Später Anschluss reicht nicht: Teufel unterliegen in Rosenheim
Trotz großen Kampfgeistes stand der EC Bad Nauheim am Ende wieder mit leeren Händen da. Am Freitagabend verloren die Roten Teufel bei den Starbulls Rosenheim knapp mit 3:4 (0:1, 1:2, 2:1). Vor 3867 Zuschauern im ROFA-Stadion zeigten die Kurstädter Moral und kamen nach Rückständen immer wieder heran, doch das Glück fehlte in den entscheidenden Momenten. Die Tore für die Gäste erzielten Jordan Hickmott, Ryan Olsen und Parker Bowles.
„Wir haben das in den letzten Wochen immer wieder erlebt – wir haben einen schwachen Moment und verlieren dann die Kontrolle. Dann bekommen wir weitere Tore und kommen nicht mehr zurück. Uns fehlt das kleine Extra, das wir brauchen, um solche Spiele zu gewinnen“, bilanzierte ein konsternierter EC-Trainer Antti Karhula. Starbulls-Coach Jari Pasanen räumte ein: „Wir haben gut begonnen, danach hat Bad Nauheim Minute für Minute das Spiel übernommen. Im zweiten Drittel lief es dann wieder besser. Bad Nauheim hat wie eine Mannschaft gespielt, die die Punkte braucht. Zum Schluss hätte alles passieren können und sie hätten noch ein Tor verdient gehabt.“
Personell gab es beim EC keine großen Überraschungen, Antti Karhula vertraute weitgehend dem gleichen Personal der vergangenen Partien, einzig Tjark Kölsch rückte neu in den Kader. Aus dem durch Verletzungen dezimierte Frankfurt kam keine Verstärkung. Im Tor stand Jerry Kuhn. Bei den Gastgebern stand Christoph Kolarz zwischen den Pfosten.
Das Spiel begann denkbar schlecht für die Teufel. Es waren gerade einmal 74 Sekunden absolviert, als ein Turnover in der neutralen Zone den Starbulls die Führung bescherte: C.J. Stretch ließ sich nicht zweimal bitten und traf zur frühen 1:0-Führung für die Hausherren. Die Oberbayern blieben danach am Drücker, störten früh und hatten durch Shane Hanna und Ville Järveläinen weitere gute Gelegenheiten. Nach dem Powerbreak fanden die Teufel jedoch besser ins Spiel. Jordan Hickmott scheiterte aus zentraler Position an Kolarz (11.), und kurz vor der Drittelpause hatte Justin Volek den Ausgleich auf dem Schläger, doch die Scheibe kullerte um Zentimeter am Tor vorbei, weil der Angreifer keinen Druck mehr dahinter bekam (18.).
Im zweiten Abschnitt legten die Rosenheimer wieder einen Gang zu. Gerade als Bad Nauheim eine Unterzahlsituation überstanden hatte, schlug die Stunde von Jordan Hickmott. Im ersten Powerplay der Gäste traf der Routinier nach Vorarbeit von Ryan Olsen zum viel umjubelten 1:1-Ausgleich (32.). Die Freude währte jedoch nur exakt 42 Sekunden. Andrej Bires musste auf die Strafbank, und Shane Hanna brachte die Starbulls mit einem verdeckten Schuss von der blauen Linie erneut in Front (33.). Parker Bowles verpasste auf der Gegenseite zweimal die direkte Antwort (34.). Stattdessen schlug Rosenheim erneut zu: Fabian Dietz reagierte nach einem Rebound am schnellsten und erhöhte wie aus dem Nichts auf 3:1 (37.).
Im Schlussdrittel warf Bad Nauheim noch einmal alles nach vorne. Hickmott steuerte auf Kolarz zu, konnte die Scheibe allerdings nicht im Netz unterbringen (43.) und auch Marius Erk scheiterte aus spitzem Winkel. Der Anschlusstreffer ließ jedoch nicht lange auf sich warten: Ryan Olsen fälschte einen Schuss von Christopher Fischer entscheidend zum 2:3 ab (44.) – sein vierter Treffer im erst dritten Spiel im rot-weißen Trikot. Das Spiel stand nun auf Messers Schneide. Nach Pfostentreffern von Hanna auf der einen und Bires auf der anderen Seite war es schließlich Ex-Teufel Luigi Calce, der einen Zwei-auf-eins-Konter eiskalt zum 4:2 vollendete (48.). Bad Nauheim verpasste eine weitere Powerplay-Chance (53.). Karhula zog in der Schlussphase den Torhüter, doch der erneute Anschlusstreffer durch Parker Bowles (60.) fiel 21 Sekunden vor dem Ende zu spät, um das Spiel noch zu drehen.
Starbulls Rosenheim: Kolarz – Adam, Vollmayer, Hanna, Tiffels, van der Linde, Keussen, Bosecker – Laub, Stretch, Järveläinen, Sarault, Feser, Pulkkinen, Dietz, Calce, Achatz, Zwickl, Kolb, Beck.
Trainer: Jari Pasanen.
EC Bad Nauheim: Kuhn – MacPherson, Pruden, Erk, Fischer, Gnyp, Kölsch – Ribarik, Bires, Hickmott, Volek, Kaiser, Olsen, Bengtsson, El-Sayed, Bowles, Jakovlev, Tippmann.
Trainer: Antti Karhula.
Tore:
1:0 (01:14) Stretch (Tiffels)
1:1 (31:29) Hickmott (Olsen, Jakovlev – PP1)
2:1 (32:11) Hanna (Feser, Pulkkinen – PP1)
3:1 (36:28) Dietz (Zwickl, Stretch)
3:2 (43:19) Olsen (Fischer, Erk)
4:2 (47:51) Calce (Dietz)
4:3 (59:38) Bowles (Hickmott, Jakovlev – EA)
Schiedsrichter: Hinterdobler/Singer – Linienrichter: Fischer/Bösi.
Strafminuten: Rosenheim 4, Bad Nauheim 8.
Schüsse: 38:36.
Zuschauer: 3867.
Foto: Ludwig Schirmer.