortes und der Zukunft des Eishockeysportes in Bad Nauheim. Grund genug, einmal bei der Clubspitze, Geschäftsführer Andreas Ortwein (AO) und Aufsichtsratssprecher Martin Schröer (MS) nachzufragen, mit welchen Themen man sich in den letzten Wochen und Monaten beschäftigte.

Herzlich willkommen, Andreas und Martin. Während alle EC-Fans noch in der Sommerpause sind, seid ihr fleißig hinter den Kulissen am „umbauen“.
Was passiert aktuell so?

AO: Ja, das ist richtig, seit dem 1. Mai 2019 sind wir jetzt, wie angekündigt, eine GmbH & Co.KG geworden, die neben der Geschäftsleitung auch einen echten Aufsichtsrat mit bislang sieben Mitgliedern hat. Anfang Juni konnten wir ebenfalls die ersten 20 Kommanditisten aufnehmen, welche mit ihren jeweiligen Anteilen Teilhaber des EC Bad Nauheim sind. Mit Ihrer Einlage von 1.946 EUR haben sie einen „emotionalen Anteil“ an unseren Roten Teufeln erworben. Gestern gab es bereits das erste „Meet & Greet“ mit den Personen, die schon im März und April eine feste Zusage abgegeben hatten. Weitere 25 Beitritte stehen in diesen Tagen an. Außerdem wollen wir jetzt auch die vielen anderen Interessenten zeitnah nochmal zusammenbringen und davon überzeugen, mit an Bord zu kommen.

Beirat und Aufsichtsrat – was genau steckt hinter diesen Gremien der KG?

MS: Den Beirat, der neben der GmbH bereits bestand, wurde beibehalten. Hier haben wir mit Beiratssprecher Michael Richly vom Autohaus Kuhl sowie Jörg Stangl vom Gerhardt Bauzentrum und Alexander Zippel von der Volksbank Mittelhessen drei Vertreter von langjährigen Sponsoren, die uns beratend zur Seite stehen. Mit Rechtsanwalt Christian Fencl ist zudem ein juristischer Berater dabei. Im August planen wir die erste gemeinsame informelle Gesellschafterversammlung mit allen neuen Kommanditisten, aus deren Kreis wir, neben einem weiteren Aufsichtsratsvertreter, auch zwei Beiräte für unsere Gremien gewinnen wollen.

Wer sind die Mitglieder des neuen Aufsichtsrates?

AO: In der konstituierenden Sitzung am 18.05.2019 wurde Martin Schröer auch Sprecher dieses Gremiums, Michael Caspari ist sein Stellvertreter. Einen stetigen Sitz haben dort der Nachwuchs- und der Förderverein sowie die weiteren Unternehmensgesellschafter Thorsten Herbert, Thomas Roßteutscher und Michael Schnaubelt. Letztere heiße ich im Kreis des ECs herzlich willkommen, da sie zum 1.05.2019 die Positionen der beiden scheidenden Gesellschafter Lothar Frank und Jürgen Geretschläger übernahmen. Lothar und Jürgen möchte ich gleichzeitig für ihren Einsatz und ihr Engagement beim EC in den letzten Jahren danken.

Welche Funktion nimmt der neue Aufsichtsrat wahr?

MS: Der Aufsichtsrat tagt circa sechs Mal pro Jahr. In diesem Gremium werden die wesentlichen Themen rund um den Spielbetrieb, die Budgetplanung, größere Investitionen sowie sportliche als auch wirtschaftliche Weiterentwicklungsthemen besprochen. Ebenso schauen wir gemeinsam mit der Geschäftsleitung regelmäßig auf die wichtigen operativen Themen und diskutieren die Reportings der jeweiligen Verantwortlichen der EC-Geschäftsstelle. Im monatlichen Turnus analysieren wir darüber hinaus die Geschäftszahlen aus der Buchhaltung und prüfen, ob sich unsere Einnahmen und Ausgaben im Rahmen der Planung bewegen. Teils werden in speziellen Ausschüssen, wie bspw. dem Finanzausschuss oder dem Lenkungsausschuss, Sport-Sachthemen vorbereitet und entsprechend in der Aufsichtsratssitzung vorgetragen.

Mittlerweile besteht der EC-Profisport aus unterschiedlichen Firmen – richtig?

AO: Ja, das ist korrekt. Die KG ist nun die spielbetriebsführende Firma, die auch die Lizensierung durchgeführt hat. Dazu besteht eine Komplementär-GmbH, welche die Vollhaftung für die KG übernimmt – aber keine operative Funktion hat. Der gesamte gastronomische Bereich ist seit Beginn der letzten Saison auf unsere 100%-ige Tochtergesellschaft, die Stadion & Event Catering GmbH Bad Nauheim, übergegangen. Ebenso wurde am 1.05.2019 die DEL2 Eventgame GmbH Bad Nauheim gegründet, mit der wir das Winter-Derby gegen die Löwen Frankfurt in Offenbach organisieren. Alle Gewinne, die wir in den separaten GmbHs erwirtschaften, fließen zu 100% der KG zu und damit in den Spielbetrieb.

Warum die ganzen Veränderungen und neuen Wege?

MS: Die Wege, die wir hier jetzt beschreiten, sind im Sport nicht neu. Die Ausgliederung des Caterings haben schon einige Clubs – sportartübergreifend – vorgenommen. Ebenso ist das KG-Modell bereits gelebte Praxis im Sport. Wir haben uns dafür entschieden, weil wir einen „Bad Nauheimer Weg“ gehen und möglichst viele Menschen dafür begeistern wollen, den EC noch intensiver zu unterstützen.

AO: Wir müssen uns immer breiter gefächert aufstellen und dadurch neue Netzwerke für den Club eröffnen. Jeder Kommanditist ist nicht nur Anteilseigner, er ist für uns auch ein wichtiger Botschafter in der Region gegenüber der Politik, den Sponsoren und unseren Fans. Mit dem neuen Mikrosponsoring Konzept „Club 1946“ kann man beispielsweise auf ganz einfache Weise den Einstieg finden, um den Eishockeysport in Bad Nauheim zu unterstützen. Wenn wir die DEL2-Spielklasse halten und den Nachwuchssport entwickeln wollen, dann wird das steigende Budgets und Kosten in den nächsten Jahren mit sich bringen.

In diesem Zusammenhang drängt sich zwangsläufig die Frage nach dem Stadion auf?

AO: Ja, das ist absolut richtig. Wir brauchen so schnell es geht eine neue Arena mit Trainingshalle, mit einer inhaltlich und wirtschaftlich sinnvollen multifunktionalen Nutzung. Der jetzige Standort ist langfristig eine Sackgasse, auch wenn wir und viele Fans emotional sehr am CKS hängen. Im Frühjahr haben wir uns mit den politischen Gremien in Bad Nauheim offen und konstruktiv ausgetauscht, die Beauftragung einer Machbarkeitsstudie für den gewünschten neuen Arena-Komplex kann nun erfolgen. Das entsprechende Unternehmen wurde vor wenigen Tagen in Zusammenarbeit mit der Stadtplanung gemeinschaftlich ausgewählt. Nun gilt es in Workshops mit diesem Planungsunternehmen die Weichen zu stellen. Ich hoffe, spätestens zum Ende des Jahres auf belastbare Ergebnisse, die dann zu Entscheidungen und weiterführenden Gesprächen mit dem Bund, dem Land und möglichen Investoren führen.

MS: Damit das Projekt Stadion-Neubau kommt, muss und will der EC sich als stabiler und zukunftsfähiger Partner präsentieren, der möglicherweise umfangreichere Verantwortung für den neuen Arena-Betrieb übernehmen muss und soll. Aus diesem Grund hoffen wir, dass wir zeitnah unser Zwischenziel von 50 Kommanditisten erreichen, um dann die nächsten Meilensteine mit 75 bzw.100 Anteilseignern gemeinsam angehen zu können. Wer Informationen möchte, kann diese einfach per E-Mail bei unserer Geschäftsstelle anfordern (tim.talhoff@ec-bn.de) oder unsere Aufsichtsräte ansprechen.

Abschließend: Bei allen Zukunftsthemen kann ein erfolgreiches Winter-Derby sicher helfen, oder?

AO:  Na klar. Genau aus diesem Grund gehen wir dieses Projekt ja auch an. Der Ticketanbieter sowie der Eisanlagen-Betreiber sind qualifiziert, die Vermarktung des Spiels läuft schon auf Hochtouren und die eigens für das Winter-Derby ins Leben gerufene Homepage wird diese Woche fertiggestellt. Das Event-Team arbeitet mit Hochdruck an diversen Themen, wie zum Beispiel am Event-Rahmenprogramm oder dem Sicherheits- und Ordnungskonzept. Für Mitte Juli ist eine Pressekonferenz geplant, bei der über Details informiert wird. Im Anschluss startet dann umgehend der heiß ersehnte Ticketverkauf. Natürlich erhalten unsere Dauerkarten-Inhaber bestimmte Vorrechte und eine Wandlungsmöglichkeit für ihr reguläres CKS-Ticket.

MS: Das wird ein besonderer Tag für den Nauheimer Eishockey Sport. Die Winter-Derby-Spielstätte Bieberer Berg ist zweifellos ein Hexenkessel. Wir wollen in Offenbach eine einzigartige rot-weiße Wand bilden. Dazu muss nur jeder EC-Fan seine Familie, Freunde, Nachbarn, Kollegen und / oder seinen Sportverein mobilisieren, damit wir gemeinsam und eindrucksvoll für Bad Nauheim stehen. So einen Tag wird es vielleicht nie mehr geben – daher muss bereits jetzt jeder Mittelhesse und insbesondere jeder Bad Nauheimer das Winter-Derby am Samstag, den 14.12.2019 fest in seinem Kalender stehen haben.

Danke Martin, danke Andreas und weiterhin viel Erfolg und ein glückliches Händchen.